
Der bekannte Münchner Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth hat sich vergangene Nacht das Leben genommen. Das hat mittlerweile auch die Münchner Polizei verschiedenen Medien gegenüber bestätigt.
Gravenreuth wurde in den 90er Jahren als Abmahnanwalt bekannt, als er unter weiblichen Pseudonymen in Computerzeitschriften inserierte und Jugendliche zum Tausch von Schwarzkopien animierte, um sie anschließend abzumahnen oder anzuzeigen. In den folgenden Jahren tauchte er immer wieder in Zusammenhang mit markenrechtlichen Abmahnungen auf und verhinderte sogar vorübergehend das Erscheinen von SUSE-Linux. Im Jahr 2002 machte er wieder von sich reden, als er sämtliche im Bundestag vertretene Parteien abgesehen von der CDU/CSU wegen des Angebotes von Web-Grußkarten abmahnte, die als Spam einzustufen seien.
Der streitbare Jurist hatte viele Feinde und Kritiker in deutschsprachigem Web, mit denen er sich in verschiedenen Foren lange Wortgefechte lieferte. Nach seinem Versuch, die Internet-Domain der “taz” über eine einstweilige Verfügung zu pfänden und anschließend zu versteigern, wurde er wegen versuchten Betruges zu einer 14monatigen Haftstrafe verurteilt, die er diesen Februar hätte antreten müssen. Seinen Freitod kündigte er im Internet an, indem er eine Abschiedsmail an viele Adressaten versendete. Darin nannte finanzielle, gesundheitliche und Beziehungsprobleme als Grund.


















Schreibe einen neuen Kommentar