Amazon Appstore startet mit 3.800 Apps und einer Klage von Apple

Amazon ist heute in den USA mit einem eigenen App-Store online gegangen, in welchem ausschließlich Apps für Android-Smartphones angeboten werden. Der Appstore ist zurzeit nur in den USA nutzbar und umfasst zu Beginn ein Angebot von 3.800 Apps. Angesicht der passenden, aber unklugen Wahl des Namens hat Amazon nun eine Klage von Apple am Hals. Denn „App Store“ hat sich der Konzern aus Cupertino bereits für den eigenen Software-Laden schützen lassen. 

Bereits am 18. März hat Apple  in Kalifornien Klage wegen Markenrechtsverletzung und unfairen Wettbewerbs gegen Amazon eingereicht. Kurz nach dem Start des neuen Webangebots von Amazon war der App-Store kurze Zeit wieder offline – ob dies mit der Klage Apples zu tun hatte, ist nicht klar. Mittlerweile ist der Appstore wieder online, für User außerhalb der US allerdings nicht nutzbar.

Zwar hat sich Apple den Namen „App Store“ als Marke schützen lassen, doch ob sie diesen halten kann, ist noch ungewiss. Denn auch Apple hat eine Klage am Hals. Anfang des Jahres hat Microsoft infrage gestellt, ob der Name App Store nicht ein allgemeiner Gattungsbegriff sei. Ganz spitzfindig wird sogar Apple-Chef Steve Jobs zitiert, der selbst den Namen „App Store“ für den Android Market synonym verwendet hat.

Ein interessanter Aspekt in diesem Kontext ist App-Politik Amazons. Denn sie ähnelt sehr stark der von Apple. Zum einen sind die Apps stark selektiert, sodass sich keine Müll-App einschleichen können. Zum anderen erhalten die Entwickler den gleichen Anteil am Umsatz, nämlich 70 Prozent, während Amazon 30 Prozent für sich behält. Wie auch im Android Store, lassen sich Apps kurzzeitig testen. Allerdings haben Amazon Appstore-Nutzer die Gelegenheit, sie 30 Minuten lang auszuprobieren – im Android Market wurde die Testphase vor einiger Zeit auf 15 Minuten gekürzt.

Für jene, die sich auf die Android-Version von Angry Birds Rio gefreut haben: Ihr müsst Euch noch gedulden, bis der Store in Deutschland verfügbar ist. Denn auch wenn eine APK-Datei es aus dem Store schafft, ist diese mit dem Amazon-Konto verbunden und DRM-geschützt.

Auch wenn Amazon den Rechtsstreit verlieren sollte und den Appstore in App Market oder Android-Shop umtaufen muss, wird Amazon vermutlich erfolgreich mit seinem Konzept sein. Denn es sind nicht wenige, die sich an der Fülle von schlechten Apps und der Unübersichtlichkeit im Android Market stören.

 

via t3n und ZBW-