Amazon verkauft mehr eBooks als Bücher aus Papier

Eigentlich hatten wir die Meldung schon vor ein paar Monaten, als bekannt wurde, dass Amazon erstmals mehr eBooks als Hardcover verkauft hat. Gemeint wurden aber eben wirklich Hardcover. Jetzt haben die eBook-Verkäufe in den USA auch das Taschenbuch überholt.

Auf 100 klassische Papierbücher, die Amazon verkauft, kamen im Mai und April 2011 ganze 105 eBooks. Das ist wirklich bemerkenswert und läutet eine Zeitenwende ein. Auch wenn sehr viele Leute (wie bis vor kurzem auch ich) sich das so gar nicht vorstellen konnten, wird das Papier langsam verschwinden – wobei ich davon ausgehe, dass es auch in Jahrzehnten noch Edel-Ausgaben von Papierbüchern geben wird, so wie heute immer noch ein gar nicht so kleiner Lieberhabermarkt für Musik auf Vinyl existiert.

Übel wird das ganze für die Verlagsbranche, die sich nun den gleichen Herausforderungen gegenüber gestellt sieht wie zuvor schon die Film- und vor 10 Jahren die Musikindustrie. Auch hier wird sich selbst ein fair denkender Anwender fragen, warum für etwas bezahlen soll, dass er ohne weiteres auch gratis aus dem Netz fischen kann. Gleichzeitig werden die Verlage unter Druck geraten, weil es für Autoren unglaublich einfach sein wird, Bücher im Selbstverlag herauszugeben: Sie müssen ja nicht mehr gedruckt und gelagert werden und haben trotzdem nicht das Billig-Image von Books on Demand. Das wird alles noch sehr spannend.

Das Kindle 3 muss übrigens nicht mehr importiert werden, sondern ist vor kurzem in Deutschland auf den Markt gekommen – zeitgleich zum Start des deutschen Kindle-Shop am 21. April. Wer den Reader nicht kaufen möchte, kann ihn aber auch als App für die meisten Smartphones sowie Desktop-Anwendung kostenlos herunterladen. Nett dabei ist, dass sich die Instanzen untereinander synchronisieren. Lese ich ein Buch z.B. auf einem iPhone, dann weiß das Kindle wenig später, wo ich aufgehört habe zu lesen.

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  1. [...] 2011, wird als bedeutungsvolles Datum in die Geschichte der Internetwirtschaft eingehen. Zum einen, weil Amazon verkündet hat, jetzt mehr E-Books als physische Bücher zu verkaufen. Zum anderen, weil mit LinkedIn in den USA [...]

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