Android unter allen Open Source Systemen mit dem niedrigsten Wert beim Open Governance Index


Oft in der Diskussion ist die “Offenheit” von Open Source Projekten, vor allem im mobilen Bereich. Doch was bedeutet Offenheit in diesem Zusammenhang und vor allem, wie lässt sich das messen, um es mit anderen Projekten zu vergleichen. Dafür gibt es den Open Governance Index und hier schnitt Android mit dem niedrigsten Wert von 23% ab.

Die Offenheit eines Projekts ist von viel mehr abhängig als dem Vorhandensein von entsprechenden Lizenzen. Wichtiger sind die Bedingungen unter denen und zu denen die Software entstehe. Für diese Infrastruktur gibt es anders als bei den Lizenzen keine rechtliche Verbindlichkeit, dennoch handelt es sich dabei um das wichtigste Kriterium für die Einschätzung zur Offenheit eines Projekts.

Für die Studie von VisionMobile wurden folgende Projekte in einem sechsmonatigen Zeitraum untersucht: Android, Meego, Linux, Ot, WebKit, Mozilla, Eclipse, Symbian. Grund hierfür ist, dass alle Projekte eine ähnliche Verwaltungsstruktur bei Entscheidungsprozessen haben, aber dennoch recht unterschiedlich sind. Android und Symbian sind erfolgreich und weniger erfolgreich, Qt und Eclipse haben einen bzw. mehrere Sponsoren, Linux und Eclipse als Beispiele für Meritokratie und Mitgliedschaften.

Untersucht wurden insgesamt dreizehn Kriterien in vier Kategorien: Access ( alle Entwickler müssen zur gleichen Zeit Zugang zum Quellcode besitzen), Development ( alle Entwickler müssen am Projekt mitwirken und es auch lenken können), Derivatives (die Möglichkeit Parallelprojekte basierend auf dem Ausgangsprojekt zu erstellen), Community (gleichberechtigte Community, in der alle Entwickler gleichgestellt sind).

Es wurde vermutet, dass der Erfolg eines Open Source Projektes von seinem Grad der Offenheit abhängig ist. Je offener ein Projekt, desto erfolgreicher. Zudem wirken sich auf den Erfolg das Vorhandensein starker Developer-Tools aus und vollkommene Transparenz bei allen Entwicklungsschritten. Alle Entwickler sollten gleichberechtigt sein und an der kompletten Entwicklung des Projekts teilhaben können.

Hier ist Android ein Paradoxon, denn hier treffen viele Dinge nicht zu, erfolgreich ist es aber trotzdem. Developer sind nicht gleichberechtigt, denn Entwickler sind Google-Angestellte und arbeiten im Auftrag von Google an Android. Wie etwas gemacht wird, entscheidet also nicht die Community, sondern die Firma hinter dem Projekt. Priorität haben die Hersteller der Geräte und die hauseigenen Entwickler. Erst wenn eine Android-Version fertiggestellt und mit den Herstellern abgestimmt ist, bekommen alle anderen den Quellcode.

Es gibt keine offizielle offene Roadmap für zukünftige Android-Versionen, sondern nachträgliche Change-Logs, daher fehlt die Transparenz, die für die Offenheit des Systems notwendig wäre.

Wieso kann Android dann erfolgreich sein? Der Erfolg eines Open Source Projekts ist nicht einzig und allein von der Offenheit eines Systems abhängig. Hinter Android steht Google als großer Ideengeber, Geldgeber und man besitzt die nötigen Mittel, Android erfolgreich zu machen. Im Entwicklerteam sitzen nur die besten Leute. Zudem war Android schon immer kostenlos für alle Gerätehersteller. Hier bekommen die Firmen ein hochwertiges und beliebtes Stück Software für lau. Der Wunsch der Hersteller mit Apples iPhone zu konkurrieren schaffte erst den Markt für ein System wie Android.

Wie man also sehen kann, ist allein die Offenheit eines Open Source Projekts nicht der einzige Grund für seinen Erfolg. Man muss sein Produkt auch zur richtigen Zeit in der richtigen Sparte platzieren und seine Entwicklung im Sinne der Nutzer weiterführen, um die Käufer zu überzeugen.

Die Infografik zu der Studie findet ihr hier:

- via iphonehacks -

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