
Surft man heutzutage im Netz umher, so wird man immer häufiger nach seinen persönlichen Daten gefragt. Gerade die Marketingabteilungen sind ganz scharf auf diese Datensätze, um ihre Werbebotschaften zu individualisieren. Als Reaktion darauf machen laut BITKOM immer mehr Personen Falschangaben im Web.
Im Rahmen der Untersuchung wurden vom Forschungsinstitut FORSA über 1.000 Internet-User hierzulande befragt. Knapp ein Viertel der über 15-jährigen gab dabei zu Protokoll, im Netz schon mal ein wenig geschummelt zu haben, wenn es darum ging eigene Angaben über sich zu machen. Am häufigsten wird dabei bei Namens- und Altersangaben geflunkert. Von der „Schummelfraktion“ hat jeder Zweite hier schon mal Falschangaben hinterlassen. Auch beliebt sind falsche E-Mail-Adressen, Einkommensangaben oder Informationen zu den körperlichen Eigenschaften. Jeweils ein Viertel hat hier keine Lust wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Zudem haben 14 Prozent der „Schwindler“ Lust, mal in die Rolle des anderen Geschlechts zu schlüpfen und machen hierzu Falschangaben.
Der BITKOM-Präsident Prof. Scheer hat für das Verhalten von 12 Millionen Deutschen eine plausible Erklärung, indem er die falschen Angaben als „Abwehrreaktion gegenüber den zahlreichen Datenabfragen im Internet betrachtet“. Über die Hälfte der Schwindler (58 %) sehen die häufige Abfragen an persönlichen Daten daher auch als fragwürdig an. Die andere Hälfte (48 %) hat Angst mit Werbemails zugemüllt zu werden und macht daher lieber inkorrekte Angaben, die irgendwo im Nirvana des Netzes enden. Unter der Schummelfraktion finden sich aber auch noch die einsamen Herzen, die inkognito nach einem Partner fahnden (10 %). Weitere fünf Prozent nutzen die falsche Identität hingegen, um online andere User zu veräppeln.
Eine Art Legitimation für ihr Verhalten bekommen die Schwindler vom Professor gereicht, der zu einem gesunden Misstrauen aufruft und mahnt „nicht jedes weiße Feld auszufüllen“. Jetzt sollte nur noch das Drittel der Internetgemeinde, die laut BITKOM ihre persönlichen Daten noch nicht individuell angepasst haben, ihre Möglichkeiten nutzen.

















umfragen zu falschangaben finde ich immer etwas paradox, denn wenn es um offensichtliche falschaussagen geht, liegt es doch nahe, dass auch die aussage dazu nicht der wahrheit entspricht, oder?
Hmm, vielleicht wollen die User ja durch eine ehrliche Aussage die Marketingabteilungen zu einem Umdenken bewegen? Insbesondere, wenn die abgefragten persönlichen Daten ohnehin teilweise falsch sind. Forsa wird die Umfrage zudem anonym durchführen. Wer würde sich denn sonst bei politischen Befragungen sonst dazu bekennen, die NPD oder eine andere radikale Parteien zu wählen