Apple: Beginnt 2012 die Verschmelzung von iOS und Mac OS X?

OS X 10.7 Lion ist da und hat einen Haufen Features von iOS verpasst bekommen wie das Launchpad, einen Homescreen, Apps im Vollbild-Modus und Multitouch-Gesten. Das ist vermutlich erst der Anfang – so einiges spricht dafür, dass Apple im kommenden Jahr damit beginnen wird, beide Plattformen zu verschmelzen.

Das behauptet jedenfalls der Analyst Peter Miesek von Jeffreys & Co. und hat natürlich ein paar gute Gründe. Apple fährt gerade zwei parallele Plattformen, die von iTunes abgesehen nicht viel miteinander zu tun haben: Mac OS X auf Desktops und Laptops sowie iOS auf Touchscreen-Geräten. Damit auf beiden Plattformen das gleiche Betriebssystem laufen kann, benötigt Apple einen entsprechend starken Prozessor, und genau der ist mit dem hauseigenen A6 in Sicht, der wahrscheinlich nicht nur im nächsten MacBook Air sondern auch in späteren iPhones und iPads verbaut werden dürfte.

Hausintern soll Apple bereits ein Team das Management mit einem Prototypen auf Basis eines Mac Book Air mit A5-Prozessor beeindruckt haben. Mit dieser Plattform könnte Apple auf all seinen Geräten eine einheitliche User-Experience bieten, die sich natürlich auf Apps, Cloud-Services und den Verkauf von Medien-Inhalten stützen soll. Apple hat gewaltigen Erfolg mit iOS, den iDevices, iTunes und dem Appstore – so großen Erfolg, dass der klassische Mac als Personal Computer längst zur Nebensache geworden ist. Ihn der Walled-Garden-Strategie der iDevices zu opfern, wäre also ein durchaus logischer Schritt.

Was würde dann aber aus den Macs? Wenn künftig kein OS X mit ein paar angeflanschten TouchScreen-Funktionen wie beim jetzigen Lion darauf läuft sondern ein hybrides System aus OS X und iOS, dürften viele alte Mac-Anwendungen nicht mehr funktionieren. Der Alptraum, dass man auch auf seinem Desktop-Rechner nur noch von Apple kontrollierte Apps und keine beliebige Software mehr installieren kann, würde war. All die ganzen Grafiker und Designer müssten sich ihre Adobe Creative Suite gleich nochmal als App kaufen.

Oder aber wird das System offen sein, so dass sich Software frei installieren lässt? Das ließe sich zwar auf iDevices sicherlich sperren, würde aber einen neuen Hacker-Wettbewerb ins Leben rufen, wer als erster Photoshop auf einem iPhone 7 zum Laufen bekommt. So oder so scheint sich der Mac langsam weg vom Personal Computer hin zur reinen Konsummaschine zu bewegen. Wer ein freies System haben möchte, das nicht durch einen wie auch immer gearteten App Store reglementiert ist, wird dann Windows oder Linux nutzen müssen. Ich fände das ziemlich schade, sollte es so kommen.

Übrigens hat Steve Jobs das Ende von Mac OS X längst angekündigt. Als die erste Version „Cheetah“ im Jahr 2001 erschien, sagte Steve Jobs, OS X sei das System für die kommende Dekade. Die ist jetzt um.

Zum Weiterlesen:

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die wird für alle Betriebssysteme der nächste logische Schritt. Der klassische Computer hat ausgedient! Immer mehr verlagert sich ins Web, so dass ein OS andere Aufgaben wahrnimmt also noch vor wenigen Jahren. Apple ist bisher der einzige Hersteller, der es geschaft hat ein digitales Ökosystem zu entwickeln. Ob iPhone, iPad, Apple TV oder Mac. Alles verschmilzt mit einander und nimmt den Fokus von einem einzelnen Gerät.

  2. Darum liebe ich Apple Sie denken nicht nur weiter sondern Sie machen es auch. Siehe IPhone und IPad. Jeder hat gesagt das will keiner haben und es wird kein Erfolg und auf einmal kopieren die anderen Idioden alles

  3. Das iOs ist doch von Anfang an ein abgespecktes Mac OS X gewesen.
    Beide bauen auf dem gleichen Kernel auf.
    Somit ist die Oberfläche (Was wohl auch den verschiedenen Displaygrößen geschuldet ist) zwar noch verschieden, aber unter der Haube werkelt schon seit her das selbe.
    Daher gibts da nix zu verschmelzen.

Schreibe einen Kommentar