Apple plant On-Chip SIM-Karte, Netzbetreiber werden zu Randgestalten

Laut GigaOm plant Apple in Kooperation mit Gemalto eine besondere in das iPhone integrierte SIM-Karte herzustellen. Mit dieser soll es möglich sein, das iPhone online, per Telefon oder den Apple Store für das jeweilige Mobilfunknetz freizuschalten, ohne den Weg zum Telekomprovider zu gehen.

Bei dieser SIM-Karte soll es sich um einen in das iPhone integrierten Chip handeln, auf dem alle Codes der verfügbaren Netzbetreiber gespeichert sind. Diese Daten befinden sich üblicherweise auf der SIM-Karte, die von den Mobilfunkbetreibern ausgegeben wird. Doch mithilfe dieses integrierten Chips können die Kunden schon beim Kauf, beispielsweise im Apple Store, entscheiden auf welchen Telekomprovider sie gerne setzen würden. Ordern sie online, können sie auch per Download im App Store auswählen, über wen sie telefonieren möchten. o2, die Telekom oder Vodafone etc. blieben als Zwischenhändler aussen vor – ein Wechsel der SIM-Karte liefe in Zukunft nur noch virtuell ab.

Mit diesem Schritt geht Apple den Weg, den Google bereits mit seinem Nexus One beschreiten wollte. Durch die Verwendung einer integrierten SIM-Karte macht Apple es konsequenter und ermöglicht die Auswahl des Mobilfunkanbieters per Download. Der Weg zum Provider blieb vielen beim Nexus One nicht erspart. Denn an die Integration einer solchen SIM-Karte hatte Google nicht gedacht. Eine wichtige technische Voraussetzung für die Verwendung eines solchen Chips ist ein einheitlicher Funkstandard, der in den USA nicht vorzufinden ist. Europa ist hingegen die perfekte Region, um diese Technik anzuwenden. Denn in Europa setzen die Provider weitgehend auf den gleichen Standard.

Den Mobilfunkbetreibern dürfte diese Wendung ein Dorn im Auge sein, denn am iPhone haben sie bzw. hat bis letzten Mittwoch die Telekom (in Deutschland), ordentlich mitverdient. Für die User würde die freie und schnelle Auswahl der Provider allerdings ein Mehr an Freiheit und Felxibilität bedeuten. Dies wäre allerdings nur der Fall, wenn alle Betreiber mitspielten und sich aus dem Verkauf des iPhones heraushielten. Damit wäre die Option eines subventionierten oder günstig finanzierten iPhones leider vom Tisch. Um diesen Schritt zu gehen, muss Apple den Netzbetreibern ein ansprechendes Angebot unterbreiten, damit sie an diesem Projekt teilnehmen. Laut GigaOm haben waren bereits Vertreter französischer Netzbetreiner in Cupertino, um entsprechende Vereinbarungen zu treffen.

Wenn diese Technik allerdings tatsächlich bereits im iPhone 5 eingesetzt werden wird oder erst in einer späteren Generation – falls überhaupt – würden die Netzbetreiber einiges an Umsatz und Einfluss verlieren. Um diesen Verlust wieder auszugleichen, könnte das Telefonieren mit dem iPhone in Zukunft teurer werden.Weder Gemalto noch Apple haben bisher offiziell Stellung genommen.

[via GigaOm]

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1 Kommentar

  1. [...] hatten wir darüber berichtet, dass Apple plane, die SIM-Card fest in kommenden iPhone-Generationen zu verbauen. Der Chip [...]

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