
„Big Brother is watching you“ kann man hier nur sagen. Eine Schule in Pennsylvania, USA, hat an seine Schüler 1.800 Apple Macbooks verteilt und vorher noch mit einem „Sicherheitsprogramm“ ausgerüstet. Mit dem Programm konnte die integrierte Webcam aus der Ferne gestartet werden kann – ganz ohne das Wissen der Schüler, selbstredend.
Es ist schon seltsam, wenn man sich plötzlich „unangemessenen Verhaltens“ beschuldigt sieht und ein Foto vor die Nase gehalten bekommt, das offenbar mit der Webcam seines zur Verfügung gestellten Macbooks gemacht wurde. Die Eltern des Jungen haben daraufhin laut der Philly News einen Rechtsstreit gegen den Lower Merion School District in Ardmore angestrengt, da die Schule sie nicht über diese Funktion aufgeklärt hätte. Diese Funktion stellt einen Eingriff in die Privatsphäre aller Familienmitglieder dar. Schließlich konnte alles, was vor der Webcam passiert, aus der Ferne beobachtet werden. Dieses vorgehen der Schule soll nicht nur gegen das Recht der Privatsphäre, sondern noch einer Vielzahl anderer US-Rechte verstoßen haben.
Der Bezirk rechtfertigte die Nutzung der Software, indem erklärte wurde, dass man dank dieser Software 40 verschwundene Laptops wiederfinden konnte. Nur dann, wenn der Computer als gestohlen oder vermisst gemeldet wurde, habe man die Kamera eingeschaltet, so ein Statement der Schule. Zudem könne man mit der installierten Spionagesoftware lediglich Fotos machen, jedoch keine Videos oder Audioaufnahmen. Mittlerweile hat sich das FBI in den Fall eingeschaltet, da der Bezirk unter Umständen mit dem Abhören bzw. „Absehen“ bundesstaatliche Rechte gebrochen haben könnte. Damit hat die Schule bestimmt nicht gerechnet, dass so ein kleines “Progrämmchen” für soviel Furore sorgen kann.
Auch wenn der Computer zu 100 Prozent Eigentum der Schule oder des Bezirks ist und bestimmte Auflagen, mit der Benutzung zu erfüllen sind, so hat die Schule/ der Bezirk keinerlei Rechte dermaßen in die Privatsphäre von Schülern und seiner Familie einzudringen. Egal was mit dem Notebook angestellt wird.
Zur mittelfristigen Lösung haben Schüler des Programms sich findig gezeigt und kurzerhand die Webcam sowie das Mikrofon mit Klebeband versehen, sodass weder von Außen gesehen noch gehört wird, was am Computer passiert. Hoffentlich überlegen sich öffentliche Institutionen demnächst zweimal, was sie ihren Geräten mit auf den Weg geben.




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