Das iPhone in der Schweiz: Zwei Anbieter im Vergleich

Das iPhone wird in jedem Land von einem exklusiven Mobilfunk-Anbieter vertrieben. In fast jedem. Die Schweiz ist das erste Land, in dem sich zwei Anbieter um die Apple-Kunden streiten und einen regen Wettbewerb entfachen: Swisscom und Orange. Wer diesen Wettbewerb unserer Meinung nach gewinnt und alle Unterschiede der Tarif-Varianten beider Anbieter erfahrt ihr in diesem Bericht:

Orange

Orange iPhone Tarife

Swisscom


Auf den ersten Blick fällt sofort auf, dass Orange eine weitaus höhere monatliche Grundgebühr abverlangt. Bei 99.- CHF (ca. 61 Euro) zu 55,- CFH (ca. 34 Euro) für den teuersten Tarif ist das sogar fast das Doppelte im Vergleich zu Konkurrent Swisscom. In den iPhone-Abos von Orange ist bereits alles enthalten, was es für das »iPhone-Erlebnis« braucht: Gesprächsminuten, SMS-Guthaben, extensive Datenvolumen- und WiFi-Guthaben.


Ein ausführlicher Vergleich mit klarem Sieger

Ich setzte eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten voraus. Somit zahle ich bei Orange 199,- CHF (ca. 123 Euro) und bei Swisscom 249 CHF (ca. 154 Euro) für ein 8GB iPhone 3G. Monatlich erwarten mich bei Orange 44,- CHF (ca. 27 Euro) und bei Swisscom lediglich 25,- CHF (ca. 16 Euro). Beachtet man die 30 Inklusiv-Minuten in alle Netze der Schweiz, Europa, USA und weiterer Länder bei Orange, scheint dies bloß wie ein gescheiterter Erklärungsversuch. Allerdings wird zudem die Möglichkeit geboten, drei Nummern im Fest- oder Orange-Mobilnetz zu definieren, welche man immer gratis anrufen kann. Eine Gesprächs-Stunde ins Festnetz sowie zu Swisscom-Teilnehmern kostet bei Swisscom 0,70 CHF (ca. 50 cent).

Unbeachtet der Daten- und SMS-Volumen scheint die Swisscom die Nase vorn zu haben. Doch gerade der erst genannte Punkt ist entscheidend: Während ich bei Swisscom 100MB-Datenverkehr inklusive habe, bietet mir Orange 1GB zum Surfen und diese Masse zu überschreiten bedarf einiger Arbeit. Hinzu kommen 100 WiFi-Minuten an Orange-Hotspots (ca. 1500 Stück in der Schweiz, ca. 45000 weltweit). Auf einen solchen Service verzichtet Swisscom genau so wie auf Inklusiv-SMS. Ist man noch jünger als 27 oder Student, kann man sogar von der Orange Young Option profitieren. Somit telefoniert man abends und am Wochenende gratis ins Festnetz und zu anderen Orange-Kunden und bekommt zusätzlich 30 Gratis-SMS.

Rechnet man mit einem Preis von 0,25 CHF/SMS ergibt dies bei 50 SMS einen Betrag von 12,50 CHF. Um vergleichbar zu sein sind wir statt bei 25,- CHF/monatlich auf einmal bei 37,- CHF für ein Swisscom iPhone. Nun noch die Daten in Betracht ziehen und schon wird klar:

Orange macht das Rennen – zumindest im Bezug auf Heavy-Nutzer. Wer sich mit wenig Telefonie, SMS und Datenverkehr zu Frieden gibt und eigentlich nur ein iPod mit Telefon-Option im neuen iPhone sieht, ist mit einem Swisscom-iPhone mit geringeren Kosten natürlich besser beraten. Somit wird klar: Es ist kein Wettbewerb auf selber Ebene. Die Swisscom wendet sich an traditionelle Handy-Nutzer während Orange die Chance im Bereich der viel-surfenden, oft-telefonierenden und gern-schreibenden Kunden sieht. Letztere Zielgruppe kann man auch als »Zukunft« beschreiben und somit gewinnt Orange auf Grund des Blicks nach Vorne.

PS: Wie ist das mit der Netz-Abdeckung (UMTS)?

Orange versorgt derzeit rund 95% der Schweizer Bevölkerung mit der UMTS- bzw. HSDPA-Technologie. Die Swisscom bringt es aktuell nur auf 90% Netzabdeckung.


13 Kommentare

  1. Danke schön erklärt, auch wenn ich nicht in Österreich lebe und mir das deswegen eigentlich auch völlig egal sein kann, ist es ein schöner Post :)

  2. Hi Axel ich teile deine Meinung vollkommen. Für den “Standard”-iPhone User bietet Orange sicherlich mehr. Wer einfach bloss ein iPhone will, damit er eins hat (z.B. mein Mitbewohner mit 0KB Traffic pro Monat), fährt aber wohl mit der Swisscom besser. Was die Abdeckung betrifft, lasse ich die 90% bzw. 95% mal so stehen – gefühlsmässig würde ich aber behaupten, dass die Swisscom mehr abdeckt als Orange.

    Ach und ja – wir 7 Millionen Schweizer wohnen auch nicht in Österreich ;-)

  3. Bei letzterem Punkt muss dir auf jeden Fall Recht geben, Damian: Auch wenn die beiden Länder ziemlich gleich aussehen (und das nicht mal wirklich), sollte man die Österreicher in ihrem eigenen Land lassen, craZed ;-)

    Bzgl. der Abdeckung kann ich mich nur auf Angaben der jeweiligen Netzanbieter berufen und ein Gefühl kann ich leider auch nicht mit einbringen, weil’s von Hamburg in die Schweiz “gefühlt einige” Kilometer sind. Wie schaut es denn deiner Meinung nach mit dem generellen Zuspruch zu den beiden Anbietern aus? Bei uns in Deutschland kam oft der Aufschrei “WARUM GERADE T-MOBILE?!” Ist das in der Schweiz ähnlich bzw. hat da eher Orange oder eher Swisscom die Nase vorn?

  4. Abgesehen mal davon dass Orange 95% und Swisscom 90% Abdeckung angeben. Habt ihr schon mal die Karte angeschaut? Da kann die Orange mit Swisscom nicht mithalten. Und es ist ja kein Wunder dass Orange die besseren Abos anbietet. Die hatten noch knapp 3 Tage Zeit ihre Angebote zu ändern nach der Veröffentlichung der Swisscom Preise.

  5. Dem stimme ich zu. Es wirkt, als hätte Orange gewartet bis Swisscom ihre Preise bekannt gibt, um zu erblicken, welche Zielgruppe angesprochen werden soll, und um dann die exakt andere Zielgruppe anzusprechen. Letztlich denke ich, dass Orange aber mit ihrer Zielgruppe die weitaus Größere trifft. Vielleicht war es aber auch abgesprochen? Schließlich sehe ich keinen Grund, warum die Swisscom vor Orange ans Tageslicht kommt, denn EIGENTLICH hätten auch beide am 11.07. verkünden können, oder?

  6. Danke dass ihr auch mal an die Schweizer denkt…

  7. Ich würde sagen, Orange hat die kleinere Zielgruppe, jedoch hat sie ein grösseres finanzielles Potenzial. Prinzipiell hat die Swisscom bei der Bevölkerung übrigens den besseren Ruf und auch den weitaus grösseren Marktanteil.

  8. Abgesprochen war das bestimmt nicht. Als Swisscom die Preise bekannt gegeben hat kam am gleichen Abend noch ein Mail von Orange mit irgendwelchen Infos drin zum iPhone was aber schon lange bekannt war. Die hatten wohl Angst dass sie jetzt einen grossen Teil der Kunden verlieren und mussten noch schnell was schicken um sich präsent zu zeigen.
    Allerdings hat Orange den Vorteil dass sie soweit ich mich informieren konnte, die besseren abos für jugendliche hat. Meiner Meinung nach ist dies auch eine grosse Kundengruppe die zu Orange geht. Swisscom spricht mit ihren Abos die “älteren” kunden an.

  9. Der Vergleich ist nicht mehr ganz aktuell. Die Swisscom hat inzwischen auch ein Angebot für Jugendliche unter 26, aber das nur nebenbei…

    Was ich nicht ganz so dastehen lassen kann, ist die Sache mit der Netzabdeckung. Das Netz von Orange ist nach eigenen Erfahrungen lückenhafter und wesentlich langsamer. Besonders wenn man mal keine UMTS-Verbindung hat, kann Orange nur noch mit GPRS weiterhelfen, während es bei der Swisscom flott mit EDGE weiter geht. Im Grossen und Ganzen hat die Swisscom ein durchaus besseres Netz und darf daher, meiner Meinung nach, auch ruhig etwas teurer sein! =)

  10. Ja das mit dem Jugendangebot stimmt zwar schon. Aber es wird genau nur ein Abo sein (swiss xtra liberty plus) und dazu muss man noch eine zusatzoption für 10.- nehmen. Thats it. Bei Orange gibts ja mehr zur auswahl wenn ich richtig informiert wurde auf der Hotline.
    Was den Preis anbelangt bin ich bereit etwas mehr bei swisscom zu bezahlen und dafür auf dem besseren Netz zu surfen und den viel besseren Kundendienst zu haben.

  11. In Österreich wird das iPhone 3G ja auch von 2 angeboten – wenn nicht mehr. One wird es wegen Anbindung an Orange anbieten und T-Mobile halt als Standard. Im Herbst (oder früher, da weiß man nix genau) will auch A1 (wegen Bindung an Vodafone) das iPhone anbieten …

    Vielleicht hole ich das zu weit her, aber wenn iPhone das A1 erst im Herbst anbieten will/kann, dann dürfte es wohl nicht so bald eine neue “Version” des Phones geben …

  12. Als aktiver Soldat ist es üblich, dass an etwas abgelegenen Orten nur noch die Swisscömler telefonieren, Orange und Sunrise-Handys sind tot. Aus diesem Grund hat Swisscom auch ca. 70% Marktanteil. Vom Netz her somit ganz klare Vorteile für Swisscom. Bis jetzt hat es bei der Swisscom noch nie ein Abo mit inkl. Minuten/SMS gegeben, das Geschäft ohne dies läuft immer noch zu gut. Orange muss halt krampfhaft versuchen, Kunden zu gewinnen. Ich bleibe trotzdem bei Swisscom (der Schweizer ist halt auch ein furchtbares Gewohnheitstier…)

  13. Hallo,
    Ich würde gern wissen ob es bei der Swisscom eine SMS-Zusatzoption fürs iPhone gibt. Das ist das letzte was mir noch ein Dorn im Auge ist.

    Im moment tendiere ich eher zu Swisscom weil ich vor habe meinen iTunes Account(Ap-Store) mit Swisscom Click and Buy zu finanzieren weil ich keine Credit-Karte besitze. Hat einer von euch Erfarungen damit oder weiss ob man nich auch mit einer Handynummer dort eintragen kann und nicht nur übers Festnetz?

    Zu dem 100 WLAN minuten bei Orange: Hat es nicht mal geheissen, dass Swisscom Kunden mit dem iPhone sich gratis in die Hotspots einwählen können?

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