
Letzen Herbst kam es zu einer Einigung zwischen Google und der Authors Guild sowie der Association of American Publishers (AAP). Nach dieser Übereinkunft darf nun Google Millionen der bereits eingescannten Bücher ins Netz stellen. Die Deutschen wehren sich hingegen mit Haut und Haaren gegen diese Vereinbarung.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist mit dem amerikanischen Vergleich keineswegs zufrieden und möchte alle rechtlichen Register ziehen, um die Einigung in letzter Minute noch zu kippen. Vor allem stößt ihnen die Verletzung der Auschließlichkeitsrechte der Autoren übel auf. Zudem missfällt ihnen der Registrieungszwang, den die Autoren über sich ergehen lassen müssen, um den vollen Schutz ihrer Urheberrechte zu erlangen. Darüber hinaus wird in dem Schreiben des Börsenvereins angemerkt, dass sowohl die geschaffene Datenbank von Google Books mangelhaft sei, als auch das vereinbarte Entlohnungssystem deutlich zu gering ausgefallen seien.
Am 7. Oktober 2009 setzt sich das Gericht in New York nochmals zusammen. Die Deutschen dürfen hier ihre Palette an Einwänden vortragen. Acht Wochen später könnte das Gericht schon eine Entscheidung fällen. Unterstützung für ihr Vorhaben konnten sie sich bereits in Person von Brigitte Zypries sichern. Die Bundesjustizministerin hat sich in einem Schreiben an das amerikanische Gericht gewandt, mit der Bitte den Vergeich abzulehnen oder alternativ die Entscheidung über die deutschen Autoren deutschen Gerichten zu überlassen. Weiteres Ungemach droht auch von der Open Book Alliance, die sich gegen eine weitere Monopolstellung von Google wehren möchte und Einschreiten des Justizministeriums gegen Google verlangt. Ich bin mal gespannt, ob die Amerikaner den deutschen Interessen Gehör schenken oder hier doch ganz patriotisch einem amerikanischen Unternehmen Recht sprechen werden.


