Wer hätte das gedacht? Trotz des Vormarsches der Social Media Netzwerke bleibt die gute alte E-Mail der am häufigste genutzte Kanal für Web-Empfehlungen an Freunde und Bekannte.
Zu diesem Ergebnis ist der beliebte Share-Button-Anbieter ShareThis gelangt. Seine Informationen basieren auf den Daten von 200 Millionen Klicks auf 130.000 Webseiten, wonach über 46 Prozent aller Empfehlungen per E-Mail versendet werden. Das mittlerweile mit 300 Millionen Nutzern größte Social Network Facebook wird hingegen nur von etwa 33 Prozent der User für Empfehlungen verwendet. Zusammen mit allen anderen Netzwerken erreichen die „neuen Kanäle“ gerade einmal den Anteil der E-Mail. Empfehlungen über Twitter werden ebenfalls von nur knapp 6 Prozent verwendet.
Für mich ist dieses Ergebnis einleuchtend, weil Empfehlungen häufig speziell und individuell für bestimmte Personen ausgesprochen werden, während andere Personen davon nichts erfahren oder gegebenenfalls von der Empfehlung für jemand anderen nicht unnötig belästigt werden sollen. Diese Intimität ist zwar bei Twitter ebenso möglich (vergl. Sabines Beitrag zu Twitter-Kurzbefehlen) wie bei Facebook und Co., ist aber für viele User noch nicht bekannt. Er steht bei der Wahl des Empfehlungskanals vor dem Luxusproblem, sich aus den verschiedenen Wegen einen geeigneten auswählen zu müssen. Da bei der E-Mail die meisten Erfahrungen vorhanden sind, wird dieser Weg vermutlich als der bequemste angesehen.
Die aktuellen Zahlen sind also nur eine Momentaufnahme und keine Prognose für zukünftige Empfehlungen, die weiterhin zwingend per E-Mail laufen müssen. Es bleibt vielmehr abzuwarten, wie sich diese Statistik verändert wird, sobald mehr User ihre Erfahrungen mit den Alternativkanälen gemacht haben und den optimalen Umgang mit ihnen herausgefunden haben. Wir werden es auf jeden Fall im Blick behalten.



