Entwickler: “Android ist ein Durcheinander”

Der Analyst William Power von Baird Research hat eine Umfrage unter insgesamt 250 Software-Entwicklern durchgeführt. Die Kernfrage lautete, für welches mobile Betriebssystem es am leichtesten sei, Software zu entwickeln – für Googles Android, Apples iOS oder andere wie webOS oder Windows Phone 7. 

Die Umfrage-Ergebnisse zeigten, dass mehr als 71 Prozent der Entwickler für die Android-Plattform programmieren, während 62 Prozent auf iOS unterwegs sind. Für andere Betriebssysteme wie webOS oder Windows Phone 7 waren nie mehr als 27 Prozent tätig. Wer sich wundern sollte: Dass die Prozentwerte insgesamt mehr als 100 Prozent ausmacht, liegt daran, dass Entwickler zumeist für mehr als eine Plattform programmieren, daher fällt die Gesamtsumme höher aus.

Auch wenn Android offenbar eine größere Entwickler-Community als Apples iOS für sich verbuchen kann, sind viele von ihnen nicht sonderlich zufrieden mit dem Zustand der Plattform. 87 Prozent der Befragten zeigten sich unzufrieden mit der Fragmentierung des Systems. 57 Prozent von ihnen betrachten es als großes Problem, nur 14 Prozent aller Befragten sehen kein Problem darin. Auch wenn im Augenblick der Grad der im Umlauf befindlichen Android-Versionen rückläufig und Android 2.2 auf über 63 Prozent aller Android-Smartphones installiert ist, muss weiterhin die Kompatibilität mit älteren Versionen gewährleistet sein.

Mehrere Entwickler bemängelten nicht nur die Fragmentierung der verschiedenen Android-Versionen, sondern auch der Fragmentierung der Android Märkte. Neben dem Android Market von Google ist vor einigen Wochen auch ein Appstore von Amazon ins Leben gerufen worden, weitere könnten folgen. Viele der Entwickler sprachen sich für eine vereinheitlichte Store Lösung aus, wie es sie von Apple gibt.

In Bezug auf die Sichtbarkeit der Apps in den Märkten gewinnt Apple mit seinem App Store, an zweiter Stelle rangiert Blackberry. Erst danach kommt der Android Market. Die Usability des Markets hat sich seit der Einführung des Web Stores im Januar um einiges verbessert, ob die Umfrage vor oder nach dem Launch des webbasierten Markets stattfand, ist nicht bekannt. Der neue Android Market vereinfacht die Suche nach Apps meiner Meinung nach ungemein. Allerdings ist die Menge an Müll-Apps im Market einfach zu hoch, sodass der Blick auf hochwertige Software verbaut ist.

Was die Einfachheit der Entwicklung von Software angeht, äußerten sich die meisten Programmier positiv über Apple. Allerdings ist es nach Aussagen der Entwickler um einiges leichter, für Android oder iOS zu entwickeln, als für RIMs Blackerry OS oder Nokias Symbian. Microsofts Windows Phone 7 wurde gar nicht erwähnt, obwohl es aufgrund seines “Baukasten-Systems” als relativ einfach zu handhaben gilt.

Kommen wir zu einem sehr wichtigen Faktor für Entwickler: der Bezahlung.  Hier liegt wiederum Apple vorn, gefolgt von Blackberry. Android erhält in dieser Kategorie erneut eine schlechte Bewertung. Der Grundtenor dieser Befragung deutet auf eine Grundunzufriedenheit der Entwickler mit Android hin. Dies hat offenbar mehrere Ursachen, die Google auch alle bewusst sind. Als Konsequenz daraus wurde beispielsweise bereits Android 3.0 Honeycomb unter Verschluss gehalten, um das Problem der Fragmentierung einzudämmen. Zudem wird es strengere Vorgaben für die Modifizierung des Betriebssystems geben, die Hersteller und Netzbetreiber oftmals an der Software vornehmen. Außerdem wird die Optimierung des Android-Markets fortgesetzt. Es werden noch für 2011 einige umfangreiche Erweiterungen erwartet.

Zum Weiterlesen:

- via BGR -

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