Erwischt: Facebook & Co. senden offensichtlich Nutzerdaten an Werbeunternehmen!

Facebook

Dem renommierte Wall Street Journal könnte die Aufdeckung eines großen Datenskandals gelungen sein. Es scheint nämlich so, als ob Facebook, MySpace und andere soziale Netzwerke persönliche und identifizierbare Informationen ihrer Mitglieder an die eigene Werbekundschaft weitergeleitet hat. Das Ganze geschah natürlich ohne Zustimmung.

Demnach erhielten Werbeunternehmen wie Yahoo’s Right Media und Google`s DoubleClick beim Klick auf die verschiedenen Werbeanzeigen, Benutzernamen oder ID-Nummern der Anwender geliefert, die Rückschlüsse auf einzelne Profile zulassen. Anhand dieser Daten lassen sich theoretisch (und leider auch praktisch…), persönliche Informationen über den Benutzer ermitteln. In Abhängigkeit davon wie privat ein Profil eingestellt wurde, lässt sich so rasch der Name, Beruf, Alter und Wohnort ermitteln. Bisher bestreiten die angesprochenen Unternehmen aber noch, dass man über die zusätzlichen erhaltenen Daten nicht Gebrauch gemacht hat.

Darüber hinaus berichtet das Wirtschaftsmagazin, dass seitens Facebook und MySpace die Codes, die eine Übermittlung von identifizierbaren Daten ermöglichen, umgeschrieben wurden, seitdem erste Zweifel über den laxen Umgang mit Nutzerdaten aufkamen.Das beliebteste soziale Netzwerk, Facebook, ging bei dieser Praxis der Überlassung von identifizierbaren Nutzerdaten sogar am weitesten. Beim Anklicken der Anzeige wurde nämlich nicht nur der Benutzernamen der Person übermittelt, die sich die Werbeanzeige anschauen wollte, sondern auch der Benutzernamen des Profils das zu diesem Zeitpunkt gerade angeschaut wurde.

Die Suchmaschinenriesen Yahoo und Google haben in ihren Stellungsnahmen bestritten jemals auf solche Art von personenbezogenen Daten zurückzugreifen. Hier stellt sich für mich nur die Frage, wenn niemand diese Daten haben möchte, warum werden sie dann von Facebook & Co zur Verfügung gestellt? Wenn sich diese Praxis bewahrheiten sollte, ist dies natürlich mehr als bedauerlich und zeigt nochmals wie wichtig es ist, die Einstellungen der Privatsphäre bei Facebook sorgsam vorzunehmen.

via: Mashable, Bild: Flickr/Franco Bouly


2 Kommentare

  1. Hmmm… wenn Facebook die Daten allerdings eh’ ohne Zustimmung weitergibt, dann hilft es nichts, die Privatsphär-Einstellungen ordentlich vorzunehmen. Ist dann einfach zwecklos…

  2. Ganz so “skandalös” war es dann doch nicht…

    Ich zitiere mal aus netzwertig.com: “…Das Problem mit dem Artikel: Er war in höchstem Maße unkonkret, warf verschiedene Netzwerkdienste und Praktiken in einen Topf, und bestand zu gefühlten 95 Prozent aus Informationen, die jedem, der sich nur gelegentlich mit dem Thema beschäftigt, vollkommen bekannt sein müssten…”

    Mehr dazu und zur manchmal problematischen Schwarmintelligenz: http://netzwertig.com/2010/05/21/enthuellungsgeschichte-des-wall-street-journal-schwarmintelligenz-hat-nicht-immer-recht/

    Und damit nicht nur über Facebook geschimpft wird, gleich noch eine Leseempfehlung: “Was das Internet über uns weiß!” http://www.meinungs-blog.de/was-das-internet-ueber-dich-weiss-8936

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