
Die neuen Einstellungen zur Privatsphäre bei Facebook sollten nach Aussagen der Betreiber für einen größeren Datenschutz sorgen und einen bewussteren Umgang mit der Social Networking-Plattform fördern. Das sehen das Electronic Privacy Information Center (EPIC) und neun weitere Organisationen aber ganz anders und haben aus diesem Grund nun Klage eingereicht.
Die amerikanischen Datenschützer bemängeln, dass es für die Nutzer unmöglich sei, bestimmte Teile ihres Profils auf privat einzustellen. Die Klägerseite äußert hier den Vorwurf, dass mit den neuen Einstellungen private Nutzer Informationen für jedermann zugänglich sind, obwohl sie vor den Änderungen als nicht-öffentlich eingestellt wurden. Das “transition tool”, das die Facebook-Mitglieder eigentlich bei der Überprüfung ihrer Einstellung zur Privatsphäre unterstützen sollte, verleite nach Aussagen der Datenschützer die Nutzer dazu, mehr Daten öffentlich zu stellen, indem per Vorauswahl häufig empfohlen wird die eigenen Daten mit jedermann zu teilen. Somit werden auch jene Facebook-Nutzer dazu angehalten ihre Statusmeldungen und Fotos online zu stellen, die dies zuvor nur mit ihren Freunden taten. Ein weiterer Kritikpunkt geht dahin, dass nun jedermann das Profilfoto, Heimatstadt, Freundeslisten und Fanseiten der Mitglieder einsehen kann. Unbeirrt von der geäußerten Kritik zeigt sich dahingegen Facebook selbst. Hier freut man sich darüber wieviele Nutzer ihre Daten bereits geändert hätten und ist zudem voll des Lobes über sich selbst.
Die Federal Trade Commission (FTC) wird nun also prüfen müssen, wie die neue Datenschutzfunktion bei Facebook zu bewerten ist. Ich bin gespannt wie die Justiz die neuen Einstellungen einschätzt, die für soviel Kritik gesorgt haben.

















Ein Meer an Privatsphäre…
Mehr Privatsphäre versprach Mark Zuckerberg in seinem offenen Brief auf Facebook. Gestern wurde ich mit den neuen Privatsphären-Einstellungen konfrontiert und spielte ein wenig damit herum. Das Ergebnis brachte in mir eher Ernüchterung und Verärgerung …