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Facebook: Zuckerberg erklärt die Zeit der Privatsphäre für beendet

Mark-Zuckerberg

Vor wenigen Tagen hat der Gründer der 350 Millionen Mitglieder schweren Social Network-Plattform Facebook, Mark Zuckerberg, in einem Interview ganz Erstaunliches von sich gegeben. Er sieht nämlich nichts weniger als die Privatsphäre als ein überholtes Modell an.

In dem Live Interview vor Publikum, das von TechCrunch-Gründer Michael Arrington moderiert wurde, gab er unter anderem zu Protokoll, dass er nunmehr die Nutzer-Profile per Grundeinstellung auf öffentlich stellen würde.

Die Frage bezog sich auf die geänderten Einstellungen zur Privatsphäre, die Facebook letzten Monat vollzog. Nun ist der Name, das Profilbild, Geschlecht, der Wohnort, die Netzwerke, Freundesliste und alle bestätigten Fanseiten  öffentlich zugängliche Informationen, nach der jedermann im Netz suchen kann. Vor wenigen Jahren sah die Welt der sozialen Netzwerke noch ganz anders aus. Die Privatsphäre stellte da noch ein wesentliches Merkmal von Facebook & Co. dar. Zuckerberg gab schließlich vor zwei Jahren an, dass die Kontrolle über die eigenen Daten das zentrale Anliegen von Facebook sei. Die Idee dahinter war, dass der Nutzer bereit ist einem kleinen Personenkreis, über den er die Kontrolle hat, ein größeren Einblick in sein privates Reich zu gewähren und er daher bereit ist mehr persönliche  Inhalte mit Ihnen zu teilen. Dass von diesem grundlegenden Konzept nun abgerückt werde, habe nach seiner Aussage mit der veränderten Umwelt zu tun, die nach immer mehr Öffnung des Privaten  dürstet. Facebook stellt somit lediglich ein Spiegelbild einer veränderten Gesellschaft dar.

Was Zuckerberg hier unterschlägt ist die Tatsache, dass Facebook selbst mit einen großen Einfluss auf die Gesellschaft oder zumindest auf seine 350 Millionen Mitglieder hat. Das Aufweichen des Privaten könnte ohne Mühe verhindert werden, aber natürlich steht es im Interesse aller Betreiber von sozialen Netzwerken, dass die Mitglieder möglichst viel “user generated content” produzieren. Wenn nämlich mehr Informationen öffentlich zugänglich sind, steigt für die  Nutzer schließlich die Attraktivität der Plattform. Steigende Zugriffszahlen gehen dann mit steigenden Werbeeinahmen einher.

Dieser Artikel wurde geschrieben von:

Oliver Ramm -

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