Ford SYNC im neuen Ford Fiesta 2013 im Test [Video]

In den USA nutzen bereits über 5 Millionen Fahrzeuge das Kommunikations- und Entertainment-System Ford SYNC, das auf Windows Embedded Automotive basiert – deshalb auch das “Powered by Microsoft” neben dem SYNC-Logo. Nun schickt sich Ford an, den deutschen Markt mit Ford SYNC zu erobern. Klar, dass auch der brandneue Ford Fiesta, den ich am Wochenende in Rom Probe fahren konnte, mit dem hochmodernen System daherkommen wird. Um Missverständnissen vorzubeugen, sei aber gleich an dieser Stelle erwähnt, dass es sich bei Ford SYNC um ein optionales Feature handelt, das nicht zur Serienausstattung gehört.

Was ist und was kann Ford SYNC?

Meiner Ansicht nach ist es wichtig zu verstehen, dass Ford SYNC ein dynamisches System ist, das in unterschiedlichen Ausführungen angeboten wird und dementsprechend auch unterschiedlich viel kann. In der High-End-Version mit MyFord Touch und AppLink lässt sich etwa alles via Touchscreen steuern und ihr könnt (für Ford SYNC angepasste) Apps von eurem Smartphone auf das System spiegeln. Das sind Premium-Features, die es im neuen Ford Fiesta zunächst nicht geben wird, allerdings ist geplant, zumindest AppLink als Update nachzuliefern.

Was kann nun also das Ford SYNC-System im neuen Ford Fiesta?

Der integrierte Notruf-Assistent

Ein wichtiges Thema beim Autofahren ist und bleibt die Sicherheit. Wer viel im Ausland unterwegs ist, kennt das Problem: nicht überall kommt man im Notfall mit Deutsch und Englisch weiter. Überhaupt kann es je nach Schwere des Unfalls den Insassen unmöglich sein, noch einen Notruf abzusetzen. Hier kommt der integrierte Notruf-Assistent von Ford SYNC ins Spiel, der sich automatisch aktiviert, sobald bei einem Unfall die Airbags ausgelöst werden und/oder die Kraftstoffzufuhr zum Motor automatisch unterbrochen wird.

Im nächsten Schritt wird der Rettungsdienst in der jeweiligen Landessprache kontaktiert und der genaue Standort des Fahrzeugs via GPS-Koordinaten übermittelt. Der Notruf-Assistent unterstützt 26 Sprachen, die in insgesamt 40 europäischen Ländern gesprochen werden.

Musikwiedergabe

Ford SYNC ist Kommunikations- und Entertainment-System zugleich, somit spielt natürlich auch das Thema Musikwiedergabe eine wichtige Rolle. Audioplayer (iPod, iPhones, Android-Smartphones, etc.) lassen sich via 3,5-mm-Klinkenstecker, USB oder Bluetooth mit dem System verbinden und über die Lautsprecher des Fiestas wiedergeben. In meinem Test war ein iPhone via Bluetooth mit Ford SYNC verbunden, so dass die Steuerung via Spracherkennung möglich war.

Die Idee dahinter: ihr müsst während der Fahrt nicht mehr auf das Display eures Smartphones schauen, um bestimmte Musiktitel auszuwählen, sondern sagt dem System, was ihr hören wollt. Das funktioniert mit den Künstlernamen ebenso wie mit dem Titel des Songs oder des Albums. In der Praxis klappt das im Regelfall auch ganz gut, aber je komplizierter und unbekannter die Bands und Titel werden, desto höher wird auch die Fehlerquote.

Falls ihr eure eigene Musik mal nicht erkennt, könnt ihr Ford SYNC natürlich auch fragen, was gerade läuft ;)

Hinter der Spracherkennung/-synthese steckt folgendes Konzept:

Anrufe und Kurznachrichten

Sobald ihr euer Smartphone via Bluetooth mit Ford SYNC verbunden habt, kann das System (auf Wunsch) auf eure Kontakte zugreifen, Anrufe tätigen und entgegennehmen, aber auch eingehende SMS vorlesen und mit vorprogrammierten Sprach-/Textbausteinen beantworten. All diese Funktionen lassen sich ebenfalls über Sprachbefehle steuern, was mir persönlich in diesem Bereich noch viel wichtiger ist, als bei der Musikwiedergabe. Das lästige Durchblättern des Adressbuchs auf dem Display gehört damit der Vergangenheit an.

Der USB-Anschluss

Viele Funktionen von Ford SYNC setzen eine Bluetooth-Verbindung voraus, weshalb dem USB-Anschluss, der sich im unteren Teil der Mittelkonsole des neuen Ford Fiestas befindet, eine wichtige Rolle zukommt: das Aufladen des Akkus während der Fahrt. Das ist natürlich so oder so praktisch, Bluetooth hin oder her. Wer nur Musik wiedergeben möchte, kann dies selbstverständlich auch ausschließlich via USB tun, ohne Bluetooth zu aktivieren.

Darüber hinaus dient der USB-Anschluss noch zur Installation von Updates via USB-Stick, denn ihr wisst ja: Ford SYNC ist ein dynamisches System und wird ständig erweitert.

So, und jetzt noch mal alle Funktionen von Ford SYNC im neuen Fiesta im Überblick:

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Fazit

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Ford SYNC ein gelungenes Konnektivitätssystem ist, das Smartphone und Auto vernetzt und eine komfortable Steuerung via Sprachbefehle ermöglicht. Natürlich gibt es da noch so einige Funktionen, die wünschenswert wären (AppLink, MyFord Touch), aber man darf eben nie aus den Augen verlieren, dass das alles Premium-Features sind und der Fiesta “nur” ein Kleinwagen ist, bei dem gerade der Preis eine wichtige Rolle spielt. Ein Blick zur Konkurrenz zeigt ohnehin, dass Konnektivitätslösungen oftmals noch bis in die Mittelklasse hinein komplett fehlen.

Falls sich der ein oder andere gefragt hat, ob es keine integrierte Navigationsfunktion gibt, so lautet die Antwort: in der hier vorgestellten Version von Ford SYNC nicht, sie kann aber optional dazu gekauft werden. Der Hintergedanke: viele Nutzer haben inzwischen bereits auf ihrem Smartphone eine Navigationssoftware installiert und wollen nicht zwangsläufig erneut dafür Geld ausgeben.

Was haltet ihr von Ford SYNC und der Idee dahinter?

Ford Fiesta (2013) mit EcoBoost-Motor: Probefahrt in Rom from Frank Feil on Vimeo.

Frank Feil

Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.

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Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.