Google ist unzufrieden mit dem Android Market – umfangreiche Überarbeitung folgt noch 2011

Der Android Market ist bei weitem nicht so erfolgreich wie der App-Store von Apple. Zwar steigt die Anzahl der User des mobilen Betriebssystems, die Anzahl der Käufe über den Market steigen allerdings kaum an. Der Manager der Software-Plattform Eric Chu ist sich dessen bewusst und wird noch im Laufe dieses Jahres einige Änderungen anstoßen.

Gegenüber Oliver Chiang vom Forbes Magazine sprach Chu über die Pläne für die Überarbeitung des Android Markets. Bei konkreten Fragen konnte, oder durfte er jedoch keine klaren Ansagen machen und antwortete offenbar sehr oft mit „stay tuned“. Was Chu zu Protokoll gab waren dennoch einige interessante Punkte:

In-App Bezahlsystem:

Wie im Apple Store, wird es noch in Laufe dieses Quartals möglich sein In-App-Käufe vorzunehmen. Mit dieser Methode können Entwickler beispielsweise Add-Ons zu Spielen und dergleichen direkt innerhalb einer App verkaufen. Der Download einer zusätzlichen App ist  nicht notwendig.

Bezahlung per Handy-Rechnung:

Google arbeitet daran, Kooperationen mit Mobilfunkbetreibern auszuhandeln, um App-Käufe über die Telefonrechnung abrechnen zu können. Im Dezember letzten Jahres hat Google für diese Art der Bezahlung bereits den US-amerikanischen Provider AT&T verpflichten können. Durch diese Art der Rechnungstellung wird es für den User eindeutig einfacher als bisher. Zumal Google es immer noch nicht geschafft hat PayPal in den Android Market zu integrieren, obwohl dies schon seit längerer Zeit im Gespräch ist.

Verbesserung des Market durch Kuratierung:

Der Android Market enthält viele Apps, die den Richtlinien des Marktes widersprechen. Um dies zu optimieren, werden in Zukunft mehr echte Menschen daran arbeiten, diese zu finden und zu entfernen. Darüber hinaus wird der Ranking-Algorithmus überarbeitet, mit dem es Usern erleichtert wird, die besten Apps zu finden.

„Getting Social“:

Chu sprach auch von Erweiterung sozialer Komponenten. In diesem Kontext erwähnte er, dass Entwickler Zugriff auf das Android-Adressbuch besitze und diesem einem Social Graph zuführen werde. Klingt interessant, solange die User damit einverstanden sind und Google nicht wieder die gleiche Dummheit wie bei Google Buzz bauen. Ich frage mich allerdings, was das mit dem Android Market zu tun hat.

HTML5:

Über den neuen Webstandard HTML5 durfte Chu offenbar nicht viele Worte verlieren. Er sagte lediglich, dass Android-Apps in Zukunft per HTML5 geschrieben werden können.

Interessant, dass Google gerade jetzt Anstalten macht, den Android Market umkrempeln zu wollen. Der App Store von Apple konnte am Wochenende seinen 10 milliardsten Download verzeichnen. Dennoch, es ist an der Zeit den Android Market übersichtlicher zu gestalten und mehr auf Qualität zu setzen. Zahlung via Paypal finde ich auch sehr reizvoll…

[via engadget]

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. 3 Dinge braucht der Market:
    1. Eine Filterfunktion für die ganzen asiatischen Apps bzw. generell ein Filter für Apps nach Sprache
    2. Der Market sollte speichern, welche Apps gekauft UND welche kostenlos geladen wurden.
    3. Der Market sollte auch via normalem Internetbrowser zugänglich sein und die gekauften Apps im Google Konto einsehbar sein.

    1. sorgt dafür, dass gute Apps nicht in der Masse für einen selbst brauchbaren Apps untergehen und 3. sorgt dafür, dass die Anbieter die Apps besser präsentieren können und damit auch eine bessere Werbung erzielen.

    Viele Entwickler wehren sich gegen kostspielige Entwicklungen wegen der großen Fragmentierung. Tatsache ist, dass inzwischen die meisten Geräte auf 2.x oder sogar schon auf 2.3 laufen. Auch brauchen viele Apps keine enormen Anforderungen, so dass man es nicht auf die Leistung der Geräte schieben kann. Letztlich muss aber jemand auf den Anfang bei der Entwicklung von grafisch aufwändigen Spielen machen. Da heißt es immer, dass Android iOS den Rang ablaufen wird. Aber bevor nicht irgendwelche tollen Spiele für Android in großer Zahl verfügbar sind, sind die die meisten Kunden auch nicht bereit, die teuersten und damit leistungsfähigsten Android Phones zu kaufen.

    Damit wäre wir wieder beim Market. Im Appstore von Apple wird sicherlich der größte Umsatz mit Spielen gemacht. Kann man die Hersteller nicht überzeugen, dass sie ein Angebot an guten Spielen erschaffen, so dass die Kunden bessere Handys kaufen, wird man mit dem Umsatz des Appstores nicht mithalten können.

  2. Die sollen Google Checkout endlich auch ohne Kreditkarte zugänglich machen!
    Dann würde ich mir auch Apps kaufen! (Und ich denke mal das geht vielen anderen Deutschen ohne Kreditkarte genauso!)

  3. Dem Android Market fehlen Zahlungsmöglichkeiten, die jedem offenstehen. Ich besitze weder Kreditkarte, noch habe ich PayPal. Handyrechnung wäre wohl die beste Lösung, das müsste Google doch packen.

    • Ich denke Handyrechnung wird recht aufwändig sein, da da mit den Anbietern verhandelt werden muss. Paypal oder meinetwegen auch Click&Buy sollte man aber von den Kunden erwarten können. Vor allem weil die Nutzung nichts kostet.

  4. Ich glaube ja, Googles Hauptproblem ist nicht die Anzahl der Apps und Downloads sondern der Umsatz, den sie (in Vergleich zu Apple) damit machen. Im Android-Market ist der Anteil an kostenlosen Apps (tolle wie miese) erheblich höher, schon wegen der Open-Source-Kultur rund um Android.

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  12. Ich habe ein HTC Desire HD. Es hatte Software-Macken. Ich konnte z.B. damit über „Kontakte“ nicht telefonieren und die Liste „Telefon“ war merkwürdigerweise kleiner als die Kontakte-Liste. Es fehlten unter „Telefon“ jede Menge Einträge. Den Fehler schilderte ich der HTC-Hotline. Die hatten keine Erklräung. Die sagten mir, vielleicht würden die Fehler mit einem Android-Update auf 2.3 beseitigt. Ich solle es runterlafen mit meinem HTC DesireHD. Eine andere Form des downloads gäbe es nicht. Gesagt getan. Dauerte 20 Minuten. Aber die Frage, was dieses Update auf 2.3 alles bereinigt, konnte mir bei HTC Deutschland niemand sagen. Hat eineer eine Ahnung wozu dieses Update 2.3 dient?
    Danke Günther Classen, Düsseldorf

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