HowTo: In drei Schritten seine Facebook Privatsphäre zurückgewinnen.

Privatsphäre

Die allgegenwärtige Social Plattform Facebook hat vergangenen Dezember einige umstrittene Änderungen hinsichtlich der Einstellungen zur Privatsphäre unternommen. Einst hatte das Unternehmen den Schutz der Privatsphäre noch exklusiv für sich gepachtet. Schließlich hatten nur die Studenten der US-Elite Unis Zugang. Nunmehr scheint man mit offeneren Plattformen wie Twitter mithalten zu wollen. Jedermann sollte daher seine Privatsphäre-Einstellungen überprüfen.

Diejenigen User, die ihre Privatsphäre-Einstellungen vor den Facebook-Änderungen im  Dezember vornahmen, müssen sich eigentlich keine Sorgen machen, sofern sie die persönlichen Einstellungen beim so genannten Facebook-Übergangstool beibehalten haben. Vermutlich und bedauerlicherweise werden einige Nutzer aber den empfohlenen Einstellungen des Tools gefolgt sein, ohne dabei genau zu wissen, was sie dort bestätigt haben. Manche werden jetzt verblüfft sein, dass sie Facebook damit aus Versehen das Recht eingeräumt haben, die persönlichen Daten inklusive Status-Meldungen, Fotos und gemeinsame Links zu veröffentlichen.

Alle, die darauf keine Lust haben und ihr Online-Leben wieder etwas privater gestalten wollen, sollten sich daher unsere Anleitung durchlesen.

1.Wer hat Zugriff auf meine Daten (Status, Videos, Photos)?

Die wichtigste Neuerung ging sicher mit der Änderung des Status Updates einher. Schließlich ist die neue Standard-Einstellung auf „Alle“ gestellt und damit meint Facebook auch wirklich jeden. Sollte man dieser Voreinstellung Folge geleistet haben, dann hat die Plattform nun die Möglichkeit die Posts, die man mit anderen Mitgliedern  teilt, öffentlich verfügbar zu machen. In Abhängigkeit von den gewählten Sucheinstellungen hat Facebook nunmehr auch die Möglichkeit die Information an Suchmaschinen wie Google weiterzuleiten.

Wer es nun gerne wieder etwas privater hätte, der gehe wie folgt vor:

  1. Von der eigenen Profil- oder der Startseite steuert man mit seiner Maus auf das Feld „Einstellung“, das sich oben rechts befindet. Hier wählt man dann „Privatsphäre“ aus.
  2. Auf der nächsten Seite „Profil Information“ wählen
  3. Hier zu der Einstellung „ Beiträge von mir“ wechseln. Dies umfasst die Links, Notizen, Status-Updates, Bilder und Videos
  4. Änderungen über die Drop-Down-Box vornehmen, die auf der rechten Seite positioniert ist. Ratsam ist hier die „Nur Freunde“- Einstellung. Damit ist nämlich sichergestellt, dass nur diejenigen Personen ihre Informationen auch lesen dürfen, die Sie auch ausdrücklich ihrer Freundesliste hinzugefügt haben.

Facebook-Privatsphäre-2

2. Wer kann meine persönlichen Infos lesen?

Ein Teil des eigenen Profils hat Facebook als persönliche Informationen deklariert. Hierunter finden sich aber lediglich Angaben zu den persönlichen Interessen und Aktivitäten. Die anderen, doch deutlich privateren Daten, werden nicht unter den „persönlichen Informationen“ zusammengefasst. Zu nennen wären hier unter anderem die Informationen, ob man sich in einer Beziehung befindet oder welche politische Einstellung man vertritt. Nachdem die Privatsphäre-Einstellungen im vergangenem Monat verändert wurden, verwendet Facebook  für diese Informationen  nun die Einstellung “Alle” (bei Fragen zum Familien- und Beziehungsstatus) oder die Einstellung “Freunde von Freunden” (die Sichtbarkeit des eigenen Geburtstags, sowie die der religiösen und politischen Ansichten betreffend). Je nach persönlichem Gusto lässt sich jedes dieser Felder nach Wunsch anpassen. Man möchte fast wetten, dass die Mehrheit sich bei der Sichtbarkeit die Option “Nur Freunde” wünschen. Sollte dies der Fall sein, so geht man hierfür folgendermaßen vor:

1. Wieder „Privatsphäre“ unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ wählen

2. “Profil-Information” aus der Liste anklicken.

3. Hier lassen sich nun “Geburtstag”, “religiöse und politische Ansichten” und “Familie und Beziehung”  individuell anpassen. Die Einstellungen “Nur Freunde” ist hier absolut zu empfehlen, vor allem vor dem Hintergrund, dass diese persönliche Informationen, häufig für einen Identitätsdiebstahl genutzt verwenden.

4. Sollte man sich hingegen  für die Einstellung „Freunde von Freunden“ entscheiden, was sich zu Beginn noch denkbar harmlos anhört, sollte man Folgendes dabei bedenken. Hier handelt sich weiterhin um einen Fremden. Der Kreis der “Freunde von Freunden” kann gigantische Ausmaße annehmen, wenn man bedenkt, das viele Facebook-Nutzer mittlerweile Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Personen in ihren Freundeslisten versammelt haben. Man selbst kann natürlich nicht wissen, wer hier alles aufgenommen wurde. Schon ein nicht so selektionsfreudiger Freund im eigenem Netzwerk reicht schon aus, und man gewährt unangenehmen Personen Zugang zu den eigenen Informationen.

Facebook-Privatsphäre-1

3. Was Google und Co. so alles sehen kann -  mache deine Daten wieder sicher!

Sollte man bei der Suchfunktion das Kontrollkästchen „Zulassen“ aktiviert haben, so kann Google sämtliche Informationen indizieren, die für „Alle“ freigegeben wurden. Hier erkennt man nun auch, warum die diskutierten Privatsphäre-Einstellungen von Wichtigkeit sind. Sollte man sich nämlich zu den Änderungen an verschiedenen Bereichen durchringen, würde man einiges mit den Suchmaschinen teilen. Höchstwahrscheinlich mehr Informationen als einem Lieb und Recht ist. Um seine Informationen aus den Suchmaschinen zu bekommen, geht man am besten wie folgt vor:

1. Von Ihrer Profilseite wieder zu den “Einstellungen” am oberen Rand rechts. Hier den Punkt “Privatsphäre” aus der Liste auswählen.

2. Auf der nächsten Seite “Suchen” aus der Liste wählen

3. Bei der folgenden Seite deaktivieren Sie nun das Kontrollkästchen “Zulassen”, neben “Öffentliche Suchergebnisse“. Das hält alle öffentlich freigegebene Informationen (Produkte zum sichtbaren von “Jeder”) aus der Suchmaschinen eingestellt. Wenn man nun sehen möchte, wie das Endergebnis aussieht, klickt  hierfür auf  den “Vorschau anzeigen”-Link.

Facebook-Privatsphäre-3

Die Überprüfung dieser drei angesprochenen Einstellungen gehören aus meiner Sicht zu den Wichtigsten und nehmen in ihrer Überprüfung kaum mehr als 5 Minuten in Anspruch. Dass sich diese Zeitinvestition schnell bezahlbar machen kann wird klar, wenn man bedenkt, dass immer mehr Personalabteilungen aktiv nach Inhalten von sozialen Plattformen der Bewerber Ausschau halten. Zudem verpasst es einem ohnehin ein komisches Gefühl, wenn jedermann Zugang zum eigenen Reich  haben sollte, oder etwa nicht?


2 Kommentare

  1. [...] Ministerium möchte zusätzlich Verschlechterungen in den Privatsphäre-Einstellungen, wie dies im Dezember bei Facebook geschehen ist ,verhindern und verbieten, dass Unternehmen den Nutzern empfehlen, möglichst offene [...]

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