[IFA 2016] Nubia Z11 Smartphone mit randlosem Bildschirm gelauncht – Ein erster Eindruck

Nubia. Noch nie davon gehört? Nubia ist eine Ausgründung und Tochter von ZTE. Das Verhältnis ist in etwa vergleichbar mit dem von Honor und Huawei. Wobei Nubia hier die Premium-Marke ist. Das Nubia Z11 ist nun das neue Flaggschiff von Nubia und kam mit der IFA auch auf den europäischen Markt.

nubia Z11

Wer sich bei ZTE die Blade-Serie ansieht, wird die Verwandschaft durchaus erkennen, auch wenn der Homebutton-Ring bei Nubia rot statt blau ist. Doch das Z11 besticht natürlich durch den Bildschirm, der randloser nie war. Das ist ein 5,5-Zoll Bildschirm in einen 72,3-mm-breiten Gehäuse. Man hat hier einen 5,5-Zoll-Bildschirm in einem typischen 5″-Gehäuse. Die 2.5D-Biegung des Deckglases tut ihr Übriges, um den Eindruck von naht- und randlosem Design zu vermitteln. Nubia selbst nennt dies aRC 2.0:

Nubia Z11 - aRC 2.0

Das Display endet tatsächlich direkt am Rahmen und hat links und rechts keinerlei Rand. Die Wölbung und die Randlosigkeit werden direkt für „Edge-Gesten“ verwendet. Quasi eine Minivariante der Möglichkeiten, die bei den Edge-Geräte von Samsung möglich sind. Die wohl nützlichste Geste ist das gleichzeitige Wischen entlang beider Kanten, denn damit lässt sich die Helligkeit des Displays intuitiv regeln. Wischt man an einer Kante nach oben, wechselt man zur letzten App.

Nubia Z11 - nubia UI 4.0 mit FiT 2.0

Wischt man von links oder rechts langsam in die Mitte kann man direkt zu einem Homescreen springen. Wischt man schnell hoch und runter, löscht man alle geöffneten Apps aus dem Speicher. Ein Doppeltap auf die Kante entspricht dem Zurück-Button. Im Prinzip legt man in der Nubia UI sämtliches Multitasking in die Edge-Gesten. Nubia nennt das FiT 2.0. Leider kommt den Gesten die Randlosigkeit oft in die Quere – da man das Nubia Z11 auch noch anfassen muss löst man Gesten viel zu oft ungewollt aus.

Doch das Nubia Z11 kann mehr als nur hübsch aussehen, es fässt sich auch super an. Der komplette Körper aus einer 6000er Alulegierung fühlt sich warm und samtig an. Gorilla Glas auf der Oberseite und eine Dämpfungsschutzschicht zwischen Glas und Rahmen sollen gegen versehentliche Stürze absichern. Unten befindet sich der USB-C-Port mit QuickCharge 3.0 zwischen Mikrofon (links) und Lautsprecher (rechts).

Nubia Z11

Die nubia UI 4.0 erinnert sehr stark an Huaweis Emotion UI und ist dementsprechend ähnlich aufgebaut. Es gibt standardmäßig keinen Appdrawer und alle Apps landen auf Homescreens (s.u. links). Das muss man natürlich mögen. Andererseits werden in der nubia UI auch sehr interessante Dinge möglich. Zum Bespiel lassen sich zwei Instanzen ein und der selben Anwendung installieren und parallel laufen. Für Apps die keine integrierte Multi-User-Lösung anbieten ist das u.U. sehr hilfreich. Weiterhin gibt es einen Split-Screen-Modus (s.u. rechts). Die LED um den Homebutton ist gleichzeitig für Benachrichtigungen und den Ladezustand da.

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Audiotechnisch hat man sich bei Nubia auch nicht lumpen lassen. Ein 32-bit HiFi-Chipset von Asahi Kasei aus Japan und ein visueller Dolby Atmos Equalizer (Lautstärkeausgleich, Dialogverstärker, Surround-Sound-Virtualisierer – für Kopfhörerbetrieb) erhöhen den Musikgenuss. Hi-Res-Audio-FLACs sind kein Problem für das Gerät. Leider sortiert die vorinstallierte MP3-Player-App (s.o. Mitte) Songs auch innerhalb eines Albums alphabetisch und es gibt keine andere Ansicht.

Nubia Z11 - unten

Nubia hat insbesondere bei der Kamera und der eigenen Kamerasoftware ganz schön auf die Pauke gehauen. Technisch handelt es sich um einen 16-Megapixelsensor von Sony, den Exmor RS IMX298. Ihm vorgeschaltet ist ein Linsensystem mit sechs Linsen und optischem Bildstabilisator (OIS). Abgedeckt wird es durch einen Saphirkristall, der als Blaufilter dient. Die Blende ist mit f/2.0 nicht die lichtstärkste (f/1.8 ist in den aktuellen Flaggschiffen angesagt), aber das heißt ja noch nichts.

Nubia Z11 - Kamera

Leider vergleichen sie ihre Smartphonekamera zu oft mit einer DSLR – einem hochspezialisierten Gerät – und das sollte man auch mit den aktuellen Fortschritten bei der Smartphone-Fotografie nicht tun. NeoVision 6.0, ihr System aus Software und Bildprozessor, kann im Nubia Z11 angeblich Langzeitbelichtungen bis 72 Sekunden aus der hohlen Hand heraus ermöglichen. Die Kombination aus OIS, HIS (Hand-held Image Stabilisation) und EIS (Electronic Image Stabilisation) macht es möglich.

Nubia Z11 - Front

Die Kamera-App ist tatsächlich hinreichend komplex, inklusive zuschaltbarer Wasserwaage am Auslöser. Acht Live-Effekte stehen zur Verfügung und auch ein Pro-Modus. Fokuspunkt und Belichtungsmesser können separat voneinander gesetzt werden. Hinter „Kamera-Familie“ verbergen sich dann die über die Zeit hinzugewonnen Fähigkeiten von NeoVision. Mehrfachbelichtungen, Lichtzeichnungen, Langsamer Verschluss, Sternspuren, Klonkamera, DNG-Modus, kurze Videos, eine Leuchtspuraufnahme und volle Kontrolle über die elektronische Blende können hier verwendet werden. Leider fehlt so etwas wie ein ausführliches Tutorial zu jeder Option, so dass ich für meinen Testbericht viel auszuprobieren habe. Hier ein paar erste Testbilder:

Mit dem Snapdragon 820 und 4 GB RAM muss sich das Nubia Z11 hinter den aktuellen Geräten der anderen Hersteller nicht verstecken. Es verhält sich z.B. ganz ähnlich wie das LG G5.

Ausstattung

  • Farben: Schwarz/Gold, Silber, Grau, (Gold, Roségold)
  • Prozsessor: Qualcomm Snapdragon 820 – MSM8996 – (2x 2,0 GHz + 2x 1,6 GHz), Kryo, 14-nm-Prozess, 64 bit, Adreno-530-Grafikprozessor (620 MHz)
  • Speicher: 6 GB RAM (Schwarz/Gold, Roségold) oder 4 GB RAM (Silber, Grau, Gold) + 64 GB ROM (erweiterbar mit microSD bis 200 GB)
  • Maße: 151,8 x 72,3 x 7,5 mm
  • Gewicht: 162 g
  • Kameras: Rückkamera – 16 MP, rückwärtig beleuchteter Bildsensor, Saphirglas IR-Filter, hochtansparente organische Glaslinse, Linse mit sechsteiligem Motor, f/2,0 Blende, OIS, NeoVision 6.0 | Frontkamera – 8 MP, rückwärtig beleuchteter Bildsensor, Saphirglas IR-Filter, fünfteilige Linse, f/2,4 Blende, 80° Weitwinkel, Skin Retouching 2.0
  • Bildschirm: 5,5″ mit FullHD (1920 x 1080), 403 ppi, Farbsättigung 96%, Leuchtdichte 500 cd/m², Gorilla Glass 3, randlos
  • Funk: LTE, WLAN 802.11 b/g/n/ac (5 GHz & 2,4 GHz), Bluetooth 4.1 mit BLE
  • System: Android 6.0.1 Marshmallow mit nubia UI 4.0
  • Audio: AKM4376 Chipset (32-bit), Smart PA Dolby Surround 7.1, Hi-Fi, Dolby Decoding
  • Akku: 3.000 mAh
  • Lieferumfang: Nubia Z11, Netzteil, USB-C-Kabel, USB-C-auf-Mikro-USB-A-Adapter, SIM-Tool, Nubia Earphones

Nubia Z11 - Lieferumfang

Offiziell sind für Deutschland drei Nubia Z11 gestartet – Silber und Grau mit 4 GB RAM & Schwarz/Gold mit 6 GB RAM. Im eigenen Onlinestore gibt es aber auch Gold (4 GB), Roségold (6 GB) und eine Signature-Edition, der Brand-Ambassador Christinao Ronaldo seine Unterschrift gegeben hat. Bei Amazon (via Button unten) gibt es derzeit nur Silber und Grau von einem einzigen Drittanbieter für je 499 Euro (EVP). Ordert man im eigenen Onlinestore, kommt man mit Versand nach Deutschland auf 468,07 Euro. Die sehr elegante Schwarz/Gold-Variante ist derzeit leider nicht lieferbar.

Neben dem Nubia Z11 gibt es auch noch eine kleinere und eine größere Variante – Nubia Z11 Mini (5″) und Nubia Z11 Max (6″). Beide sind günstiger als das Nubia Z11, da hier günstigere SoCs zum Einsatz kommen. Offiziell ist nur das Nubia Z11 Mini in Deutschland gelauncht, über den eigenen globalen Store lässt sich aber auch das Große ordern.

weiterführender Link: Nubia-Produktseite

Michael S.
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Michael S.

Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.
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