Im Test: LG Flatron W2286L das Ergebnis (Teil 2)

Mehrere_Bilder_LG

Für eine ganze kleine Weile hatte ich netterweise von LG den Monitor LG Flatron W2286L vor die Nase gestellt bekommen. Dort, wo eben ein Monitor hingehört: auf den Schreibtisch. Die Testphase geht zu Ende und nun möchte ich euch die Ergebnisse natürlich nicht vorenthalten.

In einem kurzen Artikel auf STEREOPOLY habe ich ja schon geschildert, dass der LG eingezogen ist. Dabei handelt es sich nicht um irgendeinen von LG, sondern den ersten Monitor von LG mit LED Hintergrundbeleuchtung. Da der W2286L vorübergehend bei mir “gewohnt” hat, konnte ich mir die Features dieses Monitors genau angucken. Außerdem war so natürlich ein Langzeittest möglich. Wir haben also richtig den Alltag miteinander geteilt. Auch in einer Partnerschaft merkt man ja erst nach einiger Zeit die Macken des Anderen. Bei Elektrogeräten ist es ähnlich. Die Details fallen erst nach längerem Hinsehen auf und nicht in einem Test, der nur ein paar Stunden dauert.

Das Grundlegende: Anschlüsse und Kabel

Geliefert wurde der Monitor in einem schlanken Karton. Alles war sehr sicher verpackt, um mögliche Kratzer zu vermeiden. Der Fuß musste vorerst an den Monitor geschraubt werden. Das gelingt ganz einfach über eine kleine Schraube unten am Fuß des Monitors. LG verzichtete auf eine VESA-Befestigung – schade. Für den Anschluss des Monitors liefert LG den W2286L mit einem D-Sub VGA-Kabel für den analogen Anschluss und mit einem DVI-Kabel für den digitalen Anschluss aus. Außerdem gehört ein externes Netzteil dazu, die Garantiebestimmungen und eine CD mit dem Treiber, dem Frontmanager und der Bedienungsleitung (englisch). Ich habe noch nie mehr gebraucht, um einen Monitor anzuschließen. Wie auf dem Bild zu sehen ist, verfügt der Monitor über alle wichtigen Anschlüsse und es blitzen sogar 2 HDMI-Ports auf. Dafür gibt es in jedem Fall einen Pluspunkt. Ich habe den Monitor über den DVI-D-Anschluss genutzt als Hauptmonitor von zwei Monitoren.

LG_Anschluss

Optik und Design

Im Mittelpunkt hier steht also der LG W2286L. Ich konnte ihn mir jetzt mehrere Wochen anschauen und muss sagen, ich finde ihn immer noch sehr attraktiv. Klavierlack ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich finde es einfach schick. Der Staub setzt sich allenfalls auf den Fuß ab. Dieser W2286L stand neben einem anderen Monitor und hatte auch nicht mehr Staub auf dem Fuß als der andere. Also abstauben muss man alle! Dann staube ich doch lieber so einen schicken Monitor wie diesen ab. Vor allem der rote Reflex im Fuß, den sieht man auf den Fotos sehr gut, hat es mir angetan. Und die tropfenförmige Powerleuchte spielt mit dem Rot aus dem Fuß und kommt daher wunderbar zur Geltung. Durch die eingebauten LEDs ist der W2286L von der Seite sehr schmal und wirkt unheimlich elegant. Ein großes Plus für die Optik.

LG_Fußansicht

Design und Stabilität

Noch einen Absatz über Design und Stabilität: Ich fand schon zu Beginn, dass der Fuß im Verhältnis zum Gesamtmonitor sehr schlank wirkt. Wenn ich gegen den Tisch stieß, kam es öfter vor, dass der Monitor leicht wackelte. Das war kein übermäßig dolles Wackeln, aber im Vergleich zum Nachbarmonitor eine deutlichere Bewegung. Auch die Neigungseinstellung empfand ich instabiler als bei anderen Monitoren und mit 5 Grad nach vorn und circa 15 Grad nach hinten ist es zwar gut, aber auch nicht übermäßig. Positiv hingegen ist, dass der Monitor größer als seine realen 22-Zoll wirkt, doch gerade deswegen müsste seitens LG auf mehr Stabilität gesetzt werden. Für die Stabilität gibt es leider kein Plus. Die Verarbeitung vom Rahmen wirkt jedoch sehr stabil. Der Rahmen ist kratzfest, er hat keine scharfen Kanten und Öffnung für ungewollte Gäste wie beispielsweise die Gewitterfliege.

Das Datenblatt des LG W2286L:

DatenblattLG_W2286L

Eindruck der Bildqualität

Die einzelnen Angaben aus dem Datenblatt klingen nach mehr: LED-Backlight, eine dynamische Kontrastrate von 2.000.000:1 kombiniert mit einer Reaktionszeit von 2 Millisekunden: Das hört sich wirklich gut. Um es zu verdeutlichen, beschreibe ich eine kleine, aber wahre Anekdote aus der letzten Zeit. Ein Kollege gab mir einen Artikel zum Korrigieren. Ein Artikel mit einem Pressebild und einem Text. Ich öffnete den Artikel und wunderte mich: Auf dem Bild befanden sich einige Schatten, die man ohne Probleme korrigieren konnte. Also fragte ich ihn, warum er das nicht gemacht hätte. Mein Kollege fragte: “Welche Schatten?”. Ich überprüfte es, und tatsächlich – die Schatten waren auf dem anderen Monitor nicht zu sehen.

Hier zeigt das integrierte LED-Backlight auf jeden Fall seine Stärke. Dies macht sich auch dann bemerkbar, wenn man viel und lange am Bildschirm sitzt und liest. Die hohe Kontrastrate und der helle Hintergrund wirken sich sehr positiv auf das Arbeiten aus und erleichtern das Lesen. Im “normalen” Office-Bereich bringt der 2286 also volle Leistung und ein bisschen mehr.

Ansicht aus verschiedenen Blickwinkeln

Es handelt sich bei dem LG w2286L um einen Monitor mit einem TN-Panel. Kenner wissen bescheid: TN-Panel sind die eher günstige Variante gegenüber PVA- oder IPS-Panels. Ein Nachteil von TN-Panels ist, dass sie aus einem seitlichen Blickwinkel das Bild verzerren beziehungsweise der Kontrast leidet. LG gibt den Blickwinkel mit 170° für horizontal und vertikal an. Das ist für einen TN-Panel sehr hoch. Ganz so hoch ist der Blickwinkel aber nicht. Der Kontrast nimmt von einem äußeren Blickwinkel ab und es entsteht ein typischer Gelbstich. Allerdings muss dafür der Blickwinkel schon sehr hoch sein. Von (sehr weit) unten entsteht am Rand der sogenannte Negativeffekt. Von oben bleibt das Bild subjektiv gesehen gut. Also gegenüber seinen TN-Panel-”Kollegen” ist der LG im Vorteil, aber gegenüber einem Monitor mit PVA oder IPS schneidet er schlechter ab.

Helligkeit und Farbwiedergabe

Der Monitor hat laut LG eine Helligkeit von 250 cd/m². Doch der Monitor erreicht einen höheren Helligkeitswert und im Gegenzug einen relativ niedrigen Wert. Das Spektrum der Helligkeit ist somit sehr groß. Ein Wert von circa 200 cd/m² reicht für einen gute Helligkeit bei einem Monitor aus. Da die meisten Monitore über einen solchen Wert verfügen, ist dieses Kriterium nicht unbedingt entscheidend. Die LED-Hintergrundbeleuchtung trägt aber sicherlich ihren Teil dazu bei, dass ein so großes Helligkeitsspektrum erreicht wird. Die Helligkeit per Werkseinstellung ist ein wenig zu hoch und bei manueller Einstellung müssen Kontrast und Helligkeit wieder in Einklang gebracht werden. Die Messung der Helligkeitsverteilung ergab, dass es am linken Rand einen leichten Lichthof gab, der aber im Alltagsgebrauch nicht auffiel.

Gut differenziert sind die Graustufen. Bei sehr dunklen Tönen schaltet sich die Backlightbeleuchtung aus oder wird per Dimmer runtergedreht. Böse Zungen sagen in so einem Fall: Dann fallen die sogenannten Lichthöfe nicht auf, aber damit hat der LG wenig Probleme. Hingegen eher mit der Differenzierung der hellen Töne, die ist deutlich schlechter als die der Grautöne. Das kommt eventuell durch die sonst positive Hintergrundbeleuchtung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch das Kontrastverhältnis. Das gibt LG mit einem dynamischen Wert von 2.000.000:1 an. Das ist sehr hoch.Beim Kontrastverhältnis gilt: je höher desto besser. Das statische Kontrastverhältnis liegt aber sicher bei einem Wert zwischen 700 und 1.000:1. Diese Vermutung liegt nahe, da es sich um ein TN-Panel handelt.

16,7 Millionen Farben leuchten im LG. Doch ich komme noch mal auf die TN-Panels zu sprechen, die eine Farbtiefe von sechs Bit wiedergeben. Der LG unterstützt Dithering. Tja, und entweder gibt es eine gleichmäßige Verteilung beim Dithering oder eben ein scheckiges Muster oder Flimmern. In 80% ist alles Super, doch in 20 % entscheidet sich der LG zum Flimmern. Das ist für den Alltagsuser kaum zu bemerken, aber für Grafiker. Doch jemand der grafisch arbeitet, entscheidet sich wohl kaum für einen Monitor mit TN-Panel.

Interpolation

Die optimale Einstellung der nativen Auflösung liegt bei 1.680 x 1.050 Pixel. Bei einer Kalibrierung der Interpolation gibt es keine 1:1 Darstellung. Durch die Verkleinerung der Auflösung werden mehrere Pixel auf ein Pixel gelegt. Damit geht die Pixelgenauigkeit verloren. Das hat zur Folge, dass eine Unschärfe oder Schattenbildung entsteht. Ein kontrastreiches, scharfes Bild liefert der LG also in der nativen Auflösung und daher in einem 16:10 Format.

Spielen und Fernsehen

Der Monitor ist ein Monitor. Doch manchmal will man zwischendurch Spielen oder einen Film sehen. Der passende HDMI-Anschluss für beispielsweise die Konsole ist vorhanden. Bei langsamen Jump ´n` Run-Spielen hat der LG keine Probleme. Auch die Grafik von beispielsweise “Anno” kommt gut rüber. Shooter sind nicht mein Ding. Dafür hab ich ein Aktionfighter angemacht und muss sagen, die schnellen Bilder gehen ohne Ruckeln über den Bildschirm. Die Reaktionszeit von 2 ms macht sich hier positiv bemerkbar. Auch wenn es sich dabei sicher nur um einen Richtwert von LG handelt als Messwert für den Wechsel von Grautönen. Im Life-Test wie beim Filme gucken, kommt es nicht zu Verzögerungen. Es entsteht selbst bei Aktionszenen kein LipSync Problem. Die Bildqualität ist klar und scharf. Nur sehr geübte Augen sehen Unschärfe oder Schlieren. Das 16:9 Format gibt es aufgrund der Interpolation nur mit schwarzen Balken. Für den Film zwischendurch reicht der Monitor. Allerdings sollte einem klar sein, dass auf 22-Zoll kein echtes Kino-Feeling aufkommt.

Stromverbrauch des LG W2286L

So und nun ein letztes Mal: Das Panel. Es spielt in diesem Bereich eine wichtige Rolle. Denn ein TN-Panel verbraucht weniger Strom als beispielsweise ein IPN-Panel. Außerdem wird die Beleuchtung nicht durch Leuchtröhren, sondern durch LEDs bestritten. Diese sind ebenfalls Strom sparend. Entsprechend dieser Angaben erwartete ich einen geringen Stromverbrauch und die Messungen am Zähler haben das bestätigt. Im Betrieb verbraucht der LG circa 25 Watt im Stand-by Mode waren es ungefähr 0,6 Watt. Achtung, wie die meisten elektrischen Geräte verbraucht der Monitor im ausgeschalteten Zustand Strom. Um das zu vermeiden, hilft nur ganz vom Strom nehmen. Der Energieverbrauch ist jedenfalls gering.

Die Einstellung und Bedienung des LG W2286L

Beim An- und Ausschalten gab es in der ganzen Zeit keine Probleme oder nur selbst produzierte durch falsche Einstellungen für den zweiten Monitor.  Die Werkseinstellungen des LG muss man natürlich auf seine eigenen Bedürfnisse abstimmen. Und jeder hat auch so seine eigenen Vorlieben, was für ihn angenehm ist. Die Helligkeit ist in der Grundeinstellung etwa hoch. Die Einstellungen müssen also manuell über die Tasten am Bildschirm oder mit der von der CD installierten Software dem “forteManager” (siehe Screen) vorgenommen werden. Die Bildschärfe lässt sich in 10 Stufen einstellen. Diese wechseln in einem mehr harten Kontrast. Ein guter Wert der Bildschärfe liegt zwischen 5 und 7. Die folgende Einstellung hat sich bei mir ganz gut gemacht, aber diese hängt mit der subjektiven Empfindung zusammen.

  • Gamma: 0
  • Kontrast: 73
  • Helligkeit: 34
  • Rot: 52
  • Grün: 38
  • Blau: 25

Interessant fand ich die Einstellung vom Cinema Modus. Dieser bedeutet, dass man beispielsweise bei einem YouTube Video diesen Modus einstellt,  wird alles um einen ausgewählten Bereich abgedunkelt. Eine nette Spielerei. Ebenso wie die Fun-Taste. Damit kann man den Screen in Schwarz/Weiß oder Sepia eintauchen. Aber das ist wie gesagt mehr eine Spielerei.

Der Screen vom forteManager

Fortemanager

Resümee und Empfehlung

Optisch ist der LG auf jeden Fall ein Highlight und auch in der Verarbeitung ist sehr gut. Die eierlegende Wollmilchsau unter den Monitoren gibt es in dieser Preisklasse nicht. Hier hat ein Monitor meist einen Bereich, in dem er zuhause ist. Der LG w2286L eignet sich vor allem für den Office Bereich. Durch die Beleuchtung sorgt der LG für entspanntes Lesen und gutes Arbeiten. Leichte Bildbearbeitung vor allem bei Bildern mit weißem Hintergrund ist auch gegeben. Für den normalen Arbeitsalltag eignet sich dieser Bildschirm sehr gut. Zusätzlich kann man sich auch auf einen kleinen Film zwischendurch freuen und die Spielekonsole über den HDMI-Anschluss nutzen. Ein positiver Nebeneffekt ist der geringe Stromverbrauch.

Nicht geeignet ist dieser 22-Zoller, der sich wie ein 24-Zoller anfühlt, für den grafischen Bereich. Hier sollte man doch auf einen Monitor mit einem anderen Panel zurückgreifen. LG hat auf den kostengünstigen TN-Panel gesetzt. Damit ist der Preis ansehnlich, der liegt um die 250 Euro und das ist für einen Monitor echt gering. Sollte ich mich auf eine Note festlegen, bekäme der LG W2286L eine 3 mit einem großen Plus.

Verschieden Bildansichten des LG W2286L


1 Kommentar

  1. Den W2386 finde ich dann doch noch einen Tick schöner als den W2286L, den ihr zum test hattet. Aber am Preis kann man wie ihr bereits erwähnt hattet, nicht meckern. Ich habe in der kommenden Woche wohl auch den W2386 mit integriertem TV Tuner vorliegen, mal schauen was der so bringt und wie der TV Tuner seine Dienste erfüllt.

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