Als ich das erste mal das LG KF600 in der Hand hatte, war ich positiv überrascht. LG hat mit diesem Modell ein Handy auf den Markt gebracht, dass sich sehen lassen kann – zumindest optisch. Eine komplette Glasfront, die sichtbar in zwei Touch-Displays unterteilt ist und eine schnörkelfreie hintere Optik machen das Handy zu einem netten Accessoire. Das war’s dann aber auch schon fast:
Optisch Topp – Im Datenverkehr ein Flop
Scheinbar hat man sich zu sehr auf die Optik verlassen und dabei voll und ganz die Technik vergessen. Na klar, eine 3 MegaPixel-Kamera passt in das Konzept des Handys, welches sich sichtlich an die modernen und jungen Verbraucher richtet. Wer jedoch mal eben Emails abrufen will oder den Fahrplan online checken will, der muss nicht nur bei der Bahn mit Wartezeiten rechnen. Kein UMTS/HSDPA, sondern lediglich GPRS-Verbindungen machen den Datenverkehr mit dem LG KF600 zu einem teils nervenaufreibenden Prozedere.
Der Preis
Nach einem (bei dieser Ausstattung) ungerechtfertigten Einführungspreis von knapp 300 Euro vor wenigen Monaten, ist das LG KF600 schon jetzt fast um die Hälfte günstiger. Bei Amazon bekommt ihr das Gerät ab 157,00 Euro (Händler).
Stylisch: Das InteractPad
»Revolutionär der Handybedienung« wurde das KF600 bei der Vorstellung auf dem Mobile World Congress in Barcelona genannt und damit liegt man gar nicht so falsch. Ich kann bestätigen: Nicht umsonst wurde das Handy mit dem iF Product Design Award 2008 für innovativen Bedienkomfort und stylisches Design ausgezeichnet. Die kleinere Touchpadfläche unterhalb des Haupt-Displays ersetzt herkömmliche Navigationstasten. Dieses sogenannte InteractPad zeigt virtuelle Tasten an, die größer und besser positioniert sind, als physikalische Handytasten. Außerdem werden auf dem Touchdisplay nur die Menübuttons angezeigt, die gerade gebraucht werden: Im Hauptmenü das Navigations-Kreuz, im MP3-Player die Wiedergabe-Steuerung und bei der Kamera wiederum andere Bedien-Elemente.
Besonders praktisch: Die optischen Tasten geben dem User bei Berührung dreifach Feedback, um die Eingabe zu bestätigen: Der Button vergrößert sich für einen Augenblick, das Handy vibriert, und ein akustisches Signal ertönt.
Manko: In unserem Test stellten sich das InteractPad oft als reaktionsschwach dar, was (ähnlich der Datenverbindung) nichts für schnelle Gemüter ist.
Fazit
Das LG KF600 ist nichts für technisch interessiere Nutzer, denn sie werden schnell enttäuscht. Als Business-Handy oder mobiler Internet-Begleiter, wofür Handys heutzutage mehr und mehr ausgelegt werden, ist das KF600 keinesfalls geeignet. In Sachen Multimedia kann es hingegen locker mithalten: Die Kamera macht überraschend gut seinen Job und auch der MP3-Player ist komfortabel. Allerdings gerät man mit 25MB internem Speicher schnell an seine Grenzen und muss wiederum Geld ausgeben. Wer ein stylisches Multimedia-Handy sucht und bereit ist, noch ein bisschen Geld in Speicherkarte und evtl. Stylus zu investieren, ist bei dem LG KF600 an der richtigen Adresse. Für alle Anderen heißt es: Es gibt Besseres.


















Cooler Stil, Touch-Funktion in einem Handy, gute Kamera — was will man mehr…! Für alles andere habe ich meinen Ipod Touch. Und ca. 150 € sind ja wohl mehr als vertretbar. Ich werde mir dieses Handy kaufen. Danke für den Test!