
E-Books liegen im Trend. Nun steht BookServer von Internet Archive in den Startlöchern. Die Plattform soll dabei Autoren, Buchverlagen, Bibliotheken und Buchhändlern frei zugänglich sein. Und noch eine erfreuliche Nachricht: Im Gegensatz zu Amazons E-Book Laden sollen die E-Books mit allen erdenklichen Lesegeräten kompatibel sein.
Ziel dieses offenen Systems ist es Suchmaschinen die Möglichkeit zu geben, die verschiedenen Bücher zu indizieren. Zusammen mit anderen Einrichtungen wurde bereits vor einiger Zeit die Open Content Alliance gegründet. An die eine Million Bücher, deren Urheberschutz abgelaufen ist, stehen hier in digitaler Form als PDF oder EPUB zur Verfügung. Die Vorteile der neuen Plattformen sind dabei vielfältig. Zum einen können die Autoren ein größeres Publikum erreichen. Zudem haben sowohl kleine als auch große Verlage die Möglichkeit ihre Bücher ohne einen Zwischenhändler wie beispielsweise Amazon direkt an die Leser zu verkaufen. Auch Buchhändler finden hier möglicherweise neue Kunden und die Hersteller von E-Book-Readern können davon profitieren, indem sie ihren Kunden einen Zugang zu Millionen digitalen Werken anbieten können. Selbst staatliche Einrichtungen wie Bibliotheken können ihren Nutzen aus dem ambitionierten Projekt ziehen, indem sie das Angebot ihrer digitalen Bücher auf eine Weise verleihen, wie es ihre Kundschaft von den Papierversionen gewöhnt ist. Nicht zuletzt erhält so jedermann einen universellen Zugang zum verfügbaren Wissen, den er sich jederzeit zu Nutze machen kann.
Mit seinem Angebot begibt sich Internet Archive in direkte Konkurrenz zu gewöhnlichen Buchläden und zu Google Editions. Google wird hier ab 2010 loslegen, sein digitales Buchangebot unter das Volk zu bringen. Internet Archive gehört zu den Initiatoren der Open Book Alliance und hält nicht viel von Googles digitalem Buchprojekt. Der Hauptkritikpunkt besteht vor allem darin, dass man eine nur für den Suchmaschinenprimus geltende Genehmigung zur Verwertung verwaister Werke nicht akzeptieren könne. Schließlich könnte sich dann die anderen Anbieter auf dem Buchmarkt gleich verabschieden und es würde somit zu einer Monopolstellung Googles kommen.
Ob man Google die Stirn bieten kann, kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe gerade mal versucht so ein bisschen nach Buchtiteln rumzustöbern. Das Angebot hat mich erst mal nicht umgehauen. Von den aktuellen Bestsellern oder meinen persönlichen Lieblingstiteln konnte ich keine legalen Digitalbuch-Versionen finden. Obwohl auch Klassiker wie Dickens und der französische Schriftsteller Flaubert zu finden sind, stehe ich mit der Meinung nicht alleine da. Ausschlaggebend für den Erfolg wird daher sein, ob es dem Gründungsvater Kahle gelingen wird, die Verlage von seiner Bücherplattform zu überzeugen. Bisher ziert sich die Gilde der Buchverleger noch, ihre Buchtitel als E-Books anzubieten.


















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