iPhone 7 – Apples neues Flaggschiff im Test

Knapp einen Monat habe ich nun das Apple iPhone 7 im täglichen Gebrauch und nach meinem ersten Eindruck möchte ich euch nun meine bisherige Meinung dazu schildern. Es handelt sich bei meinem Gerät um das kleinere iPhone 7 mit 128 GB Speicher in der neuen Farbe Diamantschwarz. Ich bin also einer von vielen Mutigen, die sich für den Fingerabdruck – und Kratzermagneten entschieden haben.

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Lieferumfang

Der Lieferumfang ist ziemlich schnell besprochen. Ihr erhaltet einen schwarzen iPhone Karton mit der jeweiligen Abbildung des iPhone in der bestellten Farbe. Drin finden sich dann das Gerät selbst, ein Netzstecker, ein Lightning Kabel zum Laden und für die Datenübertragung, ein Lightning auf 3,5mm Klinke Adapter und die neuen Lightning-Earpods. Also alte Earpods mit neuem Anschluss, die auch genauso klingen. Dazu legt Apple noch einen Quick Start Guide, Apple Aufkleber und das Werkzeug zum SIM Karten Austausch bereit.

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Material & Verarbeitung

Ich bin vorher Besitzer eines iPhone 6S gewesen. Das iPhone 7 unterscheidet sich vom Design nicht offensichtlich vom Vorgänger. Die Antennenlinien sind nun kaum noch sichtbar und in den Rändern verschwunden und der Kopfhöreranschluss hat sich verabschiedet. Auch der Kamerabuckel ist nun deutlich fließender ins Gehäuse gearbeitet worden und fühlt sich nicht mehr wie ein Fremdkörper an.

Apple huldigt, das „neue“ Design wäre fließender, als noch beim 6s, was ich persönlich nicht bestätigen kann. Das Glas geht wie schon beim iPhone 6s fließend in die abgerundeten Ecken über. Das vermittelt im Ganzen einen sehr wertigen und edlen Eindruck hat jedoch den Nachteil, dass das iPhone 7 vor allem in Jet Black „slippery as hell“ ist, also verdammt rutschig.

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Ja, da sind kleine „Mikrokratzer“… Das Gerät war nahezu immer in einem Case.

Ich habe nicht den Eindruck, dass ich das Gerät sicher in der Hand habe und man ist mit dem 850€ teuren Smartphone doch geneigt jeden Handgriff vorsichtig auszuführen. Deshalb setze ich im Moment ein Spigen Crystal Clear Case ein (Ja, ich verstecke die neue Farbe :-D), um dem etwas entgegenzuwirken. Ansonsten ist die Verarbeitung TOP! Nichts knarzt oder steht irgendwie ab. Alles wirkt wie aus einem Guss. Sollte es auch bei dem Preis! Zum Thema Kratzeranfälligkeit brauche ich nicht so viel sagen (siehe Bild oben). Überraschender Weise sind vor allem die Antennenlinien ziemlich anfällig für die kleinen hässlichen Stellen.

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Technische Daten

Prozessor: Quad-Core A10 Fusion Chip und M10 Motion-Coprozessor
Display: Retina HD Display mit 3D Touch und einer Auflösung von 1334 x 750 Pixel bei 326 ppi
Hauptkamera: 
12 Megapixel iSight-Kamera mit Quattro-True Tone Flash, ƒ/1,8 Blende und 4K Videoaufnahme
Frontkamera: 7 Megapixel Facetime HD Kamera mit Retina Flash, ƒ/2.2 Blende und 1080p Videoaufnahme
Speicher: 
wahlweise 32 GB, 128 GB oder 256 GB
Sensoren: Touch ID Fingerabdrucksensor, GPS, Barometer, 3-Achsen Gyrosensor, Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor
Konnektivität: 802.11a/b/g/n/ac WLAN mit MIMO, Bluetooth 4.2, NFC, LTE, TD-LTE, TD-SCDMA, UMTS/HSPA+/DC‑HSDPA, CDMA EV-DO Rev. A, GSM/EDGE 
Maße:
 138,3 mm x 67,1 mm x 7,1 mm
Gewicht: 138g
sonstiges: IP67 zertifiziert

Display

Im Vergleich zum iPhone 6s hat Apple am IPS-Panel kaum Änderungen vorgenommen. Wir haben hier nach wie vor ein Retina HD Display im 16:9 Format und mit einer Auflösung von 1334 x 750 Pixeln, was einer Pixeldichte von 326 ppi entspricht. Die Blickwinkelstabilität ist durchweg sehr gut. Auch aus sehr spitzen Winkeln kann man den Inhalt des Displays noch lesen. Den neuen und erweiterten Farbraum P3 sieht man nicht, wenn man nicht direkt ein iPhone 6s daneben legt. Für die Techniker unter euch sind noch die Display-Helligkeit von 625cd/m² (vorher 500cs/m² beim 6s) und das Kontrastverhältnis von 1400:1 interessant. Farben werden knackig aber naturgetreu wiedergegeben und man kann durch die bessere Helligkeit auch bei Sonnenlicht noch alles gut erkennen. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut, kann aber nicht mit einem SAMOLED Screen des Galaxy S7 edge mithalten.

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Kamera

Mit dem iPhone 4S führte Apple damals den 8 Megapixel Sensor ein und verbesserte stets die Technologie dahinter, ohne an der eigentlichen Bildgröße zu drehen. Dies hat sich mit dem iPhone 6S zum ersten Mal seit dem Tod von Steve Jobs geändert. Auch im iPhone 7 verbaut Apple nun diese 12 Megapixel Kamera. Neu ist hier aber der wesentlich verbesserte Bildprozessor und die bessere Blende von f/1.8. Im Gegensatz zu Android-Geräten kann man bei der aktuellen iPhone Kamera das Format der Bilder immer noch nicht umstellen. Nimmt das Samsung Galaxy S7 edge die Fotos zum Beispiel in 16:9 (wenn man will) auf, so bleibt das Format beim iPhone bei 4:3. Die Kamera wird bei schlechtem Licht durch den sogenannten True Tone Blitz unterstützt, der keinen bläulichen Farbstich in den Fotos erzeugt, sondern für natürlichere Farben sorgen soll. Im aktuellen Modell hat dieser vier LEDs und nicht mehr wie vorher zwei.

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Neben der Hauptkamera wurde auch die Facetime HD Kamera verbessert. Hier verbaut Apple nun eine 7 Megapixel Kamera. Das Besondere dabei ist, dass auch hier ein True Tone Blitz zum Einsatz kommt. Das Panel kann für den Blitz kurzzeitig das Dreifache seiner Helligkeit erzeugen und sorgt damit für eine gute Beleuchtung eurer Selfies bei Nacht. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass das iPhone 7 einen optischen Bildstabilisator bekommen hat, der Low-Light Aufnahmen und Videos ruhiger und besser aussehen lässt. Auch einen Sensor zum Messen des Umgebungslichtes hat man nun verbaut. Die Qualität der Fotos des iPhone 7 ist durchweg gut bis sehr gut. Farben wirken natürlich und der Autofokus reagiert realtiv schnell und zuverlässig. Lediglich bei ein paar Bildern rutscht der Fokus manchmal an Stellen, die nicht wirklich von Interesse sind. Ein kleines Problem hat der Fokus auch bei sehr nahen Aufnahmen. Ich brauchte stellenweise sehr viele Versuche, bis der Fokus das Objekt dann doch erwischt hat.

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Ich habe für euch ein paar Testaufnahmen der Kamera gemacht, damit ihr euch selbst ein Bild der Qualität machen könnt. Ich bin bis dato sehr zufrieden und habe bis jetzt auch noch keine Mängel feststellen können. Auch bei sehr wenig Licht kommen noch halbwegs akzeptable Ergebnisse zustande. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich nicht in die Lobeshymnen anderer Tests einstimmen kann. Die Kamera ist keineswegs besser als die Linse des Samsung Galaxy S7 edge, aber zumindest nahezu gleichwertig. Der Autofokus des S7 edge ist dagegen um einiges besser, als der des Apple Gerätes. Direkte Vergleiche mit dem S7 edge kann das iPhone 7 meiner Meinung nach also nicht gewinnen.

Man sollte bei solchen Tests auch immer im Kopf haben, dass ein iPhone, Samsung Galaxy oder was auch immer nie eine richtige DSLR ersetzen wird. Zumindest ist das aktuell der Fall.

Home Button & Touch ID

Der Home Button wurde beim iPhone 7 wegrationalisiert und durch eine druckempfindliche Fläche aus Saphirglas ersetzt. Man kann das Glas nun nicht mehr nach unten bewegen, sondern die Taptic Engine hinter dem Panel imitiert den Druck und man hat wirklich das Gefühl, die Fläche würde sich bewegen. Wie ihr die Stärke der Vibration einstellt, habe ich euch bereits in einem How-To näher gebracht. Ich bin jedenfalls ziemlich begeistert von der neuen Lösung. Am Anfang ist es etwas komisch, aber schon nach wenigen Minuten denkt man nicht mehr daran.

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Zu Touch ID möchte ich nicht zu viele Worte verlieren, denn an der sehr guten Erkennungsgeschwindigkeit hat sich nichts geändert. In 90 Prozent aller Fälle habe ich keine Chance den Lockscreen zu sehen, wenn ich das iPhone über den Home Button aufwecke. Das Gerät entsperrt sofort, selbst bei einem kurzen Klick. Auch bei mehreren Tests hintereinander bekomme ich den Sensor nicht dazu meinen Fingerabdruck falsch zu lesen. Top!

Performance & Akkulaufzeit

Kommen wir zur Performance des iPhone 7. Apple verbaut hier den neuen A10 Fusion Chip mit vier Kernen. Davon sind zwei schnelle Kerne für die performanceintensiven Anwendungen verantwortlich. Die anderen zwei langsameren und energiesparenden Kerne übernehmen die Arbeiten, wo wenig Power benötigt wird. Mit dabei ist auch der neue Motion-Coprozessor M10.

Ich kann euch nur sagen, dass das iPhone 7 ein Renner ist und noch einmal einen Sprung gegenüber dem iPhone 6s gemacht hat. Das Smartphone hat keine Probleme und meistert alle Lebenslagen wahnsinnig schnell und flüssig. Durch das sehr gute Speichermanagement hat man selbst bei Apps, die man vor ein paar Tagen geöffnet hat noch das Gefühl, dass sie im Speicher sind. Egal wie weit zurück man im Multitasking Menü geht, das gewählte Programm ist sofort wieder an der Stelle da, wo man es zuletzt verlassen hat. Ihr könnt euch beim Kauf des iPhone 7 also sicher sein, dass ihr ein Smartphone der Spitzenklasse in nahezu allen Belangen erwerbt. Hier seht ihr das Gerät im Benchmarkvergleich mit der Konkurrenz:

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Die Akkulaufzeit ist für viele Nutzer bei einem Smartphone sehr wichtig. Mein Tag mit dem Smartphone fängt an Arbeitstagen früh um 05:00 Uhr an und endet abends am Ladegerät gegen 22:30 Uhr. In dieser Zeitspanne benutze ich das Smartphone um zu surfen, viele Mails zu lesen, Twitter, Facebook etc. zu checken, Nachrichten zu schreiben usw. Also ein üblicher Tagesablauf. Das einzige was sich bei meiner Smartphone-Nutzung nicht findet, sind Spiele. Ich bin kein Gamer auf dem Smartphone und deswegen fehlen mir auch die großen Akkufresser. Das Einzige, was am Akku nagt, sind Hintergrundaktivitäten von bspw. One Drive (Fotoupload), Twitter, Mail etc.

Mit dieser Benutzung komme ich am Ende des Tages auf eine Restladung des Akkus zwischen 20 – 40%, was ich mit dem iPhone 6S auch erreichen konnte. Man bekommt also eine bessere Performance mit der gleichen Akkulaufzeit, was für mich in Ordnung ist.

Fazit

Ihr merkt schon, dass ich nicht viele Punkte gefunden habe, an denen ich viel Kritik aussprechen kann. Zusammengefasst ist das iPhone 7 ein sehr gutes Smartphone mit kleinen Mängeln. Die Kamera wird gehyped, ist aber auch nicht besser, als die Linse aktueller Android-Flaggschiffe. In Punkto Performance haut das iPhone 7 alle Konkurrenten spielerisch weg und das ist für mich eigentlich einer der größten Gründe für ein neues Gerät. Der neue Home Button und Touch ID macht das Paket mit der Schnelligkeit und Präzision rund. Die Akkulaufzeit ist für mich OK, da ich das Gerät sowieso jede Nacht am Ladegerät habe. Kann aber den ein oder anderen stören, wenn man auf mehr als einen Tag kommen will oder Smartphone-Spieler ist.

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Wenn ihr ein iPhone 6 oder ein älteres Modell habt, dann lohnt sich eine Neuanschaffung auf jeden Fall. Wenn ihr iPhone 6s Besitzer seid, wird es wahrscheinlich mehr Sinn machen auf den Nachfolger zu hoffen. Auch die Kamera hat im Vergleich auch keinen riesigen Sprung gemacht.

 

Das waren meine Eindrücke zum neuen iPhone 7. Ich hoffe ich konnte euch ein gutes Bild vermitteln und würde mich über Feedback freuen.

P.S.: Der fehlende Kopfhöreranschluss wird von mir nicht vermisst 😉

Olli
Folgt mir ^^

Olli

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.
Olli
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www.stereopoly.de

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.

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