Ist die Zeit der RSS-Feeds wirklich vorüber?

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In vielen Blogs und Websites wird vom Tod des RSS-Feeds gesprochen, weil die Tendenz zu einer noch schnelleren Informationsbereitstellung geht – zum Beispiel durch Twitter und ähnlichen Follower Micoblogging Netzwerken.

Früher, vor den RSS-Feeds und Feed-Readern, surfte man von einer newsträchtigen Website zu der nächsten, um interessante Nachrichten zu finden und diese zu lesen. Heutzutage abonniert man einfach die Feeds der Websites, die einen interessieren und man erhält sie direkt auf den Rechner oder sein Smartphone. RSS-Feeds haben die Suche nach Neuigkeiten und das Surfverhalten also deutlich verändert. Man geht nicht mehr zu den News, sondern sie kommen zu einem. Diese Abonnierbarkeit von Inhalten könnte man als die wichtigste Neuerung im Internet seit dem Beginn des WWW betrachten.

Das RSS-Feed System funktioniert durch die Technik der Syndikation von Inhalten. Dies bedeutet, dass man die Websites durch die auf den Websites angebotenen RSS-Feeds abonnieren kann und sie dann auf einem zentralen Tool oder einer Seite wie dem Google Reader betrachten kann. Das Problem der RSS-Feeds ist es, dass diese abonnierten Websites durch ein Pull-Verfahren nach einem bestimmten zeitlichen Rhythmus ausgelesen, sprich abgeholt werden. Eine Übertragung in Echtzeit ist damit bisher nicht gewährleistet gewesen.

Aus diesem Grund wenden sich viele User von dem Dienst ab. Überdies wurde er auch von vielen Nutzern auch eher stiefmütterlich behandelt. Sie sind doch einfach lieber von Website zu Website gesurft. Eine relativ neue Technologie, die eine Echtzeitübertragung der Nachrichten ermöglicht, sind Dienste wie Twitter und Friendfeed. Interessant ist der deutliche Zuwachs der Abonnenten auf diesen Portalen im Vergleich zum RSS Dienst.

Zwar nutze ich auch Twitter, doch bin ich eher der Unterstützer der RSS-Feeds beziehungsweise Atom, dem Konkurrenten. Der arbeitet aber im Grunde nach dem gleichen Prinzip wie RSS. Der Vorteil von Atom und RSS ist, dass die Inhalte nicht auf 140 Zeichen begrenzt sind. Das RSS 2.0, entwickelt von Webguru Dave Winer, ist in der Lage ganze Texte inklusive eingebetteter Bilder und Videos durch ein Feed zu übertagen. Ein Minuspunkt ist allerdings die bisher noch langsame Übertragung der News gewesen. Ja, ich sagte gewesen.

Neuerdings sind nämlich die RSS-Dienste über Feed Reader in Echtzeit aktualisierbar und stehen geschwindigkeitstechnisch den Microblogging Diensten in nichts nach. Zu verdanken haben wir das zum einen Dave Winer, der bereits 2001 solch ein Verfahren zur Übertragung von Feeds in Echtzeit entwickelt hat. Dies schlummerte jedoch im Nirwana und wurde nicht integriert. Zum anderen haben wir das Revival dieser Technik den beiden Angestellten von Google Brad Fitzpatrick und Brett Slatkin zu verdanken. Die, angeblich ohne von der Entwicklung Winers zu wissen, ein weiteres Echtzeit-Übertragungsverfahren in ihrer Freizeit neu erfunden haben.

Während Winer seine Rsscloud speziell für RSS-Feeds entwickelt hat, werkelten die beiden Google Bastler in erster Linie an einem Dienst für Atom, der aber mittlerweile auch für RSS-Feeds funktioniert. Ihr Baby tauften die beiden PubSubHubbub, oder kurz PuSH. – Gut, dass es dafür eine Abkürzung gibt, so etwas kann niemand wirklich aussprechen. Ich möchten nicht im Detail auf die Funktionsweise dieser beiden Verfahren eingehen, das hat Dave Winer, auf seiner Website für die rssclouds, als auch Brad Fitzpatrick und Brett Slatkin auf ihrer PuSH-Projektseite umfangreich getan. Sogar verstehen kann man es. Zusätzlich hat Pixelsebi einen Podcast erstellt, auf dem er die Funktionsweise der rsscloud-Technik erläutert. Auf die Unterschiede möchte ich nicht eingehen, lediglich auf einige Diskussionen verweisen. Dave Winer hat außerdem einen Artikel über das Konkurrenzprodukt verfasst, der fleißig kommentiert wurde. Eine Antwort von Brad Fitzpatrick ließ nicht lange auf sich warten. Mittlerweile ist diese Diskussion wohl sogar persönlich geworden, wie Thenextweb ganz passend zusammenfasst.


Hier ein Überblick über das PuSH-Verfahren:

Um wieder auf die Eingangsfrage des Artikels zurückzukommen, kann ich nur persönlich beantworten: Nein, das Ende der RSS-Feeds ist nicht gekommen. Denn aufgrund der frisch implementierten Technik, die Feeds in Echtzeit zu übertragen und des Umfangs der übertragbaren Nachrichten, hat diese Technik für mich einen klaren Vorteil. Die Twitter-Feeds beinhalten lediglich einen keinen Umfang der Inhalte der Information. Sicherlich kann mit dem Tweet auch eine Short URL eingebettet sein, die zu der kompletten Nachricht führt, doch da lobe ich mir den kurzen RSS Weg, mit dem die Nachrichten direkt in voller Länge in meinem Feedreader landen. Hoch leben die Feeds!

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