Kaum Bereitschaft für Online-Inhalte zu zahlen

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Das Internet ist ein virtueller Ort mit einem unüberschaubaren Angebot an Informationen. Allerdings ist laut einer aktuellen Studie der BITKOM lediglich ein geringer Teil der Internetnutzer dazu bereit, für Online-Inhalte Geld auszugeben.

Die Studie, die vom FORSA-Insitut im Auftrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., kurz BITKOM, durchgeführt wurde, zeigt deutlich auf, dass lediglich 16 Prozent der deutschen Internetnutzer bereit sind, für ihre aufgerufenen Inhalte auch zu bezahlen. Die restlichen 84 Prozent der Internetnutzer sind nicht daran interessiert, für Online-Artikel Geld auszugeben.

BITKOM-Vizepräsident Achim Berg betonte: „Bislang gibt es kaum eine Zahlungsbereitschaft für Nachrichten, Berichte und Reportagen im Internet.“ Er führt aus: „Die Anbieter sind gefordert, mit intelligenten Geschäftsmodellen dazu beizutragen, dass auch im Internet nach und nach eine Bezahl-Kultur heranwächst.“ Zurzeit finanzieren sich die Online-Nachrichtenportale überwiegend durch Werbung. In den letzten Jahren sind die Werbeeinnahmen sogar stark angestiegen. Die BITKOM erwartet, dass der Werbemarkt dieses Jahr die Einnahmengrenze von 1,5 Mrd. Euro überschreiten wird. Im letzten Jahr lagen die Einnahmen für Online-Werbung übrigens bei 1,3 Mrd. Euro.

Neben dieser recht sicheren Einnahmequelle besteht allerdings die Intention, die steigenden Umsätze durch Bezahlinhalte weiter zu erhöhen. Hier zielt man darauf ab, für den Zugriff auf einzelne Artikel und Dossiers einen gewissen Betrag von der Leserschaft zu verlangen – oder alternativ eine „Kulturflatrate“ einzuführen, sodass ein monatlicher Betrag für alle Bezahlartikel abgeführt wird. Besonders der Qualitätsjournalismus soll dadurch gefördert werden.

Wie bereits erwähnt, gibt es nicht viele Nutzer, die in der Umfrage Interesse bekundet hatten, Geld für die Onlineartikel zu investieren. Unter den 16 Prozent der Zahlungsbereiten finden sich tendenziell besser gebildete Nutzer. 27 Prozent der Umfrageteilnehmer mit Abitur sind bereit, für die Inhalte Geld zu bezahlen, wohingegen nur 5 Prozent der Personen mit Hauptschulabschluss Bereitschaft zeigten. Auch das Alter der Leser macht einen Unterschied aus. Denn für unter-30-Jährige ist das Bezahlen von Kleinbeträgen im Internet Normalität. Schließlich kaufen diese bereits Musik oder Zusatzprogramme für Mobiltelefone, MP3-Player oder Computer online.

Auch wenn es viele Kids gibt, die für Ihre Jamba Mitgliedschaft Unmengen an Geld investieren, sind viele User nicht dazu bereit, mehr als maximal einen Euro für einen Artikel zu geben. Lediglich 56 Prozent fanden sich in der Umfrage, die bis zu einen Euro zu zahlen bereit wären. Bei den meisten lag der maximale Betrag allerdings eher bei bis zu 10 Cent (93 Prozent).

In der realen Welt tragen sich die meisten Zeitungen durch Abonnements, was im Grunde einer Art „Kulturflatrate“ ähnelt. Durch diese kommt man täglich in den Genuss einer Tageszeitung und aktueller News. Allerdings ist dieses Modell nicht auf die virtuelle Welt übertragbar. Zu groß sind das Angebot und die Informationsflut, die einem entgegen strömen. Daher ist wohl auch das Interesse, für jede Seite oder interessanten Artikel einen Obolus zu entrichten, recht gering. Dies zeigt sich auch an den lediglich vier Prozent der Befragten, die in eine „Journalismus-Flatrate“ investieren würden.

Sicherlich ist es für klassische Zeitungsverlage nicht einfach, die große digitale Welle abzufangen, beziehungsweise auf sie aufzuspringen – doch wir sind mitten im digitalen Zeitalter. Daher bedarf es einer Anpassung an die gegebenen Umstände von Seiten der Anbieter als auch der Leser.

Was haltet Ihr denn von der Einführung von Bezahlinhalten?

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Was es umsonst gibt (und theoretisch gibt es alles digitale umsonst, siehe p2p), dafür bezahle ich nichts. In unserem Wirtschaftssystem halte ich es nicht für möglich dass es tolle Sachen gegen faires Geld gibt. Es wird eine menge Schwachsinn geben, aus dem einfachen Grund, dass Leute damit Geld verdienen. Bekannte Beispiele sind dafür zBsp Jamba Klingeltöne oder irgentwelche nutzlosen Apps fürs iPhone. Also bin ich für mehr Bedürfnis-Orientierung. Und diese ist nunmal umsonst, weil davon alle was haben. Von einem Profit-orienterten Web haben nur wenige etwas, nämlich die, die Geld haben und die die Geld verdienen. Die Mehrheit im Netz ist aber weder in der einen noch in der anderen Sparte zu finden.
    Alles für Alle!

  2. Pingback: YuccaTree Post + » ZDF-Intendant Schächter will Angst-Allianz mit Verlagen gegen Google & Co.

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