
Bing ist seit einer Woche am Start. Zwei Tage früher sogar als der eigentlich geplante Termin. Aus Neugierde habe ich mich in dieser Woche intensiver mit der Suchmaschine auseinandergesetzt. Schnell das Add-On im Firefox installiert und die Maschine als Startseite integriert. Die Woche ist rum.
Bisher hat es noch nicht so kräftig „Bing“ gemacht. Da hat Google schnell mit google squared reagiert und Bing den Medienrang abgelaufen. Die Nachfolge von Live Search anzutreten ist auch nicht einfach. Vor allem tönt das altbekannte Lied: In den USA läuft die Vollversion und auf der deutschen Seite nimmt Microsoft die Ergebnisse aus Live Search. Die Vollversion für Deutschland kommt erst in Monaten in die deutschen Computerfenster. Es verwundert, dass der Start zwei Tage vorverlegt werden musste.
Glücklicherweise gibt es auch in der deutschen Version ein paar Neuerungen, die ich erlebt habe. Dabei soll ein hübscher, täglich wechselnder Startbildschirm nebensächlich sein. Viel mehr besserten die Microsoft-Entwickler die Suche für Bilder und Videos auf. Toll ist, dass Bildgröße und Quelle erst bei Cursorberührung angezeigt wird. Auch das Sortieren der Ergebnisse nach Größe, Layout, Farbe, Stil, Personen finde ich toll. Die Videosuche macht mit Bing echt Freude. Sobald der Cursor über ein Ergebnis fährt, beginnt eine kleine Vorschau des Films. Meines Erachtens sind beide Funktionen totale Zeitschlucker, weil sie einfach toll sind.
Als praktische Innovation habe ich auch die „ähnlichen Sucheingaben“ auf der linken Bildschirmseite empfunden. Quasi der Thesaurus der Suchmaschine hat mir oft einen sehr treffenden anderen Suchbegriff genannt. Hilfreich fand ich auch den kurzen Textauszug auf der rechten Seite beim Mausberühren. Der ersparte mir so einige sinnlose Klicks.
Über folgenden Satz bin ich in der letzten Woche oft gestoßen: „Der Suchbegriff führt möglicherweise zu sexuell eindeutigen Inhalten. Ändern Sie Ihre Suchbegriffe, um Ergebnisse zu erhalten.“ Bing bietet einen eigenen Jugendschutz, den so genannten “Safe Search”. In Deutschland führt damit die Suche nach der anrüchigen “Strumpfhose” direkt zur genannten Warnung. Das Wort „Sex“ ist ebenfalls zu schlüpfrig im Gegensatz zur „Sexualität“. Dieser Schutz soll über “Deutschland” in der rechten oberen Fensterecke und die Auswahl eines anderen Landes umgehbar sein. Strumpfhosen kann ich aber immer noch nicht kaufen!
Um auf seine Ergebnisse zu kommen nutzt Bing das Wolfram Alpha Prinzip und durchsucht verschiedene Datenbanken. Was an Bing anders ist bei der Suchanfrage, weil es mehrere Datenbanken abfragt? Ich nenne es den Wikipedia-Indikator. Von Google gewohnt, erwartete ich oft als erstes den Wiki-Eintrag. Der aber ließ bei Bing oft auf sich warten und platzierte sich als zweiter oder wie bei „Murphys Gesetz“ sogar als zehnter Eintrag.
Wirklich negativ aufgefallen ist die Shoppingseite. Sie besteht nur aus einer Weiterleitung zur von Microsoft gekauften Firma Ciao.de. Das ist billig gemacht und geht auf jeden Fall besser. Das liegt sicherlich an der Testversion, denn in den USA ist eine wesentlich schickere Variante eingebaut.
Hier zeigt sich: es ist eben eine Testversion und jeder muss für sich entscheiden, ob eine Testversion im Alltag wirklich hilft. Carol Bartz, Chief Executive Officer bei Yahoo geht davon aus, wovon ich ausgehe. Die Menschen sind Gewohnheitstiere. Die meisten Anwender folgen weiterhin ihrer Gewohnheit und schlagen Google oder Yahoo auf, beziehungsweise googeln sich durch. So eine neue Suchmaschine hat es auch nicht leicht, denn es muss das jahrelange Vertrauen erst aufbauen und sich verdienen. Das kann dauern, aber ein Treffen zur Vollversion “is´ gebingt”. Und auch schon jetzt bin ich ziemlich infiziert und schaue immer wieder nach und vergleiche, der sanfte Umstieg.


















Guter Review zu BING. Danke dafür!
Ich würde mir wünschen, Google bekäme endlich ernsthafte Konkurrenz.
Tipp: auf http://www.searchengine-compr.com/ kann man die Suchergebnisse von Google und Bing direkt vergleichen. Recht aufschlussreich, wie ich finde…
Danke für den Tipp Pit. Das erleichtert die Sache ungemein. Leider muss jedesmal der Suchbegriff neu eingegeben werden
Aber wenigstens entfällt das Fensterjumping.
Hallo Sabine – muss man nicht, denm Begriff einfach oben in das Eingabefeld eingeben, dann werden die Suchergebnisse aller 3 Suchmaschinen angezeigt…
Oder einfach so: http://www.searchengine-compr.com/index.php?query=meine+woche+mit+bing
So ohne Tomaten auf den Augen sieht es sich einfach Besser
– Danke!
[...] lässt, das ganze Themenspektrum rund um die Rechner und das Web. So hat Techfacts genau wie STEREOPOLY natürlich von der neuen Suchmaschine Bing berichtet und wartet hier mit einigen interessanten [...]