Nexus 5x im Test – Tolle Kamera und sonst?

Google hat im letzten Jahr zwei neue Smartphones veröffentlicht – das Nexus 5x und das Nexus 6P. Als Hersteller des 5 Zoll Nexus-Smartphones hatte Google wieder einmal LG auserwählt. Das größere Nexus 6P wurde indes von Huawei designt und auch gebaut. Aber heute soll es um das kleinere der beiden Geräte gehen: Ich habe für euch das Nexus 5x ausprobiert.

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Das Nexus 5x ist der offizielle Nachfolger des Nexus 5 welches im Jahr Oktober 2013 das Licht der Welt erblickte. 2014 hatte sich Google gegen eine Auffrischung des Smartphones entschieden, dafür aber das größere Nexus 6 von Motorola präsentiert. Nun also beide Varianten, damit auch die Menschen mit kleineren Händen etwas zum Bedienen bekommen. Aber kommen wir zu meinen Erfahrungen mit dem Nexus 5X.

Hardware und Design

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In dem Nexus 5x werkelt einen SnapDragon 808 Prozessor unterstützt von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Inhalte werden auf einem 5,2 Zoll großen LC Display mit Full HD Auflösung dargestellt. Im Prinzip reden wir hier also nicht von einem besonderen Modell der Spitzenklasse, sondern eher von einem Smartphone der oberen Mittelklasse. Genau dieser Eindruck spiegelt sich auch in dem Exterieur wieder. Die Innereien werden von einem Rahmen aus Metall und einer gummierten Plastikrückseite eingefasst. Das ganze fasst sich ganz gut an, ist aber nichts besonderes.

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Man muss LG aber zugute halten, dass dass die benutzten Materialien sauber verarbeitet wurden. Ich konnte dem Gehäuse während meines Tests keine knarzenden Geräusche oder ähnliches entlocken. Der Hersteller hat im Gegensatz zum Vorgänger Nexus 5 zwei größere Änderungen vorgenommen: Zum ersten Mal befindet sich bei einem 5 Zoll großen Nexus Gerät ein Fingerabdrucksensor unterhalb der Kamera auf der Rückseite. Außerdem findet man nun auf der Front zwei Lautsprecher die nach vorn gerichtet sind.

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Ich war am Anfang skeptisch, ob der Fingerabdrucksensor an der Stelle wo er platziert wurde zweckmäßig ist. Doch das Gerät hat mich eines Besseren belehrt. Als iPhone Nutzer war ich es gewohnt, das Telefon mit dem Home Button zu entsperren. Nach zwei oder drei Versuchen landet der Zeigefinger aber immer intuitiv auf der dafür vorgesehenen Stelle an der Rückseite. Lediglich ganz am Anfang ist es mir ab und an passiert, dass ich mit der Zeigefingerspitze die Kameralinse berührte, anstatt den Fingerabdrucksensor. Aber nicht nur die Platzierung wurde sehr gut gewählt. Der überarbeitete Touch ID Sensor des iPhone 6s funktioniert tadellos und man kommt überhaupt nicht in die Verlegenheit den Lockscreen überhaupt zu sehen, da der Erkennungsprozess so schnell ist. Gleiches gilt für das Modell von LG: Sobald man den Finger auf den Sensor liegt, wird das Gerät quasi instant entsperrt. Hinzu kommt außerdem, dass jeder Versuch sitzt. Dafür kann man den Hersteller nur loben.

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Kommen wir zum Display. Wer sich einmal die technischen Daten des Nexus 5x durchliest und eher auf HighEnd Hardware aus ist, der wird hier enttäuscht sein. Hier findet man kein überdimensioniertes QHD Display, sondern „lediglich“ Full HD Auflösung. Zum Glück! Mir reicht die Auflösung von 1920 x 1080 völlig und eine geringere Auflösung heißt außerdem auch immer: weniger benötigte Rechenpower, um die Inhalte darzustellen! Das LC Display ist gestochen scharf und stellt Farben sehr gut und realitätsnah dar. Auch die Helligkeit reicht selbst an sonnigen Tagen vollkommen aus. Hinzu kommt eine sehr gute Blickwinkelstabilität. All das macht das Panel zu einem guten und ausreichenden Begleiter in dem Nexus Gerät. Der einzig sinnhafte Verwendungszweck für ein QHD (oder höher) Panel in einem Smartphone ist die Virtual Reality Nutzung. Da das bei mir aber nicht der Fall ist, reicht Full HD dicke.

Die Kamera

Version 2

Kommen wir zu dem Punkt, der mich am Nexus 5x am meisten überrascht hat – die Kamera. Die Fotos sind durchweg sehr gut anzusehen, egal bei welchen Verhältnissen diese geschossen wurden. Auch in Lowlight Situationen kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. Der Fokus ist durch einen Laser unterstützt natürlich auch ziemlich fix und es macht wirklich Spaß mit dem Smartphone zu knipsen. Selbst, wenn man besonders nah an dem zu fotografierenden Objekt ist, kann man stets kontrolliert fokussieren. Einzig die träge Schnellstartfunktion ist mir negativ aufgefallen. Wirklich konstant schnell startet die Kamera eben nicht, wenn man den Power Knopf zwei mal antippt. Mal geht es rasend fix, mal dauert es wirklich ein paar Sekunden. Bis dahin kann das Motiv schon dahin sein. Das funktioniert beim Galaxy S6 von Samsung deutlich besser. Da könnte sich Google noch eine Scheibe von abschneiden. Aber das ist das einzige, was man an der Kamera bemängeln kann.

Software & Performance

Das Nexus 5x ist genau wie das größere Modell Nexus 6p eines der ersten Geräte mit dem „neuen“ Android Marshmallow Betriebssystem. Man findet auf dem Gerät ein wirklich blankes Android ROM vor und keinen überflüssigen Schnick-Schnack – da bin ich ja Fan von. Mittlerweile kann ich mich auch mit einer TouchWiz Oberfläche anfreunden, aber nur weil Samsung hier auch extrem verschlankt hat. Das Negativbeispiel bot Asus mit dem ROM auf dem Zenfone 2 #bloatwaregalore

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Aber zurück zu dem Gerät von Google. Theoretisch sagt man ja von Stock Android Geräten, dass es kaum Ruckler und Zuckler im System gibt, aber das trifft zumindest meinen Erfahrungen nach nicht beim Nexus 5x zu. Bitte nicht falsch verstehen – Das Gerät ruckelt sich nicht zu Tode, denn größtenteils läuft alles ziemlich flüssig. Aber ab und an hat man immer mal wieder ein paar Phasen drin, in denen das Gerät umgangssprachlich nicht „aus der Soße“ kommt. Träge ohne Ende und auf einmal flutscht es dann wieder. Als ob dir ein Marder den Turboschlauch des Motors für einen Moment angefressen hätte (Dieselbesitzer wissen wovon ich rede). Entweder der eingesetzte Snapdragon 808 Chip ist Schuld, oder die Software spinnt hier rum. Keine Ahnung… In Anbetracht des nicht gerade billigen Gerätes ist das ein No-Go. Aber wie gesagt – phasenweise! Ansonsten arbeitet das Nexus 5x ganz locker vor sich hin und kommt auch mit den „nur“ zwei Gigabyte Arbeitsspeicher ganz gut aus. Für die Benchmark-Besessenen unter euch, hier noch einmal ein paar Bilder der üblichen Benchmarks:

Während der Bedienung fallen vor allem bei Filmen und Spielen die zwei Frontlautsprecher positiv auf. Hier kommt kein besonderer Wums raus, aber immerhin wird der Anwender hier direkt von vorn mit halbwegs ordentlichem Sound beschallt. Hier geht aber noch was Google 😉

Der Suchmaschinenriese hat bei Android Marshmallow vor allem unter der Haube getuned. Neue Features sucht man hier fast vergeblich. Hier und da paar kleine und sinnvolle Verbesserungen, aber das einzig erwähnenswerte Feature ist Google Now on Tap. Die neue Funktion durchsucht auf Wunsch euren aktuellen Bildschirminhalt nach Informationen und versucht dann ein paar Informationen dazu aus dem Netz zu holen.

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In dem Beispiel in meinem Screenshot hatte ich die Google Movies App offen und den Film Deadpool aufgerufen. Nun betätigt man länger den Home Button und daraufhin bietet Google in diesem Fall das aktuelle Rating auf IMDB an und die Möglichkeit sich mehr Informationen in Nachrichten etc. dazu zu holen. Außerdem werden mir ein paar Infos zum Hauptdarsteller Ryan Reynolds bereitgestellt.

Übrigens: Ein nettes Hardwaregimmick ist die Benachrichtigungs-LED, die euch durch freundliches farbiges Blinken an Nachrichten, Mails etc. erinnert, ohne dass ihr das Display anschalten müsst.

Die Akkulaufzeit

Bei der Akkulaufzeit gibt es keine Überraschungen. Ich komme mit einer Ladung knapp über den Tag. Das erreichbare Maximum an Screen On Time lag in meinem Test bei zirka dreieinhalb Stunden, was ist nicht wirklich dolle ist. Wie üblich kommt es aber wieder darauf an, wieviel verschiedene Konten ihr eingerichtet habt und was ihr für Apps benutzt. Je nachdem wie heftig der Sync ist, wird der eine mehr und der andere weniger Laufzeit erreichen.

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LG hat bei dem Nexus 5x übrigens einen USB-C Anschluss verbaut.

Funfact: Bei meinem Testgerät lag ein amerikanischer Netzstecker und ein USB-C auf USB-C Kabel bei. Wie also aufladen, wenn man nur normale USB Netzstecker da hat? Glücklicherweise hat mein ASUS Zenpad S ein USB-C auf USB 2.0 Ladekabel dabei gehabt ;).

Fazit zum Nexus 5x

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Das Nexus 5x erzeugt bei mir gemischte Gefühle. Eigentlich ein gutes Gerät mit einer sehr guten Kamera und einem ordentlichen Materialmix. Extrem störend fand ich die nervigen Hänger, die aber nicht reproduzierbar waren. Meistens flutscht es, manchmal aber auch nicht. Positiv wären noch der Fingerabdrucksensor und das pure Android-Feeling zu erwähnen. Der große Vorteil daran: die schnelle Updateverfügbarkeit. Die Akkulaufzeit war leider nicht so pralle und wird für viele ein Entscheidungskriterium zum Kauf sein.

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Im Moment fallen 395 Euro für die 32 Gigabyte und 339 Euro für die 16 Gigabyte Variante an. In diesem Segment gibt es sicherlich auch Alternativen, nach denen man sich umsehen sollte (LG G4…). Wer sich dennoch für das ordentliche Nexus 5x entscheidet, der kann noch zwischen den Farben Anthrazit, Eisblau oder Quarz wählen.

Vielen Dank an Google für die Bereitstellung des Gerätes!

Olli
Folgt mir ^^

Olli

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.
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