Seit Nokia mit Microsoft ein Bündnis eingegangen ist und Windows Phone 7 in Zukunft als Hauptbetriebssysem Einsatz finden soll, werden Fragen laut, warum überhaupt noch Symbian-Smartphones entwickelt werden und ob es sich für den Kunden lohnt eines zu kaufen. Schließlich handelt es sich um eine aussterbende Gattung.
Bezüglich dieser Bedenken kann vorerst einmal Entwarnung gegeben werden, denn laut Chris Carr, Managing Director von Nokia Australien, wird Nokia für Neugeräte mindestens bis 2014 Support anbieten. Nokia wird 2011 als auch 2012 weitere neue Modelle mit Symbian entwickeln und veröffentlichen.
Carr betonte, dass Nokia sich zudem (noch) nicht exklusiv an Microsoft gebunden habe. Man habe weiterhin vor, viel für Symbian zu entwickeln. Es wurde zudem eine Menge Geld in Symbian investiert, daher ist noch nicht absehbar, wann Symbian konkret abgesägt wird. Darüber hinaus sei es in der Branche nicht unüblich, auf mehrere Betriebssysteme zu setzen. Windows Phone 7 und Symbian können friedlich nebeneinander existieren. Darüber hinaus sei MeeGo, das Open Source-Betriebsystem, welches in Kooperation mit Intel entstand auch noch in der Entwicklung.
“It’s not unusual in the industry to have multiple OS strategies.”
Trotz dieser Aussagen, die für das Weiterleben von Symbian sprechen, gibt es auch andere Zeichen, die genau das Gegenteil signalisieren. Denn Nokias Entwicklungsabteilung soll um 38 Prozent oder 6.000 Mitarbeiter reduziert werden. Diese Reduzierung an Arbeitskräften kann darauf hindeuten, dass Nokia Microsoft große Teile der Software-Entwicklung überlässt, um Kosten zu sparen. Damit könnte auch die Entwicklung von Symbian nach 2012 eingestellt werden oder nur auf kleiner Flamme weiterlaufen.
Dass Nokia sich noch nicht von Symbian verabschiedet hat und Pläne bestehen, Symbain vorerst benutzerfreundlicher zu machen und weiterzuentwickeln, sieht man an den beiden neuen Symbian-Modellen X7 und E6, welche am vergangen Dienstag vorgestellt wurden. Mit neuer Hardware kam auch eine neue Version von Symbian mit dem Codenamen “Anna”, welche einen weit positiveren Eindruck hinterließ als die Version, die zurzeit auf den Flaggschiffen N8 und E7 läuft.
Ich kann mir vorstellen, dass Nokia selbst noch nicht so ganz genau weiß, wo es mit Symbian hingehen soll und es vom Erfolg der nächsten Modelle und Software-Versionen abhängt, ob es nach 2012 weitere Modelle mit dem OS geben wird. Zwei bzw. drei Jahre sind eine lange Zeit im Smartphone-Business…
Zum Weiterlesen:
- Nokia und Microsoft schließen sich zusammen – Windows Phone 7 auf Nokia-Handys
- Nokia: Microsoft zahlt mehr als 1 Milliarde US-Dollar für Umstieg auf Windows Phone 7 – Erste Geräte ab 2012?
- Hands-On mit dem Nokia X7 – Begegnung mit Symbian Anna
- Offiziell: Nokia präsentiert das Multimedia-Smartphone Nokia X7-00
- Nokia E6 Business-Smartphone ist offiziell – Hands-On-Fotos
- Testbericht: Nokia N8 – Das Smartphone für Nokiafans
- via ZDnet -


















Es war ein ganz großer Fehler, überhaupt von Symbian abzurücken.
Es wäre wesentlich sinnvoller gewesen, Windows Phone 7 zum neuen Betriebssystem für Oberklasse-Smartphones zu erklären. Symbian dagegen hätte man für Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones positionieren können. Dann zusätzlich auch im Mittelklasse-Bereich Smartphones mit dem Betriebssystem von Microsoft anzubieten, wäre der nächste sinnvolle Schritt gewesen.
In so kurzer Zeit den gleichen Fehler zweimal zu begehen und (vor allem in einer Situation ohne Alternative!) Symbian den Wind aus den Segeln zu nehmen, hätte nun wirklich nicht sein müssen. Als die ersten Symbian 3 Smartphones letztes Jahr herauskamen, wurde gerade in dieser Zeit verkündet, Symbian künftig durch MeeGo ersetzen zu wollen. Das war ein ganz ungünstiges Signal an Entwickler und Konsumenten!