Palm steht zum Verkauf! HTC und Lenovo bekunden Interesse

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Die Produktion des Palm Pré mit dem selbst entwickwelten Betriebssystem war das scheinbar letzte Aufbäumen des kalifornischen Pioniers. Leider ohne Erfolg. Trotz des, meiner Ansicht nach, gelungenen Pré mit seinem multitaskingfähigen WebOS Betriebssystems soll Palm nun zum Verkauf stehen. Dass es dem Konzern schon länger schlecht geht, ist kein Geheimnis.Bei Bekanntgabe der letzten Quartalsergebnisse äußerste sich Palms CEO, Jon Rubinstein noch optimistisch, obwohl es alles andere als rosig aussah:

Our recent underperformance has been very disappointing, but the potential for Palm remains strong. The work we’re doing to improve sales is having an impact, we’re making great progress on future products, and we’re looking forward to upcoming launches with new carrier partners. Most importantly, we have built a unique and highly differentiated platform in webOS, which will provide us with a considerable – and growing – advantage as we move forward.

Doch die Zahlen konnten die Wahrheit nicht  verbergen. Lediglich 408.000 Smartphones mit WebOs hatt Palm im letzten Quartal veräußern können. Zum Vergleich: Apple verkaufte im gleichen Zeitraum 8,7 Millionen iPhones. Das reicht natürlich vorn und hinten nicht aus, um sich über Wasser zu halten.

Laut Bloomberg.com wird Palm nun erste Angebote bereits im Laufe dieser Woche annehmen. Mithilfe der Goldman Sachs Group und Frank Quattrone’s Qatalyst Partners will der 1992 gegründete Konzern zahlungswillige Käufer finden. Stellt sich die Frage: Wer will den angeschlagenen Konzern kaufen?

Wie bereits eingangs erwähnt bekunden Lenovo und HTC offenbar Interesse an dem sinkenden Schiff. Nach dem bekannt werden dieser potenten Interessenten stieg der Aktienwert Palms  gleich um stolze 30 Prozent an. Falls Palm von HTC gekauft werden sollte, stellt sich die Frage was mit dem im eigenen Hause entwickelten WebOS passiert? HTC setzt im Augenblick schließlich eher auf Windows Mobile und Googles Open Source Plattform Android mit der HTC Sense Nutzeroberfläche. Der Kauf Palms würde sowohl Lenovo als auch HTC unabhängiger von den beiden Riesen Microsoft und Google machen und könnte das Image des taiwanischen Konzerns zudem noch steigen lassen. Denn dass HTC gute Hardware herstellt, ist hinlänglich bekannt. Lenovo bestrebt schon seit längerem im Smartphone Markt Fuß zu fassen,  bisher hat es jedoch noch nicht so geklappt. Mit dem Know-How und der Software von Palm im Rücken, könnte der chinesische Hardwarekonzern quasi einen Turbo schalten.

Dass Palm in Not ist, liegt nicht an schlechter Hardware oder unausgereifter Software – auf keinen Fall. Was Palm in erster Linie versäumt hat, ist wohl gute Werbung zu schalten, um sich damit einen höheren Bekanntheitsgrad und ein gutes Image zu verschaffen. Das hat der Konzern auch kürzlich gemerkt und sich von der beauftragten Werbeagentur getrennt. Zudem fehlt es den Smartphones an einem größeren Angebot an Apps.

Was in der nächsten Zeit nun mit Palm passiert, werden wir mit Spannung beobachten.

Hätte Palm solch eine Werbung geschaltet, wäre der Verkauf vielleicht abwendbar gewesen -was meint ihr?

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[viaThe Next Web]

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es war auch das Timing. Das webOS konnte zum Zeitpunkt der Vorstellung gut mit dem iPhone mithalten. Dann dauerte es ein halbes Jahr, bis das Pre auf den Markt kam, noch nach dem iPhone 3GS. Das war ganz einfach zu spät, da waren die besten Claims schon abgesteckt. Noch dazu kam das Pre mit lausigen 30 Apps an den Start. Heute sind es meines Wissens ein paar hundert. Klar, Masse ist nicht alles, aber iPhone Apps sind deutlich vielfältiger vorhanden. Das Pre kam ganz einfach zu spät. Synergien sehe ich am besten mit HTC. Das würde gut zusammen passen!

  2. Da geb ich dir recht – das timing spielt gerade auf diesmem heiss umkämpften Markt mit Apple als Konkurrenz eine entscheidende Rolle. Das weitere Manko der wenigen Apps und des App Markets, der bis vor kurzem nur in den USA zur Verfügung stand, kommt dazu. ein paar hundert Apps gegen hunderttausend Apps stehen in keinem Verhältnis.
    Ich sehe es auch so wie Du, dass HTC und Palm sehr gut miteinander wirken und den Smartphone-Markt etwas aufmischen könnten.

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