Schlechte Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern – Tim Cook nimmt Stellung


Apple steht mal wieder in der Kritik. Und nein, es geht nicht um irgend einen Patentstreit, es geht um ein weitaus kritischeres Thema: die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern von Apple in China. Spätestens seit den Selbstmorden bei Foxconn sollte jeder schon einmal etwas darüber gehört haben. Irgendwann verhallt dann natürlich das mediale Echo, was nicht bedeutet, dass sich tatsächlich etwas geändert hat. Viel Aufsehen sorgte in der vergangenen Woche nun ein Bericht in der New York Times.

Some former Apple executives say there is an unresolved tension within the company: executives want to improve conditions within factories, but that dedication falters when it conflicts with crucial supplier relationships or the fast delivery of new products. [...]

“We’ve known about labor abuses in some factories for four years, and they’re still going on,” said one former Apple executive who, like others, spoke on the condition of anonymity because of confidentiality agreements. “Why? Because the system works for us. Suppliers would change everything tomorrow if Apple told them they didn’t have another choice.”

Liest man solche Berichte und Kommentare muss man sich doch an den Kopf fassen, wenn andernorts eine Lanze für die Flexibilität chinesischer Unternehmen gebrochen wird. Kurz nach Erscheinen des oben genannten Berichts, hat der neue CEO von Apple, Tim Cook, eine interne E-Mail an sämtliche Mitarbeiter geschickt, die natürlich nicht lange intern blieb. Darin heißt es:

As a company and as individuals, we are defined by our values. Unfortunately some people are questioning Apple’s values today, and I’d like to address this with you directly. We care about every worker in our worldwide supply chain. Any accident is deeply troubling, and any issue with working conditions is cause for concern. Any suggestion that we don’t care is patently false and offensive to us. As you know better than anyone, accusations like these are contrary to our values. It’s not who we are. [...]

We will continue to dig deeper, and we will undoubtedly find more issues. What we will not do — and never have done — is stand still or turn a blind eye to problems in our supply chain. On this you have my word.

An dieser Stelle möchte ich das Thema so stehen lassen und es jedem selbst überlassen, sich die eigene Meinung zu bilden. Nur eines sei erwähnt:  fast zeitgleich mit der Reaktion von Apple, gab es auch Reaktionen aus China. Die dortigen Leser wollten sicherstellen, dass die Öffentlichkeit weiß, dass die anderen dort produzierenden Unternehmen diesbezüglich keinen Deut besser sind.
- via macrumors 1 / 2 -

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3 Kommentare

  1. Das Problem ist ja, dass man als Kunde gar keine Wahl hat, bzw. nur die Wahl, ob man z.B. ein Smartphone nutzen will oder nicht. Wenn man aber eins will, kann man ja kaum sagen: “ich kaufe aber eins von einem fairen Hersteller” – wo findet man den denn? Apple ist jetzt besonders im Gespräch, aber bei Samsung & Co. wird es wohl kaum besser aussehen.

  2. Zwar bin ich selbst nicht wirklich von Apple überzeugt, aber ich würde ebenfalls sagen, dass das ein größeres Problem innerhalb China ist. Schließlich hört man da ja öfter etwas von, aber das scheint sich einfach nicht so rumzusprechen wie bei Apple, da kriegt man ja schließlich auch viel mehr Traffic.. :/

  3. [...] = 15; Es ist doch so, dass ungeachtet aller Patentstreitigkeiten und Diskussionen rund um die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern von Apple, niemand der Firma aus Cupertino das Wasser reichen kann –  zumindest nicht was den [...]

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