Schlechte Nachricht: Kids von heute mutieren immer mehr zu TV- und PC-Junkies

Kaiser-Family-Foundation

Ich habe mir bereits gedacht, dass die heutige Jugend leicht für die Glotze und Videospiele zu begeistern ist. Dass der Medienkonsum der 8-18 Jährigen aber mittlerweile 11 Stunden täglich ausmacht, hat meine kühnsten Vermutungen um einiges übetroffen.

Nach einer Studie von Kaiser Family Foundation, die auf die Forschung zu Themen der Gesundheitspolitik spezialisiert sind, haben die Heranwachsenden 2009 damit soviel Zeit mit den verschiedenen Medien verbracht wie nie zuvor. Nicht besonders erstaunlich ist, dass die Jugendlichen den Großteil ihrer Freizeit mit den sozialen Netzwerken, chatten und YouTube-Videos schauen verbringen. Auch der Fernsehkonsum kommt nicht zu kurz. Hier ist die Zahl von 3,75 Stunden auf 4,5 Stunden angestiegen. Während die Glotze läuft wird dabei häufig noch gelesen, gedaddelt oder einer anderen Beschäftigung nachgegangen.

Die Art der Kommunikation hat sich auch geändert. Heutzutage wird pro Tag 1 ½ Stunden mit Nachrichten auf dem Mobiltelefon eintippen verbracht und lediglich eine Stunde mit „echter“ Face-to-Face-Kommunikation. Der Medienkonsum ist auch altersabhängig. So steigt dieser von 8 Stunden bei den 8-10 Jährigen auf ungefähr 12 Stunden bei den 11-14 Jährigen. Des Weiteren ist auch ein Zusammenhang zwischen ethnischem Hintergrund und Medienkonsum zu erkennen. Danach haben afro-amerikanische und hispanische Kinder mit 13 Stunden einen deutlich höheren Durschnittskonsum im Vergleich zu 8,5 Stunden ihrer „weißen“ Spielkameraden. Das hängt damit zusammen, dass hier  laut Studie öfter mal das Fernsehgerät ausgeschaltet wird. Besonders während der Mahlzeiten. Zudem setzen hier die Eltern tendenziell häufiger Spielregeln zum Mediengebrauch des eigenen Nachwuchses auf.

Um den massiven Mediengebrauch zu bewältigen, stehen den Teens eine gestiegene Zahl an elektronischen Endgeräten zur Verfügung. Fast jeder unter ihnen findet in seinem Haushalt einen TV, DVD-Player, Radio, PC, CD-Player und Videokonsole vor. Lediglich die Prozentzahl der portablen CD-Player ist deutlich von 62 Prozent im Jahr 2004 auf nunmehr 12 Prozent gefallen. Dies steht wohl unmittelbar mit dem Trend im Zusammenhang, sich heutzutage MP3 im Netz zu besorgen, als sich die CD’s seines Lieblingskünstlers im Ladengeschäft zu kaufen.

Die Studie macht mir ein wenig Angst. Wie wird sich wohl die Gesellschaft und die Kommunikationsformen in 10-20 Jahren darstellen, wenn der Trend weiter anhält? Wie verhalten sich die Medienjunkies, wenn sie erwachsen sind? Verlieren sie die Fähigkeit zur echten Kommunikation? Eine gute Nachricht hält die Studie dann doch noch bereit. Täglich verbringen die Kids im Durschnitt zwei Stunden mit einer physischen Betätigung. Im Vergleich zu 2004 ist diese Zahl zumindest nicht gefallen.

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