Smart Home: Honeywell Evohome im Test

„Smart Home“ ist heutzutage schon fast zu einem Modewort geworden und wird von vielen Firmen benutzt, um das neue Zeitalter der Haustechnik einzuläuten. Doch viele Produkte sind gar nicht so smart, wie sie beworben werden. Wir möchten euch in den nächsten Wochen mehrere Produkttests zum vernetzten Zuhause vorstellen. Starten möchte ich mit meinen Eindrücken zur intelligenten Heizungssteuerung evohome vom Hersteller Honeywell!

DSC_1280

Lieferumfang

Zum Testen stand mir ein Honeywell evohome Mehrzonen Paket und eine Erweiterung zur Internetfähigkeit des Systems zur Verfügung. Dieses Bundle besteht dabei aus folgenden Komponenten:

  • 1x Steuerzentrale
  • 4x Heizkörperthermostate
  • 1x Honeywell evohome Gateway
  • Bedienungs- & Installationsanleitungen

Installation

DSC_1195

Die Installation ist nach Bedienungsanleitung eigentlich ein Kinderspiel. Zu allererst müsst ihr die Basisstation aufstellen, an der ihr die Thermostate gleich vor der Installation am Hezkörper anmelden solltet. Die Basis ist hier in der Rolle der zentralen Steuereinheit für euer Heizungssystem. Wenn ihr das Bediengerät aufgehangen oder aufgestellt und mit dem Strom verbunden habt könnt ihr starten.

Tipp: Zur einfacheren Einrichtung kann man das Gerät auch ohne Netzstrom betreiben und mit zu den Heizkörpern nehmen! Ein verbauter Akku macht’s möglich (hält ca. 30 Minuten)!

Die alten Heizkörperthermostate müssen als nächstes ab! Als vorbereitenden Schritt solltet ihr die aktuellen Thermostate dazu auf die höchste Stufe (5) stellen. Danach benutzt ihr bitte eine Rohrzange oder einen Maulschlüssel zur Demontage der alten Ventile. NICHT versuchen die alten Thermostate am Regler selbst abzudrehen, da ihr eventuell die Ventil-Aufnahme aus dem Heizkörper schraubt und Wasser austreten könnte.

Ist das alte Ventil abmontiert, könnt ihr mit der Montage der neuen Thermostate beginnen. Dies ist ziemlich gut und ausführlich in der Anleitung beschrieben:

Nachdem ihr die Heizkörperregler installiert habt, könnt ihr die „Geführte Konfiguration“ an der Basisstation starten. Dort werdet ihr nach der Anzahl der Räume gefragt, die ihr einrichten möchtet und nach dem jeweiligen Raumnamen. Während dieser Konfiguration erfolgt auch die Zuordnung der Thermostate zu den Räumen. Hier hatte ich absolut keine Probleme. Das System war mit vier Räumen innerhalb von 20 Minuten installiert und konfiguriert.

DSC_1192

Als Zusatzmodul hatte ich noch den evohome Gateway zur Verfügung, der ebenfalls an der Basisstation angemeldet wird und dann über die Honeywell evohome Loginseite registriert werden muss. Über diesen Gateway werden die Daten eurer Heizungssteuerung zu Honeywell gesendet. Dies ermöglicht euch die Kontrolle der Temperaturen von unterwegs. Datenschützer werden sicherlich laut aufhorchen, da Honeywell die Adresse zur Registrierung wissen möchte. Außerdem hat der Hersteller theoretisch auch Einblicke über eure Heizpläne und weiß somit, wann ihr Zuhause seid und wann nicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

Hat man diese Anmeldung nun ebenfalls abgeschlossen ist die reine Installation erledigt. Wenn ihr dabei etwas vergessen solltet, könnt ihr jeden Schritt auch beliebig oft wiederholen. Der Hersteller hat sich hier richtig Gedanken gemacht, wie man die Einrichtung erleichtern kann.

Bedienung, Heizpläne etc.

Nachdem alles eingerichtet ist, muss man die Steuerung natürlich auch irgendwie benutzen, wobei man nun die Möglichkeit hat, dies über die App zu tun, die Basisstation zu verwenden oder direkt an den Thermostaten einfach die Temperatur zu regeln. Die Reglung am Ventil funktioniert komfortabel über einen drehbaren Ring, der bei Bewegung ein leises Klick-Geräusch von sich gibt. Ich denke hier muss man nicht viel erklären.

DSC_1263

Die Einrichtung der Raumtemperatur ist über die Basisstation genauso einfach: Über den Touchscreen wählt ihr den Raum aus und könnt dort einstellen, ob die Temperatur permanent gehalten werden soll, die Temperatur bis zu einer bestimmten Uhrzeit auf einem Niveau bleiben soll, oder ob ihr einen Zeitplan einstellen möchtet. In der Einstellung für die Zeitpläne könnt ihr nun Punkte auf einem 24h Zeitstrahl setzen, zu denen der gewählte Raum eine gewünschte Temperatur haben soll. Habt ihr das erledigt, könnt ihr den eingestellten Zeitplan auf mehrere Wochentage kopieren oder jeden Tag manuell einstellen. Das Ganze sieht dann folgender Maßen aus:

DSC_1279

Nun kommt das eigentliche Feature der Honeywell evohome Heizungssteuerung zum Einsatz: Das System lernt, wie lange die Räume benötigen, um sich aufzuheizen und stellt die Thermostate aufgrund dieser Annahmen so ein, dass ihr zuverlässig immer die gewünschte Temperatur im Raum habt. Das hat in meinem Test hervorragend und konstant funktioniert. Sollte die Heizung im Keller abgeschaltet sein, wird natürlich auch kein Heizkörper warm werden. Übrigens ist der Motor der Thermostate zwar hörbar, aber angenehm leise.

Im Interface der Basiseinheit sieht man übrigens nicht nur die eingestellten Wunschtemperaturen, sondern auch die aktuelle Temperatur des jeweiligen Raumes. Weiterhin stellt die Anzeige auch automatisch in einen Nachtmodus um, bei dem der Hintergrund von weiß zu schwarz wechselt. Nett, damit der Raum im Dunkeln nicht durch das Panel beleuchtet wird.

Neben den bereits erwähnten Funktionalitäten, kann man auch besondere Aktionen von der Bedieneinheit starten. Dabei gibt es folgende Optionen:

  • Heizung aus: Die Temperatur aller Räume wird auf 5 Grad gestellt.
  • Sonderprogramm: Räume, die man einem Sonderprogramm zuordnet folgen einem bestimmten Zeitplan.
  • Ausnahmetag: Alle Räume folgenden einem für Ausnahmetage definierten Zeitplan. Der Standard dafür ist Samstag.
  • Abwesend: Die Temperatur aller Räume wird auf eine voreingestellte „Abwesenheit-Temperatur“ gestellt. Hier ist 15 Grad der Standard.
  • Economy: Die Temperatur aller Räume wird um 3 Grad gesenkt.

Natürlich kann man über die Bedieneinheit noch viele weitere Einstellungen durchführen bspw. Räume umbenennen, Raumreihenfolge ändern, Anzeige personalisieren etc., Ich bin positiv überrascht, welche Möglichkeiten Honeywell hier bietet und wie einfach die Bedienung ist.

Neben der zentralen Steuereinheit stand mir noch der Honeywell evohome Gateway zur Verfügung, welcher dafür sorgt, dass man die Heizung auch von Unterwegs per App steuern kann. Dazu muss man sich auf der Honeywell Connect Website via Wohnadresse und Mac-Adresse des Gateway registrieren und einen Account anlegen. Ist dies geschehen synchronisiert sich die App mit dem Bediengerät, welches bei euch zu Hause steht. Das Programm ist für Android und iOS verfügbar und bietet genau dieselben Steuerungsmöglichkeiten, wie das zentrale Steuergerät.

Screenshot_2015-11-24-07-34-01

Ihr bekommt eine Übersicht der Räume mit der aktuell vorliegenden Raumtemperatur und der eingestellten Wunschtemperatur. Weiterhin könnt ihr über die Auswahl des Raumes auch die Zeitpläne ändern, kopieren etc. Ich muss auch hier positiv erwähnen, dass Honeywell sich Gedanken gemacht und bei der Entwicklung der App nicht geschlampt hat. Alles funktioniert reibungslos, es gibt keine Hänger oder gar Abstürze und Änderungen werden direkt und fehlerfrei synchronisiert – Klasse!

Auch die Sonderaktionen wie Abschalten der Heizung etc. lassen sich über die mobile Lösung umsetzen – also 100% Funktionsumfang der normalen Steuereinheit in der Hosentasche. Volle Kontrolle über die Heizung von überall auf der Welt (mit Internetverbindung)! Super komfortabel! Das Einzige, was man bemängeln kann ist die fehlende Windows Mobile App oder eine Weboberfläche, aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau.

Auch nach nunmehr fast vier Wochen Test funktioniert alles ohne irgendwelche Probleme und auch die Batterieanzeige der Thermostate hat bisher noch keine Änderungen angezeigt. Honeywell gibt hier Laufzeiten von mehr als einem Jahr an. Sollten die Batterien doch einmal leer sein, können zwei neue AA Batterien eingesetzt werden.

Fazit zum Honeywell evohome System

IMG_0703

Das Honeywell evohome Heizungssystem überzeugt mich durch und durch. Selten hat man einen Hersteller gesehen, der sich so viel Gedanken um die Bedürfnisse der Nutzer macht. Wie richte ich was ein und was passiert wenn ich etwas vergesse? Alle Komponenten sind durchweg sehr gut verarbeitet und aus wertigen Materialien gefertigt worden.

Ein großer Vorteil des Systems ist der autarke Betrieb! Über die Basisstation hat man alle Möglichkeiten des Systems, auch wenn man keine Internet-Tools, Tablets, PCs oder sonstiges zur Hand hat. Ideal also auch für den Einsatz bei unseren älteren Mitbürgern, die sich nicht für Tablets interessieren, aber dennoch einen Überblick über die Temperaturen im Haus haben wollen. Die App macht den mobilen Zugriff möglich und bietet dabei alle Vorteile der zentralen Steuereinheit. Der einzige Nachteil ist, dass das evohome System nicht ganz preiswert ist, aber gute Qualität und neueste Technik kostet nun einmal etwas Geld. Im Moment könnt ihr die Kompontenten zu folgenden Preisen bei Amazon erwerben:

Hat euch der Test gefallen, habt ihr Fragen oder fehlt euch noch etwas? Dann hinterlasst doch einfach einen kurzen Kommentar!

Vielen Dank an Honeywell für die Bereitstellung der Testgeräte!

Olli
Folgt mir ^^

Olli

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.
Olli
Folgt mir ^^

Veröffentlicht von

www.stereopoly.de

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.