Von der Idee zur App: Alfred Luger erzählt von seinem Weg zur App runtastic

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Ideen für Apps haben sicher viele im Kopf – doch die Umsetzung…. Alfred Luger hat dies hinter sich und die App runtastic auf den Markt gebracht. Da er auch unser 200ster Facebook-Fan ist, bot sich die Gelegenheit für ein Interview von der Idee bis zur Umsetzung einer App. Hier erfahrt ihr mehr über Höhen und Tiefen auf dem Weg zur App runtastic und natürlich über Alfred Luger (Zweiter von rechts).

STEREOPOLY: Du bist ja unser 200ster Facebook Gewinner und damit auch der Gewinner vom iTunes Gutschein. Weißt du schon, was du dir von dem Gutschein besorgst, beziehungsweise hast du den schon verplant?

Alfred: Nein hab ich noch nicht – vermutlich aber ein paar interessante Bezahlapplikationen erwerben (habe nämlich bis jetzt noch keine App gekauft ;-) )

STEREOPOLY: Doch du bist ja nicht nur der 200erste Facebook-Fan, sondern auch der Alfred Luger. Erzähl ein bisschen von dir. Wer ist Alfred Luger?

Alfred Luger, also ich, ist ein motivierter, junger (27 Jahre) Jungunternehmer, der gemeinsam mit 3 Kollegen die Fa. runtastic GmbH im Oktober 2009 gegründet hat und deshalb ne ziemliche steile Lernkurve und lässige Zeit erlebt. Hobbies sind Sport (Laufen, Fußball, Radfahren, Schwimmen) und – nennen wir sie – strategische Spiele (Schach und Poker).

Außerdem hast du uns erzählt, dass du die iPhone App runtastic mitentwickelt hast. Da sind aber mehrere im Bunde. Wer ist alles dabei?

Mit im Team sind Rene Giretzlehner (zuständig für Webportalprogrammierung und Design), Florian Gschwandtner (Vertrieb und Social Media) und Christan Kaar (Server- und Hardwareentwicklung + Android). Ich zeichne und bin verantwortlich für Marketing, Strategie und Organisationsentwicklung. Wir haben zwei Entwickler (Stefan und Lin) mit an Board (zuständig für iPhone Developement). (Anm. d. Red. – im Bild von links nach rechts: Christian, Flo, Alfred und Rene)

STEREOPOLY: Sind das Freunde von dir? Wo habt ihr euch kennengelernt?

Ja – ein Unternehmen aufzubauen schmelzt zusammen. Meine drei Kollegen (Rene, Christian, Florian) haben gemeinsam in Hagenberg Mobile Computing studiert und ich mit Florian in Steyr bzw. Linz ein Wirtschaftssstudium. Zudem kennen wir uns schon länger vom Fortgehen – unsere Wohnorte lagen nebeneinander. Er war der Brückenschlag zu Rene + Christian. Seit nun mehr über einem 1 Jahr arbeiten wir aktiv zusammen.

Eine App entsteht

STEREOPOLY: So eine iPhone-App entwickelt man ja nicht jeden Tag. Die App dreht sich ja rund um Sport, Workouts und Training. Treibt ihr selber gerne Sport und seid deshalb auf die Idee gekommen?

Alfred: Ja, wir betreiben alle Sport. Wir haben die iPhone App zu Beginn als Ergänzung zu unserem permanenten Zeiterfassungssystem für Städte und Gemeinde gesehen – jetzt sind beide Schienen gleichwertig in der Unternehmensstrategie verankert.

STEREOPOLY: Nach der Idee – kam da sofort die Umsetzung?

Alfred: Eigentlich, ja

STEREOPOLY: Wie lange hat es gedauert bis die App fertig war?

Alfred: Ca. 4 bis 5 Monate (1. Version)

STEREOPOLY: Wie muss ich mir das vorstellen, wenn so eine App entsteht? Sitzen da alle nerdmäßig in einem Keller und basteln und tüfteln?

Alfred: Nein, eine Person entwickelt richtig (coded), der Rest bringt Ideen, Grafiken und testet die App und kümmert sich um unsere anderen Produkte (zB Sportportal). Wir haben ein Büro im Erdgeschoß mit viel Licht – das nerdmäßige Verhalten hält sich also in Grenzen J

STEREOPOLY: Was war die größte Hürde beim Entwickeln der App?

Alfred: Sich auf das Wesentliche konzentrieren u. kein „Over-Engineering“ zu betreiben.

STEREOPOLY: Hattet ihr Sponsoren?

Alfred: Nein, aber mit der Zeit Gründungsförderungen an Land gezogen.

Die App runtastic

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STEREOPOLY: Herausgekommen ist runtastic, eine App für sportliche Betätigungen. An wen richtet sich die App genau? Mehr an den professionellen Sportler oder eher den Hobbyjogger?

Alfred: Die App richtet sich eher an Hobbysportler, und Personen die sich vermehrt wieder bewegen möchten – obwohl wir durchaus einige Profis als Nutzer gewinnen konnten. Die App ist ideal zum Tracken aller Outdoorsportarten bzw. auch zur Dokumentation von Indoor-Aktivitäten (über die manuelle Dateneingabemöglichkeit). Des Weiteren soll sie einem helfen abzunehmen und zur vermehrten Sportausübung motivieren. Beispielsweise kann man einstellen, dass man ein Salami-Pizza oder Schokolade auf Basis des Kalorienverbrauch verbrennen möchte. Die Sprachausgabe motiviert einen dazu.

STEREOPOLY: Man hat über runtastic direkten Zugriff auf soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Ich kann mich sogar direkt über Facebook für runtastic anmelden. Wieso sind die sozialen Netzwerke integriert (Facebook / Twitter)? Soll ich da gleich meine Ergebnisse posten und ein bisschen angeben?

Alfred: Ja, das wäre toll ;-) – wichtig ist uns, dass jeder Nutzer seine Aktivitäten mit Freunden teilen kann bzw. der Öffentlichkeit mitteilen kann. Daher führt kein Weg an den etablierten Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter vorbei. Der Facebook-Login ist zusätzlich interessant, da wir den Nutzern die Registrierung bei runtastic so einfach wie möglich machen wollen. Ein mühsames Eingeben der Daten ist damit nicht mehr möglich.

STEREOPOLY: Was zeichnet runtastic gegenüber anderen Sport-Apps aus und macht es zu etwas Besonderem?

Alfred: Die Nutzer schätzen bei unserer App das Design sowie die Usability und das Social-Networking-Sportportal www.runtastic.com. Die sehr guten Userbewertungen und –kommentare im itunes Store sowie im Forum zeigen das. Der größte Konkurrent ist sicherlich runkeeper, der als 1. Anbieter am Markt in den USA war u. auch von der New York Times gepusht wurde. Ansonsten gibt es mehrere Sportanwendungen (zB map my fitness, trailguru), die meisten jedoch ohne Portal im Hintergrund.

STEREOPOLY: Was bekomme ich, wenn ich für 1,59 Cent upgrade?

Alfred: Du bekommst ein Sprachfeedback zu deinen laufenden Aktivitäten (Tempo, Zeit, Kalorienverbrauch, u.v.m.). Außerdem kann du dir eigene Workouts anlegen und entsprechend deinen Fähigkeiten gestalten.

STEREOPOLY: Wie viele Workouts bekomme ich bei der kostenfreien Version? Was beinhalten die Workouts?

Alfred: Du bekommst in der kostenlosen Version insgesamt 10 Workouts zur Auswahl. Jeweils 2 pro Kategorie (Distanz/Zeit, Pace, Distanz, Zeit, Kalorien). Die Workouts sind alle von uns life getestet. Ich habe beispielsweise Distanz/Zeit getestet – da die 5 bzw. 7 km mit durchschnittliche Distanz darstellt.

STEREOPOLY: Wie lange habt ihr für das Layout gebraucht? Das ich persönlich übrigens sehr gut finde. Dynamisch, sportlich gut.

Alfred: Kann ich dir nicht genau sagen, da es sukzessive in einem iterativen Prozess verbessert wurde. Auf jeden Fall danke für dein positives Feedback.

Der Weg zur App runtastic: “Nicht von den Kritikern abhalten lassen”

STEREOPOLY: Du hast den Weg eine App zu kreieren hinter dir. Einige haben es aber noch vor sich oder stecken mitten drin. Was würdest du diesen Leuten raten, die eine Idee für eine App haben. Wie sollen sie vorgehen, um die App umzusetzen?

Alfred: Nicht von Kritikern abhalten oder verunsichern lassen. Gerade in Österreich gilt die folgende Mentalität bzgl. Unternehmensgründern:

  1. Eine neue Idee ist grundsätzlich schlecht bzw. zum Scheitern verurteilt
  2. geht die Idee auf sind alle neidisch und sprechen von Glück
  3. scheiterst du, haben es eh alle immer schon gewusst!

In Summe einfach ne lächerliche Grundhaltung – die Amis und auch Deutschen, wie es mir gesagt wird – ticken da etwas konstruktiver. Aber sei es drum – wir ziehen unser Ding ohnehin durch und wollen international reussieren. Ö ist zwar unser Heimmarkt, aber in Zukunft im Bereich der mobilen Schiene bei runtastic sicher nicht der Kernmarkt.

Bzgl. Vorgehensweise für Entwickler: Einfach tun, probieren und nicht beim ersten Rückschlag oder beim Auftreten von Konkurrenz aufgeben. Konkurrenz ist nämlich sehr gut – es zeigt, dass auch andere einen Markt sehen – womit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es wirklich einen Markt bzw. Kundenbedürfnisse gibt.

STEREOPOLY: Welche Kenntnisse benötige ich, um eine App zu entwickeln und zu programmieren bis sie so gut ist wie runtastic?

Alfred: Man braucht imho sehr gute Programmierer – da haben wir mit der FH Hagenberg, die im internationalen Vergleich eine konkurrenzfähige Ausbildung bieten, einen starken Partner – sogar Nokia rekrutiert verstärkt in diesem kleinen oberösterreichischen Dorf ;-) . Meine Kollegen sind dort auch als Lektoren im Softwaredevelopement-Bereich tätig, was uns die Rekrutierung etwas erleichtert.

Auf der anderen Seite braucht man etwas Gespür, was die Leute brauchen könnten – dieses bekommt man nur über Gespräche mit den Anwendern. Wichtig ist jedes Feedback ernst zu nehmen und potentielle , noch so (für uns) triviale Probleme bei der Nutzung der Applikation zu hinterfragen. Apple ist in diesem Bereich Usability und Design Vorbild.

Kurzfragen am Ende ;-)

STEREOPOLY: War runtastic deine erste App?

Alfred: Ja, es war unsere erste App

STEREOPOLY: Hast du noch Ideen für weitere im Apps im Kopf?

Alfred: Ja, viele sogar – nur die Zeit nicht im Moment ;-)

STEREOPOLY: Welche App hättest du gerne erfunden?

Alfred: Shazam – finde ich einfach grenzgenial

STEREOPOLY: Was ist deine Lieblingsapp?

  • Twitterific (mobile Twitter) für unterwegs
  • iHunger bei Hunger (wie jetzt grad)

STEREOPOLY: Das Gespräch mit dir Alfred hat mich sehr gefreut – vielen Dank für die Infos

Alfred: Gerne

Kleiner Nachtrag zur App runtastic

Ich habe die App natürlich getestet und auf mein iPhone geladen. Begrüßt wird man durch die Aufforderung sich bei runtastic anzumelden. Das muss man aber nicht machen und kann runtastic auch erst einmal so testen und alles ausprobieren. Wenn ich alles meine, dann fällt darunter die Einstellung einer Sportart beziehungsweise Aktivität, die reichen von der Rudermaschine aus dem Fitnesscenter über das Joggen bis zum Langlaufski. Auf diese mit Distanz und Zeit erfassten Aktivitäten kann man später zurückgreifen. Man kann aber auch ein vorgegebenes Workout wählen, die sich nach Distanz/Zeit, Pace, Distanz, Zeit und Kalorien aufteilen (siehe Bild links).

Unter Einstellungen kann man seine persönlichen Daten festlegen und gelangt gleich zu den sozialen Netzwerken. Und natürlich bietet die App noch eine ganze Menge mehr für Sportfans. Mit einem Upgrade kommen noch weitere Funktionen hinzu wie auch ein sprachlicher Motivator, wobei ich die Stimmen nicht allzu ansprechend fand, aber das ist Geschmackssache. Genauso wie das Layout, das ich echt schlicht und gut finde.

Wer sich für die App runtastic interessiert und sein Frühlingsworkout damit beginnen möchte, kann sie gleich im App Store beziehungsweise iTunes-Store runter laden. Wahlweise gibt es auch die Variante runtastic ice für den Wintersport.

runtastic


3 Kommentare

  1. Hi,

    toller Artikel und schöne App. Könnt ihr nicht unter allen Kommentatoren einen Gratis-Zugang raushaun? :)

  2. Die App ist ja gratis?

    Aber auch von meiner Seite – super App :-)

  3. Die App selber ist Gratis und bietet schon eine ganze Menge. Auch der Zugang auf der Webseite von runtastic ist for free. Einzig das Upgrade der App würde 1,59 Euro kosten, das ist aber optional.

    Und endlich macht das Wetter auch wieder richtig Laune auf Joggen und Outdoorsport ;-)

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