
Jugendliche spielen nachmittags auf der Webwiese. Sie verabreden sich auf SchülerVZ, laden das Foto mit der Freundin auf Flickr hoch und stellen den Kurzfilm der letzten Feier auf YouTube ein. Nun zieht in der Kampagne „Wacht Your Web“ der „Webman“ gegen den „Data Devil“ in den Kampf.
Die Startseite der Kampagne war anfangs total überlastet. Auf der Homepage können Jugendliche (und Erwachsene) einen Test machen. Der verrät ihnen, welcher “Webtyp” sie sind und wie gefährlich ihr Verhalten ist. Dorf finden sich auch Anleitungen, wie jeder seine persönlichen Daten bei sozialen Netzwerken schützen kann. Das ist für jeden interessant.
Der Webman, das ist der Schützer aller Daten, der niemals etwas Preisgeber, der Gute unter den schwarzen Schafen. Data Devil ist folglich der Böse. Er verkörpert die Daten, die von jedem frei einsehbar im Netz rumschwirren. Vier Filmchen schmücken die neue Kampagne und hier gewinnt immer der gute Webman. Ob das in der Realität auch so ist? Viele Jugendliche sind doch eine gute Zielgruppe für die Datenfreigabe, weil sie diese nicht so stark hinterfragen wie Erwachsene.
Bei der Kampagne handelt es sich um eine Bundesweite Netzaktion, die eine Unsumme von Geld gekostet hat. Unterstützt wird sie von den üblichen Verdächtigen: SchuelerVZ, Wer-kennt-wen, Lokalisten und auch MTV, Viva sowie die Telekom sind dabei. Ziel ist es den Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren persönlichen Daten zu vermitteln. Denn selten wird aus dem Exhibitionismus im Web ein Star wie bei Mia Rose und nicht immer siegt der gute Webman.
Wenn Webman nicht siegt, kann es peinlich werden. Persönliche Gefühle breiten sich aus wie ein Lauffeuer und mehr als einem lieb sind, bekommen intime Gespräche mit. Aber können Jugendliche durch diese längst überfällige Kampagne überhaupt geschützt werden? Ist das Fassen auf die Herdplatte nicht der Beste Schutz, um nicht wieder darauf zu fassen? Grotesk finde ich, dass die Jugend mit dieser Kampagne vor dem gläsernen Bürger geschützt wird.



