XP in China als Ubuntu-Klon erfolgreich

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Zuletzt schien es, als würden die dreisten Raubkopien in China weniger werden. Der Verkauf von schlicht kopierter System-Software unter dem Namen „Tomato Garden Windows XP” wurde sogar gerichtlich unterbunden. Doch nun erscheint XP erneut auf dem chinesischen Mark. Diesmal als ein optischer Klon der Erfolgssoftware.

Dass es so schnell gehen und vor allem so dreist durchgeführt werden würde, konnte man nicht erwarten. Denn noch im August hatte ein chinesisches Gericht einige „Software-Spezialisten“ von Tomato Garden für bis zu vier Jahre eingebuchtet, weil sie kopierte XP-Software verkauften, berichtete Reuters. Damit atmete Microsoft als größter Vertreiber von System-Sofware auf, denn bislang wurden die geklauten Software-Kopien in China von Analysten auf bis zu 80 Prozent geschätzt.

Nun rückte die Klon-Maschinerie an. Diese geht mittlerweile so dreist vor, dass nicht mehr nur die typisch 90`er Jahre Fake-Produkte wie Uhren und Bekleidung gefälscht werden, sondern auch alle Arten von Konsumgütern und sogar die aktuellsten elektronischen Geräten wie das iPhone. Aber zurück zu XP. Die ebenfalls kopierende Software-Schmiede Ylmf stoppte ihren Verkauf nach dem Urteil gegen Tomato Garden zunächst, ist dafür jetzt aber um so dicker im Geschäft, wie die folgenden Bilder zeigen:

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Nein, Ylmf ist keinen Lizenzvertrag mit Microsoft eingegangen. Was wir hier sehen, ist ein eins zu eins Clon von Windows XP, dessen GUI dem Original bis auf den letzten Pixel gleicht. Der Unterschied zu der vorherigen verkauften Version ist jedoch, dass diese auf Ubuntu basierende Software tatsächlich selbst entwickelt wurde. Nun kann Ylmf also nicht mehr wegen des geraubten Quellcodes dran genommen werden, doch auch die XP-Oberfläche ist markenrechtlich geschützt. Zumindest ist sie das eigentlich, denn so weit sind die chinesischen Richter im internationalen Patent- und Markenrecht vermutlich noch nicht ausgebildet.

Aber auch Microsoft hat geschlafen. Bei der Vergabe der Short-Domains mit nur zwei Buchstaben würde nämlich versäumt, sich die Adresse www.xp.com zu sichern. Mittlerweile führt sie nach China, und wird auf www.Ylmf.org umgeleitet.

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