01phone: Nur fatales Marketing eines Gadget-Magazins

Unter dem Namen »01« hat ein ungenanntes Unternehmen ein neues Mobiltelefon angekündigt, das mit innovativen Features überrascht. Wie das Technologieportal »T3« berichtet, verfügt das 01 über eine Fünf-Megapixel-Kamera, 32 Gigabyte internen Speicher und ein virtuelles Keyboard. Woher T3 diese Informationen bezogen hat, verrät das Onlinemagazin allerdings nicht. Auf der 01-Hompage finden sich lediglich ein Foto und ein Countdown. Demnach soll das Mobiltelefon am 22. September 2008 auf den Markt kommen.

Per Laser ein Keyboard auf dem Tisch

Das interessanteste Feature des 01 ist das virtuelle Keyboard. Ein Laser-Beamer, der in das Telefon integriert ist, projiziert eine vollwertige Tastatur auf eine glatte Oberfläche. Ein Infrarot-Sensor registriert, welche virtuelle Taste der Benutzer betätigt. Das 01 wäre das weltweit erste Mobiltelefon, das diese Art der Befehlseingabe nutzt.

Das 01 bietet darüber hinaus einen vollwertigen Touchscreen, wurde mit 3G-Mobilfunkverbindungen ausgestattet und verfügt über Kontrollknöpfe für die Multimediawiedergabe am Gerät. Das neue Handy könnte somit als Konkurrenz zu den derzeit am Markt befindlichen Trendsettern wie iPhone, Blackberry Bold oder Nokias N96 positioniert werden.

Wenn das Wörtchen “wenn” nicht wär…

Interessanterweise findet sich nicht nur die T3-Homepage auch auf dem Display des Mobiltelefons wieder, wodurch die Ankündigung mit einer Portion Skepsis betrachtet werden muss. Bei tieferer Recherche, wer hinter dem 01 steckt, sind wir außerdem (wer hat’s gedacht?) auf den Verlag des Magazins T3 gestoßen. Ein einfacher Check der Domain macht klar, dass die Magazin-Domain t3.com einer gewissen Firma namens Future Publishing gehört. Rein zufällig hat eben diese Firma auch die Rechte der Domain des sagenumworbenen Telefons inne. Das erklärt nicht nur das Insiderwissen der T3-Redakteure, sondern macht auch ziemlich deutlich, dass diese eine Marketing-Aktion zu sein scheint, die schon vor Release nach hinten losgegangen ist. Selbst die eigenen Leser zweifeln in Kommentaren bereits an der Glaubwürdigkeit der Meldung.

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