Amazon Cloud Play: „Wir brauchen keine Lizenz“ – Klage von der Musikindustrie steht an

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Amazons gestern gestarteter Cloud-Streaming-Service „Cloud Drive und Play“, mit dem die eigene digitale Musiksammlung ausgelagert und von überall über das Internet abgerufen werden kann, verfügt offenbar nicht über notwendigen Lizenzen der Musikfirmen. Sony Music droht bereits, rechtliche Schritte einzuleiten.

Amazon setzte die Music-Label über das Vorhaben, einen eigenen Streaming-Service zu starten, erst in der vergangenen Wochen in Kenntnis. Noch später hätte Amazon die Aushandlung der notwendigen Lizenzen angesprochen, so eine Person, die mit dem Sachverhalt vertraut ist. Liz Young, Sprecherin von Sony Music, hofft, dass ein neues Lizenzabkommen abgeschlossen werden könne, man ließe sich allerdings alle rechtlichen Optionen offen. Von den anderen drei großen Plattenfirmen EMI, Universal Music Group und Warner Music gab es bislang noch keine Stellungnahmen.

„We hope that they’ll reach a new license deal,“ Young said, „but we’re keeping all of our legal options open.“

Amazon sieht das Ganze allerdings doch etwas anders, denn laut Amazon-Sprecherin Cat Griffin sei der Cloud-Player nichts anderes als eine externe Festplatte. Kunden verwalten und spielen ihre eigene Musik. Cloud Play funktioniere nicht anders als die bereits existierenden Lösungen zur Medienverwaltung. Aus diesen Grund werde keine zusätzliche Lizenz benötigt. Klingt irgendwie einleuchtend. Das Problem: Die Musikindustrie setzt andere Maßstäbe.

„Cloud Player is an application that lets customers manage and play their own music. It’s like any number of existing media management applications. We do not need a license to make Cloud Player available […] The functionality of saving MP3s to Cloud Drive is the same as if a customer were to save their music to an external hard drive or even iTunes.“

Wie sich das Ganze weiter entwickeln wird, ist bislang noch offen, allerdings hat Amazon mit diesem dreisten Zug einen ordentlichen Vorsprung gegenüber Apple und Google herausgespielt, von denen in den nächsten Monaten ähnliche Dienst zu erwarten sind. Diese beiden Konkurrenten haben das Pferd nicht von hinten aufgezäumt, sondern haben sich vor dem Start ihrer Musik-Streaming-Dienste brav an den Verhandlungstisch mit der Platten- und Filmindustrie gesetzt, um die rechtlichen Hürden zu ebnen.

Zum Weiterlesen:

 

via Reuters und Arstechnica-

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10 Jahre zuvor

Also ich sehe das ähnlich wie Amazon. Solange die Kunden, nur auf ihre eigenen Daten zugreifen, hat niemand externes da zu suchen. Die Musikindustrie kann ja schlecht unterstellen, dass jeder dort illegale Musik speichert. Es gibt auch genügend Musiker, die das nutzen könnten um ihre eigene Musik oder ihre Demos dort zu platzieren um sie jederzeit zur Verfügung zu haben. Sonst könnte man auch von jedem Haushalt Lizenzen verlangen, weil man davon ausgeht, das dort nicht erworbene Musik gehört wird.

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