Anwalt zieht SchülerVZ in den Schmutz

Suicide Anwalt zieht SchülerVZ in den Schmutz Web

Anfangs handelte es sich noch um einen Datenklau. Später weitete sich die SchülerVZ Affäre zu einer wahren menschlichen Tragödie aus, die mit dem Freitod des Verdächtigen endete. Nun erhebt der Anwalt des Hackers schwere Vorwürfe gegen die VZ-Netzwerke.

Der Berliner Rechtsanwalt Ullrich Dost ergreift in einer Presserklärung klar die Position seines verstorbenen Mandanten. In dem vorliegendem Fall handele es sich im Gegensatz zu den Meldungen in der Presse nicht um einen Datenklau. Er vergleicht das Handeln von „Daniel“ mit der Einsicht in ein öffentliches Telefonbuch. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Erpressung kritisiert der Anwalt ebenfalls, indem er den „schwarzen Peter“ vielmehr der VZ-Plattform zuweist. Diese habe seinem Mandaten womöglich ein Schweigegeld angeboten, damit dieser von einem Aufdecken der Sicherheitslücken in der Öffentlichkeit absehe. Starker Tobak.

Markus Berger-de León in seiner Rolle CEO der VZ-Netzwerke, hat diese Vorwürfe natürlich umgehend und vehement von der Berliner Social Plattform gewiesen. Er hält die Aussagen von Ullrich Dost „ebenso unglaublich wie haltlos“.

Schwierig einzuschätzen bleibt, wie die Aussagen des Berliner Anwalts zu beurteilen sind. Ein wenig dubios wirkt es schon, dass er nun so öffentlichkeitswirksam vorgeht. Anwaltskanzleien, die sich auf Strafrecht spezialisiert haben, sehen sich einer großen Konkurrenz ausgesetzt. Nun, nach dem Freitod ist das Medieninteresse an dem Schüler-VZ Fall natürlich noch größer und die gewagten Thesen des Anwalts sind nicht gerade dazu geeignet den Trubel zu verkleinern –  kostenlose Publicity. Nur wirklich bedauerlich an dieser Geschichte ist, dass hier ein gerade mal 20 Jähriger sein Leben gelassen hat.

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BLICKWERFER
10 Jahre zuvor

Ich würde sagen, dieser Anwalt hat kein Feingefühl. Er erkennt die Tragik der Geschichte nicht, wenn er den Fall nun für seine Publicity-Zwecke nutzt. Jetzt noch großartig eine juristische Stellungnahme abgeben ist nicht nur überflüssig sondern auch makaber. Vielmehr hätte er der Familie und den anderen Hinterbliebenen sein Beleid aussprechen sollen, in aller Öffentlichkeit. Also mir würde das einen besseren Eindruck der Kanzlei vermitteln.
Durch so ein Verhalten habe ich ebenfalls immer wieder das Problem, dass mich Leute (die mich nicht persönlich kennen) in eine Schublade, mit Juristen wie Herrn Dorst, stecken. Es untermauert das Vorurteil, Juristen seien kalt, berechnend und herzlos. Ich finde es traurig und möchte an dieser Stelle sagen, dass nicht alle Juristen so sind!

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