Apple AirTag Erfahrungsbericht nach 422 Tagen 

Schon seit es die ersten Gerüchte um die AirTags gab, war ich komplett überzeugt von der Idee, dass jedes iOS Gerät mir bei der Suche nach verlorenen Gegenständen helfen kann. Ich habe beim Verkaufsstart der AirTags direkt zugeschlagen und seitdem mehrere im Einsatz.

IMG_6776 Apple AirTag Erfahrungsbericht nach 422 Tagen  Technologie

Abnutzung und Haltbarkeit

Das Design des AirTag hat sich gleich beim Start als hochwertig, allerdings durch die polierte Edelstahlseite als super anfällig für Kratzer herausgestellt. Bereits nach kurzer Zeit zeigen sich auf der Rückseite erste Gebrauchsspuren. Die Kunststoff-Vorderseite mit der optionalen Gravur hat sich besser gehalten, feine Kratzer fallen hier weniger negativ auf und die Gravur ist immer noch gut erkennbar. Den Schutz vor Wasser hat mein AirTag schon im ersten Sommer beweisen müssen. Dabei gab es auch im Nachhinein keine Probleme.

IMG_6787 Apple AirTag Erfahrungsbericht nach 422 Tagen  Technologie

Die Vorderseite hat durch den Anhänger von Belkin einen leichten Abdruck bekommen

IMG_6780 Apple AirTag Erfahrungsbericht nach 422 Tagen  Technologie

Vorteile im Alltag

Von Anfang an gab es viele Menschen, die das Produkt als nicht wirklich sinnvolles Gadget für den im Ökosystem gefangenen Apple User bezeichneten. In gewisser Weise kann ich das nachvollziehen. Als jemand der bereits vor den Gerüchten um die AirTags ähnliche Tracker genutzt hat, vertrete ich in diesem Punkt natürlich eine andere Meinung. Eine gewisse Ernüchterung nach der unspektakulären Einrichtung des AirTags kann ich allerdings nicht leugnen. In den ersten Wochen beschränkte sich der Einsatz hauptsächlich auf die Vorführung bei der Familie oder bei Freunden. Das änderte sich schnell, als ich den von mir mittlerweile häufigsten Anwendungszweck entdeckt habe. Sobald ich einen Ort verlasse und mir nicht sicher bin ob ich alles dabei habe, sehe ich in der Wo ist? App nach, ob die an den Gegenständen befestigten AirTags in der Nähe sind. Natürlich lohnt sich davor ein Blick in die Hosentasche, aber sobald man im Auto sitzt und sich nicht mehr sicher ist ob der Schlüssel wirklich im Rucksack im Kofferraum liegt, ist die AirTag Methode wirklich praktisch. Über das erste Jahr hinweg gab es immer wieder kleine Suchaktionen, die zwar nicht zwangsläufig einen AirTag voraussetzten, aber die ein oder anderen stressigen Minuten konnte ich mir so ersparen. Der ersten großen Einsatz, bei dem mich der AirTag gerettet hat, passierte im Winter. Ich war auf einem verschneiten Weg unterwegs als plötzlich mein iPhone meldete, dass der AirTag an meinem Schlüssel nicht mehr in Reichweite ist. Aus Erfahrung wusste ich, dass diese Meldung immer ca. 500m vom eigentlichen Ort des Verlusts gesendet wird. Am markierten Ort angekommen ging die Suche los. Nach kurzem hin und her laufen hatte ich wieder Verbindung zum Gadget. Nach weiterer Sondierung der Umgebung war auch die Ortung über den U1 Chip, bei der die Entfernung und Richtung mit angezeigt wird, möglich. Nach rund 10m meldete die App, dass der AirTag nur noch wenige Zentimeter entfernt sei. Ein Geräusch des AirTags war allerdings nicht zu hören. Beim Durchsuchen des festgetretenen Schnees am Boden konnte ich den Schlüssel samt AirTag wiederfinden. Durch den starken Schneefall und Personen, die nach mir den Weg gegangen sind, muss der Schlüssel direkt unter einer Schneeschicht verschwunden sein. Das Klingeln wurde wahrscheinlich durch den festgetretenen Schnee gedämpft. Ohne den AirTag wäre der Schlüssel wohl erst wieder bei Tauwetter gefunden worden.

Akkulaufzeit

Die anfangs große Empörung über den Einsatz von nicht wiederaufladbaren Batterien in den AirTags konnte ich nicht nachvollziehen. Wenn es eine wiederaufladbare Lösung gegeben hätte, würde das benötigte Ladegerät genauso zum Problem werden wie die nicht wiederaufladbaren Batterien. Viele bezweifelten auch die Aussage zur Batterielaufzeit seitens Apple, bei der von einer viermaligen Tonwiedergabe und einer genauen Ortung pro Tag ausgegangen wird.Bei meiner Nutzung, die ca. zwei Einsätze pro Woche bedeutet, hielt die mitgelieferte Batterie exakt 422 Tage, bis die Mitteilung zum Batteriewechsel gesendet wurde. Das war für mich auch der Anlass für diesen Erfahrungsbericht.

IMG_6790 Apple AirTag Erfahrungsbericht nach 422 Tagen  Technologie

Durch drehen der Rückseite lässt sich das Batteriefach öffnen

Die drei anderen AirTags aus meiner Bestellung beim Markstart sind bei meinen Familienmitgliedern im Einsatz. Bisher ist meiner der Einzige, der einen Batteriewechsel forderte. Auch in meiner sehr Apple orientierten Twitter-Timeline gab es bisher keine Berichte über leere AirTag Batterien.

Von mir gewünschte Verbesserungen

Alle meine Verbesserungswünsche würden sich durch ein Softwareupdate lösen lassen. Das lästigste Problem ist weiterhin, dass AirTags von Familienmitgliedern nicht zuverlässig stummgeschaltet werden könne. Sobald ich einen AirTag eines Familienmitglieds mitnehme, bekomme ich bei der Rückkehr die Meldung, dass sich ein fremder AirTag mitbewegt. Die zweite Sache steht damit in Verbindung. Es wäre superpraktisch, wenn AirTags gemeinsam genutzt werden könnten. Gemeinsame Autoschlüssel, Koffer oder Fahrräder könnten so von jedem, dem Zugriff auf den AirTag gegeben wurde, wiedergefunden werden. Auch im Falle eines Verlusts wäre das sinnvoll, da mehrere Leute parallel nach dem verlorenen Gegenstand suchen könnten. Auch der weitere Ausbau der Anti-Stalking Mechanismen halte ich für richtig, solange es die Funktion für “ehrliche” User nicht einschränkt.

Ausblick in die Zukunft

Laut neuesten Berichten zieht Apple bei weiter stabilem Absatz der AirTags eine zweite Generation in Erwägung. Was diese im Detail besser machen sollen, ist eine schwierige Frage. Apple könnte die Technik weiter schrumpfen die Reichweite des U1 Chips erhöhen oder die Batterielaufzeit verbessern.

0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
0
Would love your thoughts, please comment.x