Apple: iBooks Author, iBooks 2 und iTunes U – verändert das alles? Wieder einmal?

ibooks_textbook-2 Apple: iBooks Author, iBooks 2 und iTunes U - verändert das alles? Wieder einmal? Apple
Gestern war es nun endlich soweit: das Apple Event, das sich mit dem Thema Bildung auseinandersetzen sollte, fand statt. Bereits im Vorfeld stellten sich viele die Frage, ob es Apple erneut gelingen würde alles zu verändern, wieder einmal. Bevor wir diese Frage klären, sollten wir uns aber zunächst anschauen, was es überhaupt Neues zu bestaunen gab. Zusammengefasst kann man sagen, dass es drei neue Produkte gibt: iBooks Author, iBooks 2 und iTunes U. Mit iBooks Author wird jeder selbst zum Autor und kann mit einer dedizierten App für Mac OS X problemlos selbst iBooks erstellen. iBooks 2 ist die Neuauflage des altbekannten iBooks und bereits als Update via iTunes verfügbar. Die meisten Neuerungen zielen darauf ab, die nun verfügbaren Lehrbücher einfach und intuitiv nutzbar zu machen.

Und dabei sind wir nun auch schon beim Thema Bildung. Apple hat gemacht, was die meisten erwartet haben und sich die größten Schul- und Lehrbuchverlage der USA (McGraw-Hill, Pearson und Houghton Mifflin Harcourt) an Bord geholt. Digitale Versionen ihrer Bücher finden sich ab sofort in iBooks für 14,99 Dollar oder weniger. Um das Bildungspaket abzurunden betritt außerdem iTunes U die Bühne. Mit diesem Tool können Lehrer ganze Unterrichtseinheiten planen, direkt mit ihren Schülern kommunizieren, Hausaufgaben vergeben und Materialien bereitstellen. In der Theorie klingt das alles nach einer echten Revolution, aber ist es das wirklich?

Apple ist bekannt dafür, erstklassige Software zu schreiben, die leichter zu bedienen ist, als vergleichbare Anwendungen. Das beste Beispiel dafür ist sicherlich iMovie. Bei iBooks Author ist das auf den ersten Blick nicht anders, allerdings muss man sich eben im Klaren darüber sein, dass dieses Tool ausschließlich darauf ausgelegt ist, Bücher für die Veröffentlichung bei iBooks zu konzipieren. Wer Geld für sein Werk verlangen möchte, der muss die üblichen 30 % des Erlöses abtreten. Um Unklarheiten zu vermeiden, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Inhalt des jeweiligen Buchs selbstverständlich überall veröffentlicht werden darf, lediglich das mit iBooks Author erstellte iBook ist auf iBooks begrenzt.

Schauen wir uns nun den Bereich Bildung an. Schulbücher auf dem iPad 2, Unterrichtsplanung mit iTunes U. Hört sich das in der Theorie nicht toll an? Ob sich das Konzept allerdings in der Praxis bewähren kann, bleibt abzuwarten. Selbstverständlich sind Lehrbücher auf diese Art und Weise günstiger, aktueller und vor allem interaktiver. Allerdings setzt das voraus, dass die Schüler auch ein iPad besitzen. Inzwischen ist das keine Seltenheit mehr, aber eben auch nicht die Regel. iTunes U Macht dieses Problem noch deutlicher, denn um hier den gewünschten Nutzen zu erzielen, müsste eine komplette Klasse mit iPads ausgestattet werden. Abgesehen von ein paar Privatschulen, dürfte das für staatliche Schulen kaum realisierbar sein.

Wer noch mehr erfahren möchte, der findet hier das Video des Events!

– via macrumors

Veröffentlicht von

Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Habe ich schon gelesen. Sehe ich anders. Ein Autor kann über alle Kanäle sein Buch vertreiben, lediglich die Version, die mit iBooks Author erstellt wird, muss im iBooks Store bleiben. Aber ich weiß, da gibt es einige da draußen, die das jetzt nutzen, um wieder etwas Stimmung zu machen 🙂

  1. Bei der Veröffentlichung seh ich jetzt auch kein so großartiges Problem. Das muss ja jeder selber wissen, zu welchen Lizenzverträgen er damit Bücher einstellen will. Ist ja nicht so, als gäbe es keine anderen Möglichkeiten, e-Books in Eigenregie zu veröffentlichen.

    Das Problem sehe ich genau wie Frank eher darin, dass das System wohl wieder wie bei Apple üblich so geschlossen sein wird, dass man ein iDings braucht, um drauf zuzugreifen. Wo im privaten Bereich ja noch jedem selbst überlassen ist, was er nutzen will, müsste man damit ja wirklich z.B. eine ganze Schulklasse zwingen, sich ein Gerät eines bestimmten Herstellers zu kaufen. Das kann eigentlich niemand verlangen. Sonst hat man hinterher schon innerhalb einzelner Schulklassen eine „2-Klassen-Gesellschaft“ – die einen, die via iDings auf die Schulmaterialien zugreifen können, und die anderen, die alles erst am nächsten Tag kopiert kriegen.

    Und um ganze Schulklassen leihweise mit den Geräten auszustatten, dürfte Apple wirklich ein bisschen teuer sein – es sei denn, Apple selber sponsort das Ganze 😉

  2. Pingback: Apple: warum iBooks echte Bücher noch nicht ersetzen kann

  3. Pingback: Apple: das günstigere Einstiegs-iPad ist ideal für den Bildungsbereich

Schreibe einen Kommentar