Asus Zenfone 2 im Test

Im September hatte ich die Gelegenheit das Asus ZenPad S 8.0 auszuprobieren und war mit dem Tablet sehr zufrieden. Heute möchte ich euch das passende Smartphone dazu vorstellen – das Asus Zenfone 2!

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Asus haut mit dem Zenfone 2 auf dem Papier richtig einen raus: Es ist das erste Smartphone mit 4 GB RAM. Es ist gar nicht so lange her, da waren 4 GB Arbeitsspeicher bei einem Desktop-PC Spitzenklasse. Nun hat man so viel Speicher in ein Telefon gepackt. Eigentlich unglaublich, aber hier nun meine Erfahrungen mit dem Gerät.

Lieferumfang

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Im Päckchen findet man die üblichen Dinge: Ein paar Kopfhörer mit Wechselgummis, einen USB-Netzstecker, ein micro USB-Kabel (ja… kein USB-C wie beim Asus Zenpad S 8.0), einen Quickstart-Guide und natürlich das Asus Zenfone 2.

Technische Details

Kommen wir zu den von Asus verbauten technischen Komponenten:

Das Asus Zenfone 2 ist 152,5 x 77,2 x 3,9 ~ 10,9mm groß und mit einem 5,5 Zoll großen Full HD (1920 x 1080) IPS Panel ausgestattet, welches durch Corning Gorilla 3 Glas geschützt wird. Das Herz des Gerätes bildet der 64-Bit Intel Z3580 Quad-Core Prozessor mit 2.3GHz Taktfrequenz, welcher durch 4 GB LPDDR3 RAM unterstützt wird. Dazu kommt eine PowerVR G6430 Grafikeinheit, die für die Bilddarstellung verantwortlich ist. Im Auslieferungszustand bekommt man 32GB eMMC Speicher, den man durch eine microSD Karte erweitern kann. On Top gibt es 100GB Google Drive und 5GB Asus Webstorage Speicher geschenkt.

Fotos schießt man mit einer 13 Megapixel Kamera und Selfies mit einer 5 Megapixel Linse mit einem 85° Weitwinkel. Der Akku ist 3000mAh groß und nicht austauschbar. Weiterhin findet man die üblichen Konnektivitätsfeatures wie Bluetooth 4.0, WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Miracast, GPS etc. vor.

Verarbeitung & Design

Mehr als stylisch, mehr als smart

Das Zenfone 2 kommt mit einer wechselbaren Plastikrückseite, die bei meinem Modell mit einem gebürstetem Aluminium-Finish glänzen möchte. Sicherlich hat diese Struktur etwas für sich und sieht gut aus, dennoch merkt man beim Anfassen, dass es sich eben um Plastik handelt. Die Vorderseite ist größtenteils durch das 5,5 Zoll große mit Gorilla Glas geschützte Display abgedeckt. Der obere und untere Rand haben ebenfalls einen gebürsteten Look abbekommen.

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Bei der Platzierung der Buttons hat sich Asus etwas beim LG G2 bedient, denn man hat auch beim Zenfone die Volume Buttons auf der Rückseite unter der Kamera platziert und somit den Vorteil von Button-freien Kanten. Der größte Design-Fehler (meine Meinung) ist der Power Button. Er befindet sich nicht links oder rechts, sondern an der oberen Kante – mittig! Ich glaube Asus möchte hier, dass man mit dem Zeigefinger um das Gerät greift und den Button oben bedient. Für mich schlichtweg unhandlich! Gut, dass Asus die Double-Tap-To-Wake Funktion nutzt, um das Gerät zu wecken und in den Stand-By zu schicken.

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Schwierigkeiten hatte ich besonders beim Abnehmen der Rückseite. Mit einem Fingernagel ist es auch bei hohem Kraftaufwand kaum möglich die Abdeckung hinten zu entfernen, so fest sitzt diese. Das hat wiederum den Vorteil, dass man bei dem Gerät keine riesigen Spaltmaße oder gar Knarzgeräusche vorfindet. Ein weiterer Vorteil ist die Wölbung der Rückseite. Dadurch ist das Smartphone an der dicksten Stelle nur 11 Millimeter und an den Kanten nur knapp 4 Millimeter dünn, was der Handlichkeit des doch sehr großen Gerätes zugute kommt. Mit ca. 170 Gramm liegt das Gerät auch sehr gut in der Hand und ist nicht zu schwer.

Software & Bedienung

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Das Asus Smartphone läuft mit Android 5.0, wobei man hier mit einem angepassten Design arbeitet, welches sich ZenUI nennt. Das selbe Design kommt auch auf dem Zenpad S 8.0 zum Einsatz und bietet die Möglichkeit Themes zu nutzen. Man hat hier an den Icons und ein paar Apps geschraubt und mit bspw. ZenMotion eine Erleichterung eingebaut, die es möglich macht eigens definierte Anwendungen zu triggern, ohne das Gerät wecken zu müssen. Um dies zu tun, muss man einen Buchstaben oder ähnliches auf das Display malen. Danach startet die gewählte Anwendung. Ein nettes Feature, wenn man mal fix direkt in eine App springen möchte.

Ein weiteres cooles Feature ist der Einhandmodus. Diese Einstellung macht es möglich, das doch sehr große Gerät mit einer Hand bedienen zu können. Wie soll das Funktionieren? Die ZenUI macht hier nichts anderes, als den Android Inhalt auf ein Fenster zu verkleinern, welches man selbst in der Größe anpassen kann. Coole Idee…

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Das Display leistet bei der Bedienung des Smartphones gute Arbeit. Das IPS Panel stellt Farben gut aber nicht übersättigt dar und kann auch mit einer guten Blickwinkelstabilität punkten. Die Farbtemperatur kann man in den Einstellungen an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Auch bei Sonneneinstrahlung ist das Display noch ausreichend hell, hat aber das übliche Problem: Es spiegelt relativ stark! Beim Telefonieren mit dem Zenfone 2 gibt es keinerlei Probleme. Die Sprachqualität ist sehr gut und auch mein Gegenüber verstand mich ohne irgendwelche Einbußen. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass das Zenfone ein Dual-SIM Smartphone ist. Ihr habt also die Möglichkeit den Daten- & Telefonstrom zu trennen oder einfach arbeits- und private SIM in ein Handy zu tun.

Aber zurück zur Software! Ich muss jetzt eine Rüge los werden, die mich schon beim ZenPad bewegt hat, bei einem Smartphone aber noch mehr stört: Asus hat das technisch tolle Gerät so dermaßen mit zusätzlichen Apps (Kandidat für den Bloatware Award) vollgekracht, dass ich teilweise wirklich Lust hatte, das Ding aus der Hand zu legen. Hier mal ein kleines Potpourri an Apps, die nicht unbedingt sein müssen.

Ansonsten kann man zur Bedienung des Smartphones eigentlich wenig Negatives sagen. Jeder Android Nutzer wird sich hier Zuhause fühlen, da Asus bis auf Apps und Design wenig geändert hat.

Performance

Auf dem Blatt Papier hat Asus hier ein Smartphone auf die Beine gestellt, welches genug Power haben sollte, um auch in der oberen Mittelklasse mithalten zu können. Ist das aber tatsächlich der Fall? Mein Testgerät ist mit dem Atom Z3580 Prozessor von Intel ausgestattet und kommt mit 4 GB RAM. Hört sich gut an, oder? Aber gerade wo es wichtig ist, nämlich im Alltag, sind mir hin und wieder unschöne Ruckler aufgefallen, die eigentlich nicht sein sollten. Da helfen auch solche fest eingebauten Tools wie “Clean Master” nicht wirklich. Ich bin eher der Meinung, dass ein schlankes nahezu unangetastetes Android, wie es Motorola liefert, flüssig auf dem Gerät laufen würde. Aber das ist nur eine Behauptung.

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Die 4 GigaByte Hauptspeicher sollten zudem genug Platz im Puffer für ein paar Apps bieten. Multitasking kann das Zenfone relativ gut regeln. Ab und an kommt es aber trotzdem zu kurzen Verzögerungen und Nachladeprozessen. Hier kann Asus evtl. noch im RAM Management nachbessern. Neben dem täglichen Gebrauch habe ich natürlich auch den Antutu und Geekbench Benchmark bemüht. Im Antutu schlägt sich mein Testgerät mit 47455 Punkten relativ tapfer und landet kurz hinter dem Samsung Galaxy Note 4. Man sollte dabei bedenken, dass das Zenfone 2 ein Gerät ist, welches Asus für einen schmalen Schein von gerade einmal 379€ UVP anbietet. Trotz dieses Preises hat man ein Smartphone gebaut, das sich nur knapp hinter Top Geräten aus diesem bzw. letzten Jahr (LG G4 oder Galaxy Note 4) einordnet.

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Im Geekbench 3 sieht man ein ähnliches Bild. Mit 896 Punkten im Single Core und 2790 Punkten im Multi-Core Score liegt man Kopf an Kopf mit dem Samsung Galaxy S5, was für die heutige Zeit immer noch ein guter bis sehr guter Wert ist.

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Mit den technischen Spezifikationen und den Benchmark Werten im Rücken besteht das Zenfone 2 auch den Gaming Test. Auch grafikintensive Spiele laufen auf dem Smartphone flüssig und sehr gut spielbar. Unterstützt wird das Spielen oder Video schauen durch einen Lautsprecher auf der Rückseite. Er ist ausreichend laut, hat aber das Problem, dass man den dafür vorgesehenen Lautsprecher-Grill sehr leicht mit der Hand abdecken kann und somit der Sound leidet. Dennoch reicht die Lautstärke und Qualität locker aus, um ein Video mit Freunden zu schauen oder mal ein Spiel in entsprechender Lautstärke zu spielen.

Kamera

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Die 13 Megapixel Hauptkamera des Zenfone 2 löst mit 4.096 x 3.072 Bildpunkten auf und hat eine Blende von f/2.0, welche in vielen aktuellen Smartphones eingesetzt wird. Die App hat auch einen manuellen Modus, in der man den ISO Wert, HDR Modus, den Autofokus, Gesichtserkennung, Weißabgleich etc. separat einstellen kann. Die Fotos hier im Artikel habe ich dennoch durchweg mit dem Automodus geschossen, da das der Otto-Normal-Verbraucher auch so machen würde.

Das Ergebnis ist gut: Die Farben der Bilder sind ganz OK und relativ nah an der Realität. Was bei der Kamera aber auffällt ist der Fokus. Bei den Blumenbildern hatte ich wirklich Mühe, den Fokus richtig zu setzen. Bei dem blau-weißen Veilchen sieht man ganz gut, dass der Fokus dort völlig verrutscht ist. So bleibt der Eindruck, dass Bilder bei denen der Fokus richtig reagiert hat, ganz gut werden, leider aber doch ein großer Teil der Fotos verwaschen und unscharf wirken.

Die Kamera hat außerdem einen separaten Low Light Modus, bei dem man die Auflösung der Fotos auf 3,25 Megapixel reduziert, gleichzeitig aber die Verschlusszeiten erhöht werden. Dennoch sind auch die Bilder in diesem Modus sehr verrauscht, wie man bei den Beispielen sehen kann. Im Dunkeln kann man auch mit Blitz fotografieren, der eine ordentliche Helligkeit erzeugt.

4K Videos können leider nicht mit der Linse aufgenommen werden. Die App beschränkt die Einstellung auf 1080p, was für die Masse aber ausreichend ist. Im Großen und Ganzen verbaut Asus eine ordentliche Kamera mit durchschnittlichen Ergebnissen.

Akkulaufzeit

Im dem Telefon befindet sich ein 3000 mAh starker nicht wechselbarer Akku, der auf dem Papier theoretisch lange durchhalten müsste. Leider ist das nicht immer der Fall. Bei durchschnittlicher Nutzung mit vielen Benachrichtigungen, Surfen, Nachrichten schreiben, Twitter, Facebook etc. ist der Saft auch mal vor dem Schlafen gehen weg. Den Alltag hält das Asus Smartphone bei mir nicht immer ganz durch. Spätestens am frühen Abend musste ich das Gerät ab und an ans Netz hängen, um auf dem Sofa nochmal kurz zu surfen oder ein YouTube Video zu gucken. Meine durchschnittliche aktive Laufzeit lag bei ca. 4 – 5 Stunden, obwohl das Zenfone mit mehreren Energie-Modi ausgestattet ist.

Ist der Strom dann doch einmal beizeiten alle, hilft die Quick Charging Funktion von Qualcomm. Das Smartphone hat dann innerhalb von 40 Minuten wieder ca. 60% Akku zur Verfügung. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn man es zwischendrin mal an das Netz hängen muss. Für mich also verkraftbar.

Fazit zum Asus Zenfone 2

Mein Fazit zum Asus Zenfone 2 fällt im Großen und Ganzen ganz gut aus. Man bekommt hier viel Smartphone für sein Geld, muss aber in dem gegebenen Preissegment auch nachvollziehbare Abstriche machen. Das Telefon sieht gut aus, auch wenn man hier natürlich keine Kombination aus Metall und Glas antrifft. Die Platzierung des Power-Buttons kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen. Für mich ist es nicht verständlich, warum man den Button nicht auch auf die Rückseite gelegt hat, so wie bei den LG Smartphones.

Mit einem Intel Atom Prozessor der durch 4 GB RAM unterstützt wird, hat man potente Hardware parat, die aber durch ein zugegebener Maßen wirklich zugemülltes System ausgebremst wird. Hier findet man mehr Bloatware vor, als zu den besten Zeiten von Samsungs Touchwiz. Ich hoffe inständig, dass Asus hier in Zukunft nachbessert und das System deutlich verschlankt. Helferlein wie ZenMotion sind aber wirklich nützlich!

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Dennoch ist das Asus Zenfone 2 in Sachen Performance nicht unbedingt hinten dran. In Benchmarks liegt man auf einer Länge mit den Top Geräten von 2014, was das gute Preis-Leistungsverhältnis noch einmal unterstreicht.

Bei der Kamera sollte man keine überragenden Fotos erwarten, kann damit bei gutem Licht aber durchaus ordentliche Ergebnisse erreichen. Auch die Dual SIM Funktion wird den ein oder anderen Nutzer sicherlich überzeugen können. Die Akkulaufzeit ist OK, könnte aber einen Ticken besser sein.

MKBHD hat in seinem Video zum OnePlus X einen interessanten Satz geprägt, der auch für das Asus Zenfone 2 zutrifft:

Cheap phones are getting good and good phones are getting cheap.

Das Asus Zenfone 2 ist im Moment ab 349€ bestellbar und für jeden eine Option, der ein ordentliches Gesamtpaket zu einem guten Preis kaufen möchte.

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Vielen Dank an Asus für die Bereitstellung des Testgerätes!

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Folgt mir ^^

Veröffentlicht von

https://www.stereopoly.de

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.

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