Bing angelt Wolfram Alpha – Google die Weltbank

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Schlag auf Schlag geht es weiter. Erst in diesem Sommer ging die Suchmaschine Bing aus dem Hause Microsoft an den Start. Bereits im Oktober setzte es mit einem Kooperationsvertrag mit Twitter zum Angriff gegen Google an. Nun kommt die zweite Welle.

Im Oktober hatte Bing bekannt gegeben, nun auch die öffentlichen Tweets der Twitter-Nutzer in die Suchergebnisse zu integrieren. Dies galt insbesondere deshalb als Angriff auf Google, weil bei der Recherche nach brandaktuellen Meldungen vermehrt nach diesen Statusmeldungen gesucht wurde. Google blieb jedoch nicht lange zurück und präsentierte gleich am nächsten Tag eine ähnliche Vereinbarung mit Twitter (ohne jedoch die technischen Vorbereitungen getroffen zu haben). Zusätzlich integrierte Google die Musik-Suche, mit der Songs, Alben und Interpreten auch mit wenigen Infos gefunden werden können. Die große Schockwirkung von Bings Deal war damit abgefedert worden.

Nur drei Wochen später bekommt Google den nächsten Schuss vor den Bug. Bing hat bekannt gegeben, die Suchmaschine Wolfram Alpha für wissenschaftliche Ergebnisse und semantische Eingaben heranzuziehen. Ermöglicht wurde dies durch die erst kürzlich freigegebene API von Wolfram Alpha für die Bereiche Ernährung, Gesundheit und fortgeschrittene Mathematik; weitere Bereiche werden jedoch sicher bald folgen, wie auch das internationale Roll-Out, der bislang nur in den USA zugänglichen Funktion.

Eine großartige Erweiterung wie ich persönlich finde. Denn das Potenzial von Wolfram Alpha kann durch die Ergänzung „herkömmlicher“ Suchanfragen erst voll ausgenutzt werden. Schließlich bringt Wolfram Alpha auch Ergebnisse an die Oberfläche, die hilfreich und informativ sind, jedoch bei der Suche nicht explizit erwartet werden. So habe ich neulich bei Eingabe meines Geburtsdatums festgestellt, dass ich meinen 10.000 Geburtstag (wohlbemerkt TAG) gerade verpasst habe.

Google hat jedenfalls auch dieses Mal wieder auf die Attacke von Bing reagiert und hat seinerseits eine neue Kooperation bekannt gegeben. So können die Nutzer der Google-Suche in Kürze auf die API Datenbank der Weltbank zugreifen, wodurch auch sie wissenschaftliche und vor allem stets aktualisierte Daten erhalten. Im Gegensatz zum ersten Battle ist Google in diesem Fall etwas schneller und hat die neue Funktion bereits auf der de-Seite eingefügt, allerdings müssen die Suchanfragen noch in Englisch erfolgen, wenn die Daten der Weltbank erscheinen sollen.

Beide Schlachten sind damit in etwa unentschieden ausgegangen. Doch wir können davon ausgehen, dass sich der Krieg der Suchmaschinen-Giganten fortsetzen wird. Google forderte im eigenen Blog bereits Anbieter von Daten auf, den Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Gleichzeitig scheint an Bing auch kein vorbeikommen zu sein. So hat Yahoo längt bekannt gegeben, in Zukunft die Bing-Technologie nutzen zu wollen. Gewinner sind ganz klar wir, die Nutzer, die immer größere Datenmengen immer genauer und detaillierter aufbereitet bekommen. Daher bleiben wir gespannt und schauen den beiden Protagonisten auch zukünftig genau auf die Finger.

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