Bing und Facebook bringen echtes Social Search-Feeling – Was macht Google?

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Bing und Faebook haben eine weitreichende Zusammenarbeit angekündigt. Der Suchmaschinendienst von Microsoft erhält  Zugriff auf Facebook-Likes und den Social Graph der Anwender. Wird dies reichen, um Google vom Thron zu stoßen?

Im Rahmen der Kooperation soll die Suche auf Bing mit sozialem Material aus Facebook angereichert werden. Nach Facebook-Angaben wird mit dem neuen Feature erreicht, dass zu den Suchergebnissen passende Websites präsentiert werden, die zuvor von den virtuellen Freunden aus dem persönlichen Facebook-Netzwerk per Klick auf den Like-Button zu ihren Favoriten gezählt wurden.

Hierzulande spielt die Kooperation der beiden Internetunternehmen allerdings kaum eine Rolle, schließlich soll die neue Funktionalität zu Beginn lediglich in der US-Version von Bing bereitstehen. Darüber hinaus ist der  Marktanteil von Bing in Deutschland ohnehin sehr gering. Wieso die Kooperation dennoch von großem Interesse ist, hat Martin Weigert von Netzwertig untersucht.

Die neue Bing-Suche greift auf Facebooks umstrittenes Instant-Personalization-Programm zurück. Anwender, die bei Facebook eingeloggt sind und eine beliebige Seite im Netz aufrufen, die auch ein Teil des Social Graph-Programms ist, bekommen so automatisch ein personalisiertes Benutzererlebnis auf Basis ihrer Facebook-Kontakte und -Aktivitäten präsentiert. Was sich bei den Suchergebnissen oben befindet, so die Erwartungshaltung der Anwender eines Suchmaschinendienstes, sollten im Idealfall die passendsten und nützlichsten Webseiten zum gerade gesuchten Thema sein. Die Qualität einer Suchmaschine wird danach beurteilt, wie gut sie diese Erwartungshaltung erfüllt. Mit Social Search sollen die Ergebnisse nun relvanter werden – das Instant-Personalization-Programm soll dies ermöglichen.

Zweitens macht sich das Microsoft Investment in Facebook immer bezahlter. Vor drei Jahren zahlte man für einen 1,6 Prozent Anteil an Facebook satte 240 Millionen Dollar. Mittlerweile wird das Unternehmen von Marc Zuckerberg allerdings schon auf 35 Milliarden Dollar geschätzt, so dass diese Bezifferung plausibel klingt. Zudem konnte man so eine Zusammenarbeit einleiten. Bing ist als Suchmaschine bei Facebook integriert. Auf der bing.com Seite werden öffentliche Status-Updates aus der Facebook-Welt angezeigt. Mit dem Rückgriff auf den Like-Stream hat Bing aber vor allem etwas in der Hand, das den anderen Suchdiensten und nicht zuletzt Google bisher verwehrt blieb.

Der Bing-Facebook-Deal illustriert zudem als dritten Aspekt, dass sich Google gerade in einer verzwickten Situation befindet. Google listet seit geraumer Zeit schon die Status-Updates von verschiedenen sozialen Diensten wie Twitter in seinen Suchergebnissen auf und versucht sich so auf dem Gebiet der “Social Search”. Bei Facebook ist man allerdings auf die öffentlichen Status-Updates beschränkt. Googles Experimente, das lukrative Feld der Social Networks zu erschließen, wurden dabei entweder von der Öffentlichkeit quasi ignoriert – wie man am Beispiel Orkut sieht – oder es kam zu peinlichen Datenschutz-Desastern wie bei Buzz. Sollte sich die soziale Suche von Bing bewähren und dem User einen echten Nutzen bieten, so wird Google unter Zugzwang geraten. Eine Anreicherung der Suchergebnisse mit Kontext aus einem nutzerstarken Social Network müsste dann auch dort stattfinden. Der Facebook-CEO hat erklärt, dass die Kooperation mit Microsoft nicht exklusiv sei und er daher für weitere Kooperationen dieser Art offen ist. Google müsste dafür aber wohl einiges bezahlen. Insbesondere dann, wenn sich herausstellt, dass die soziale Bing-Suche von Erfolg gekrönt ist.

Welche Folgen die Zusammenführung von Suchdienst und Social Network für den Suchmaschinenmarkt haben wird und ob er gelingen wird, bleibt allerdings abzuwarten.

[via: Netzwertig]

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[…] hinzugefügt werden.Google +1 erinnert stark an das Konzept, das Facebook und Microsoft vor einiger Zeit ins Leben gerufen haben. Dabei werden relevante Links in der Bing-Suche angezeigt, die im Facebook-Netzwerk geteilt wurden. […]

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