Das deutsche Web 2.0 – Ein Trauerspiel

Es ist etwa 6 Jahre her, dass ich in das Thema Internet eingestiegen bin und neben dem Konsumieren nenne ich auch das Produzieren, also Bloggen und Webdesign, zu meinen Interessen in diesem Medium. Als ich mit der Zeit in das Medium Web 2.0 eingetaucht bin, habe ich schnell meine Favoriten gefunden. Erste Lieblinge waren Last.FM, Flickr und Bestuff. Mit den Jahren hat sich bei mir aber auch eine weitere Sache manifestiert: Deutsch Herkunft + Web 2.0 = Desaster. Warum?

Die Beispiele

Alles begann mit einer meiner ersten Favoriten: Twitter. Ich liebe/liebte das Prinzip und den Gedanken, mit Freunden immer in Verbindung zu bleiben oder auch neue Leute kennenzulernen. Großer Minuspunkt für Twitter ist aber die englische Sprache und hier ist es schwierig Leute zu finden, wenn man selbst auf Deutsch twittert.

Eine deutsche Alternative muss also her. Texteln war damals eines der interessantesten Angebote. Der Service, der nun mit dem Namen “Niimo” im Internet zu finden ist, war für mich das beste Beispiel für deute Web 2.0-Kunst. Viel zu viel glänzende Elemente wie im Web 2.0 des 2003 und eine Usability wie nur MySpace es zu der Zeit hätte toppen können.

Weitere herrliche (aktuelle) Beispiele sind Services wie Yigg oder Webnews. Woomy zum Beispiel zeigt, dass scheinbar erstmal irgendwas ins Internet gestellt werden sollte, bevor erkannt wurde, dass ja im Endeffekt die User das Design auch länger als zwei Minuten ertragen müssen, dies aber nur schwerlich machbar ist. Jemand der es nun wirklich geschafft hat, ist wohl StudiVZ. Mit 5 Mio. Usern liegt er immer noch 4 Mio. vor dem deutschen Facebook (International 8 Mio.) und hält wacker die Stellung, trotz hinkender Entwicklung.

Die Ausnahmen

Großen Pluspunkt (trotz Anschuldigung der Kopie von Design-Elementen bei Vimeo) hat Booktick, ein Service der wirklich attraktiv daher kommt und auch funktionell sehr viel bietet. Sonst fallen mir leider nur wenig Beispiele für gutes deutsches Web 2.0 ein. Ebenso Mister-Wong, dem del.icio.us-Kontrahenten, verdient großen Respekt, denn selten haben es Services aus deutschen Landen in die große, weite Welt geschafft.

Woran liegt es?

Ich wünsche mir künftige Projekte nicht nur Techniker mit Verstand für PHP und Co., sondern auch Leute mit Gedanken an den User, der es am Ende betrachten muss. Es gibt so viele herrliche, internationale Beispiele dafür aber in Deutschland klappt es nur selten. Ich hätte gerne eure Meinung zu deutschem Web 2.0 und ein paar Tipps zu guten Seiten.

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Sebastian
13 Jahre zuvor

Hallo Julius,

hier findest du was du suchst: https://www.bettenjagd.de . Das für mich ansprechendste Design mit bester Usability (für Hotelsuchmaschinen) in der deutschen Internetlandschaft.

Gruß, Sebastian

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