Datenschutz-Skandal: Google gibt klein bei

Unser aller Liebling Google reagiert auf die massiven Vorwürfe gegen die Nutzungsbedingungen seines kürzlich gestarteten Browsers Chrome. Denn nicht nur die Ergänzungen zum Datenschutz erregten Aufsehen, sondern auch das Enduser-Licence-Agreement (EULA) enthielt Passagen, die nicht ganz schmeckten. Ins Kreuzfeuer geraten ist der Punkt 11.1 der EULA, der die Abtretung von Rechten seitens des Nutzers regelt.

Kaum zu glauben, aber wahr: Jeder, der den Browser mit Zustimmung der alten EULA-Fassung heruntergeladen hat gestand Google das Recht ein, alle Nutzereingaben in den Browser uneingeschränkt weiterverwenden zu dürfen! Da lohnt es sich doch, ab und zu ein paar Klauseln zu lesen und nicht bloß blind Häkchen zu machen…

Konkret hieß es in der US-Fassung, dass der Nutzer durch das »Einreichen, Veröffentlichen oder Anzeigen von Inhalten Google ein dauerhaftes, nicht zu widerrufendes, weltweites, gebührenfreies und nicht-exklusives Recht zur Reproduktion, Adaption, Modifikation, Übersetzung, Veröffentlichung, öffentlichen Aufführung, öffentlichen Anzeige und Weiterverbreitung« einräumt. Der Autor dieses Satzes sollte einen Orden bekommen, allerdings nur der Formulierung halber! Diese umstrittene Passage wurde nun von Google entschärft. Nun ist unter dem Punkt 11.1 der EULA zu lesen, dass der Nutzer die Urheber- sowie sämtliche andere Rechte an seinen Eingaben behält. Die erste Formulierung der EULA sei ein Versuch gewesen, dieselben Regeln wie bei allen anderen Google-Services auch bei Chrome zur Anwendung zu bringen. Somit sollte Verwirrung bei den Nutzern vermieden werden, berichtet ein Google-Sprecher dem Branchenportal Cnet. In manchen Fällen, wie eben bei Chrome, würden die Nutzungsbedingungen für einen Service jedoch auch Passagen enthalten, die »nicht gut zum Gebrauch des Produkts passen«, zitiert Cnet.

Inzwischen hat Google konkretisiert, dass etwa zwei Prozent aller Daten, die der User über die Omnibox direkt an Google schickt, tatsächlich dauerhaft gespeichert werden – was auch IP-Adressen miteinschließt. Diese Informationen können schließlich verwendet werden, um ein zielgerichtetes Werbeprofil für jeden einzelnen User zu erstellen. Da war doch mal etwas Ähnliches?

Google versichert übrigens, dass es sich an Datenschutzbestimmungen halte und damit auch keine personenbezogenen Daten an Dritte weitergibt. Wie freundlich, Google…

Mehr zum großen Vorwurf gegen Google Chrome lest ihr hier!

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13 Jahre zuvor

Google-Chrome ist sehr schnell, aber es gibt keine addons…. Firefox ist “THE BEST”.

craZed
13 Jahre zuvor

“Dont be evil” , immer schön dran halten Google.

Und schon wieder eine Klatsche gegen Studivz.
Man kann doch wirklich selber bestimmen, was Studivz darf und was nicht.

@ Saint Germain , das ist die erste Public-Beta, und da es oben source ist, wird dies bestimmt noch kommen.

Nicht immer drauf rumhacken, die wollen doch auch nur ihre Brötchen verdienen 😉

13 Jahre zuvor

Ich kann diesem und dem vorhergehenden Artikel nicht so ganz zustimmen.
U.a.:
https://www.spreeblick.com/2008/09/04/wir-sind-bild-the-chrome-conspiracy/

Und bei der Sache mit den Nutzungsbedigungen hat es sich um einen Fehler gehandelt:
https://www.spreeblick.com/2008/09/03/all-your-base-are-belong-to-chrome/
Alles andere wäre im Zusammenhang mit einem BROWSER auch Schwachsinn.

13 Jahre zuvor

Das hatte ich auch recht schnell in einem englischen Blog gelesen. Echt schon dreist sowas. Aber ICQ hat ja ebenfalls die volle Verfügung über Nachrichten, obwohl die bei der typischen ICQ Schrift ja nicht so wertvoll sein dürften als, wenn ein Blogger mit dem Browser wertvolle Artikel schreibt.

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