Der N1T1: ein guter Network Storage Server von LG

n1t1 Der N1T1: ein guter Network Storage Server von LG Technologie

Immer derselbe Ärger mit USB-Festplatten: Man kann sie an immer nur ein Gerät gleichzeitig anschließen und mit etwas Pech kann Windows nichts mit den Daten anfangen, die man mit OS X oder Linux draufgeschrieben hat. Abhilfe schaffen hier Netzwerk-Festplatten wie das Network Storage N1T1 von LG.

In dem Gerät steckt ein kompletter Dateiserver, der vollkommen unabhängig davon genutzt werden kann, welches Betriebssystem man auf seinen Computern einsetzt. Der Server bringt allerlei Features mit, wie einen eingebauten Brenner und einen USB-Anschluss für einen Drucker im Betrieb als Printsever. Er versteht sich auf Anhieb mit Windows und Mac OS X in den jeweils aktuellen Versionen, macht aber auch mit Linux keine Schwierigkeiten.

Was ihn von anderen ähnlichen Geräten unterscheidet, ist seine für ein Network Storage ziemlich kompakte Bauform: Diesen Server kann man notfalls auch mal einstecken, mitnehmen und direkt per USB an einen Computer anschließen. Dabei hat man die Wahl, ob man das Gerät als externe Festplatte oder als Brenner an den Rechner anschließen möchte, was über einen Kippschalter am Gehäuse realisiert ist. Auch wenn man diese Funktion eher selten benötigt, ist sie äußerst praktisch.

Um das Gerät in Betrieb zu nehmen, muss es eigentlich nur korrekt verkabelt werden. Unangenehm fiel mir dabei der klapprige Fuß auf. Dieser ist nur nötig, wenn man den Server vertikal aufstellen möchte, ist aber so wackelig, dass schon einfache Berührungen das Gehäuse ein wenig kippeln lassen. Da darin nunmal eine Festplatte verbaut ist, die durchaus Schaden nehmen kann, wenn man sie wackeln lässt, ist diese Konstruktion nicht besonders Vertrauen erweckend. Man kann das Gerät aber natürlich einfach ohne Fuß horizontal auf dem Schreibtisch platzieren.

Leider kein WLAN – Konfiguration muss man ohne vornehmen

Hat man alle Kabel miteinander verbunden, ist ein kleines Tool von der beiliegenden CD zu starten, welches es für Mac OS und Windows gibt. Linux-Anwender können den Server prinzipiell auch benutzen, benötigen aber an dieser Stelle kurz Windows-Hilfe. Das Tool findet den Server im Netz, konfiguriert die Zugriffsmöglichkeiten und legt sie als Verknüpfungen auch für Laien leicht auffindbar auf dem Desktop ab. Ein kleiner Fallstrick ist dabei, dass das Tool nur funktioniert, wenn sich Computer und Server im gleichen Netzwerk befinden. Das ist genau dann nicht der Fall, wenn der Server per LAN-Kabel an einen Router angeschlossen wurde, an dem ein Laptop drahtlos per WLAN hängt. Da der Server kein WLAN hat, muss man den konfigurierenden Rechner kurz fest verdrahten, um das Tool aufzurufen. Später funktioniert dann aber alles auch über WLAN.

Die Zugriffsmöglichkeiten sind vielfältig: Reine Windows-Shares, auf denen man Dateien ablegen kann, nach Freigabe aber auch iTunes, DLNA, FTP oder Shares für Mac OS. Die Freigabe geschieht über eine Webseite, die im Browser bedient werden kann. Darüber findet man weitere Einstellmöglichkeiten, kann Benutzer anlegen und löschen (damit beispielsweise in Büros die Mitarbeiter ihre Daten getrennt und geschützt unterbringen können) oder gar die Funktion, Daten vom Server direkt zu brennen, ohne ein zusätzliches Brennprogramm zu benötigen. Ganz besonders hat mir in dabei gefallen, dass man als Anwender die Wahl hat, ob man ein bestimmtes Verzeichnis oder lieber ein ganzes ISO-Image brennen möchte. Schade ist, dass das Laufwerk nicht in der Lage ist, DVDs über das Netz abzuspielen. Ansonsten taugt das Gerät aber auch ohne Fernbedienung und spezielle Nutzeroberfläche als einfacher Media-Server mit iTunes-Integration.

Fazit: Sehr praktisches und gutes Gerät mit minimalen Schwächen

Das Webinterface ist zwar schlecht lokalisiert – die voreingestellte Zeitzone ist Seoul, die iTunes-Bibliothek wird „Bücherei“ genannt und bei erster Benutzung überrascht es mit einer kryptischen Meldung – aber trotzdem funktioniert alles wie gewünscht, selbsterklärend und ohne längere Suchereien oder Schwierigkeiten.

Besonders Spaß macht die Funktion, einen Drucker anzuschließen und ihn als Netzwerkdrucker freizugeben. Das Drucken funktionierte damit auch tadellos von beliebigen Rechnern aus, solange man einen passenden Druckertreiber zur Verfügung hat. Damit eignet sich das N1T1 auch als Miniserver für kleinere Büros, wobei ich ich die Festplattenkapazität von einem Terabyte für etwas knapp bemessen halte. Eher ist das N1T1 ein Gerät für Heimanwender – besonders solche, die keinen normalen PC mehr besitzen (wollen) sondern eine vernünftige Ergänzung für ihr Netbook suchen mit CD/DVD-Laufwerk, Brenner und viel Speicherplatz. Keiner der Kritikpunkte am N1T1 von LG sind wirklich schwerwiegend. Man bekommt damit ein solides Gerät, das auf einfache und sehr preiswerte Weise seinen Job erledigt. Ich hatte es mehrere Wochen in Test, während derer ich einfach „vergaß“, dass das Gerät überhaupt da ist. Ein besseres Kompliment kann man einem Server nicht machen.

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