Der Vorwerk Kobold SP600 – saugt und wischt Hartböden in einem Arbeitsschritt [Test]

Vorwerk betreibt mit dem Saugwischer-Aufsatz Kobold SP600 für den Handstaubsauger Kobold VK200 Produktpflege, setzt Kundenwünsche und Verbesserungen um, die beim Vorgänger Kobold SP530 aufgekommen sind.

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Einleitung

Vor drei Wochen lud Vorwerk ein paar Blogger nach Hamburg, um ihr neustes Reinigungsgerät auszuprobieren und ich persönlich war nach dem Kobold VR200 Saugroboter voller Vorfreude auf das nächste autonome Gerät mit weißem Körper und grünen Streifen. Diese trübte sich jedoch schnell, als klar wurde, dass Vorwerk hier „nur“ Produktpflege betreibt – schließlich hat man mit dem Kobold SP530 ein Vorgängermodell zum Saugwischen im Programm.

Nach einer kurzen Erholung war ich dann aber doch bereit für die Erfahrung mit dem neuen Saugwischer Kobold SP600 und natürlich erledigt er seine Aufgabe – wenn man ihn vorbereitet hat – gut und schnell. Doch was gehört zur Vorbereitung? Das kommt drauf an, was man zu Hause schon hat. Als „Zubehör“ für den Kobold VK200 oder VT300 wird einer dieser Staubsauger zwingend benötigt.

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Vorbereitung & Saugwischen

Wenn man einen der beiden schon hat, befüllt man den 260-ml-Wassertank mit 3 ml Reinigungsflüssigkeit und füllt den Rest mit klarem Wasser auf, steckt den Tank an den Saugwischer, holt ein gewaschenes Universalputztuch (oder eines der Spezialtücher) hervor und befestigt es an der Tuchträgerplatte. Dann fährt man mit dem Saugwischer darüber und klickt die Halterung ein. Nach dem Anschalten aktiviert man die Wasserzuleitung durch fünfsekündiges Drücken der Taste am Griff und die drei Wellen leuchten grün auf. Je nach zu reinigendem Verschmutzungsgrad stehen drei Feuchtigkeitsstufen zur Verfügung. Man kann auch ganz ohne Reinigungswasser loslegen, wenn man trocken wischen möchte.

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Kauft man ein Paket aus Saugwischer und Staubsauger, muss man allerdings zunächst den Kobold VK200 zusammenbauen, was ich ehrlich gesagt als kleine Frechheit empfinde, egal wie unkompliziert der Vorgang ist. Das extra beiliegende Netzkabel muss durch den Teleskopstab geführt und mit einem Abstandshalter auf der Schiene erst im Staubsauger befestigt werden.

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Kritik

Und hier kommen wir direkt zu meiner größten Kritik. Diese betrifft nicht den Saugwischer Kobold SP600 selbst, sondern das System in das er gehört. Kabel gehören für mich der Vergangenheit an, denn schon seit Jahren ist hier ein Dyson v6 mit Akku im Einsatz, der auch deutlich leichter ist, als das Gegenstück von Vorwerk. Dass „die Akkutechnik noch nicht soweit sei“ lasse ich also auf keinen Fall gelten. Ebenso besteht Vorwerk für den Saugerteil auf einem Staubbeutel, mit angeblichem Augenmerk auf Allergiker, aber auch Allergiker (wie ich selbst) können Staubbehälter so leeren, dass sie nicht den Staub wieder einatmen. Es geht ganz offensichtlich nur darum, nach dem Kauf des Gerätes weiterhin regelmäßig zahlender Kunde zu bleiben.

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Außerdem sind wir im Smart-Home-Zeitalter und nach dem hervorragenden Kobold VR200 Saugroboter wirkt dieses Produkt wie ein Rückschritt in die 1990er. Ich hätte mir den Kobold SP600 als eigenständigen Roboter à la iRobot Braava in der selben Größe gewünscht (10 x 31 x 36 cm), als komplementäres Gerät zum Saugroboter eben. Gesaugt wird von dem nämlich alles schon, da brauche ich nicht ein Gerät, welches das noch einmal macht und das ich selber bewegen muss. Die beworbene Zeitersparnis ist da für mich wieder dahin, weil tatsächlich ein Vorgang doppelt ausgeführt wird.

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Das Schlimmste ist aber wirklich das Kabel. Zum Einen ist die Aufwicklung eine Spur zu klein für die Länge des mitgelieferten Kabels, so dass es beim Wegstellen immer gern mal runterbaumelt und man rödelt da eine Minute rum, eh man das auf- und abgewickelt hat. Wenn schon Kabel, warum verschwindet das nicht als festes Teil des Gerätes auf Knopfdruck im Gerät? Wäre der Kobold VK200 ein kabelloser Akkusauger, wäre ich dem Ganzen weitaus positiver gegenüber eingestellt. Dann könnte der Dyson – mit noch einer zusätzlichen Elektrobürste für den Kobold – eingemottet werden. Weiterhin sehe ich nicht ein, in Zukunft wieder Staubbeutel (6 Stück kosten 19 Euro) kaufen und wegwerfen zu müssen. Das ist hier im Haushalt mit Dyson und Neato Geschichte. Nachhaltig ist das mit den Beuteln natürlich auch nicht.

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Verbrauchsmaterial

Dann wäre da noch die hauseigene Reinigungsflüssigkeit, von der 3 ml pro Tankfüllung benötigt werden. Davon gibt es zwei Sorten – eine Universalflüssigket (9 Euro pro 500 ml) und Eine extra für Parkett (10 Euro pro 500 ml). Also ca. 5 Cent pro Tankfüllung und 166 Tankfüllungen pro Flasche. Mit einer Tankfüllung kommt man maximal 60 m² weit.

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Die Reinigungstücher halten natürlich deutlich länger und sind bei 60° waschbar. Beim Kauf ist eine Flasche Reinigungsmittel und vier Tücher dabei. Die Menge an verbrauchtem Wasser kann dadurch tatsächlich drastisch weniger werden. 2 x 260 ml sind bei uns deutlich weniger als 1 x 10 Liter, was ein echter Pluspunkt ist. Die grünen Tücher sind die Universaltücher für jeden Boden, die Grauen sind zum Staub wischen (also trocken), die Weißen sind für Parkett und die Blauen sind extraweich und universell einsetzbar.

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Fazit

Einmal damit angefreundet, geht das Saugwischen natürlich wirklich schnell von statten, aber eben auch nur in idealen Räumen. Sehr kleine Bäder z.B., mit vielen Ecken, die nicht leicht zugänglich sind, sind für den Kobold SP600 auch nicht erreichbar. Seine Grundfläche ist 31×36 cm – jede engere „Durchfahrt“ muss man dann doch wieder mit Hand nacharbeiten. Die beworbene Zeitersparnis kommt dann eben nicht wirklich zum Tragen. Wer ein ausuferndes Anwesen mit fast ausschließlich Hartböden sein eigen nennt (siehe Werbevideo), kann sich wahrscheinlich auch eine Putzfrau leisten. Die kann sich dann mit dem Kobold SP600 Zeit sparen.

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In unserem Haushalt gibt es nur zwei überschaubar große, geflieste Räume – Küche und Bad – und einen kurzen Steinfußboden im Eingangsbereich. Der Rest ist Teppich oder Teppichboden, also bin ich jetzt eher nicht die Zielgruppe. Unser Leifheit-Handwischer hat den Vorteil, auch in engere Bereiche im Bad zu kommen. Bücken muss man sich da auch nur beim Tuchwechsel. Die Tücher sind im Grunde denen von Vorwerk sehr ähnlich. Kanten erreicht der Vorwerk Kobold SP600 links oder rechts, wo das Wischtuch übersteht. Bekommt man ihn so Richtung Wand gedreht geht das, sonst bleibt ein ungewischter Streifen in der Breite des Saugschachtes.

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Und dann muss man das Teil ja auch irgendwo verstauen und es nimmt halt schon Platz weg in der Parkposition. Man kann den Sauger natürlich auch aufhängen und den Wischer eigenständig verstauen. Bei kleinen Abstellkammern oder „hinter der Tür“ wird es dann langsam eng. Mit 3,5 kg ist der Kobold SP600 (nur die Wischereinheit) kein Luftikuss, aber er bleibt handhabbar.

Preis

Wer sich für einen Kobold SP600 interessiert hat die Qual der Wahl aus diversen Paketen. Im „Einfach-Zweifach-Sauber-Set“ bekommt man einen Kobold VK200 mit Elektrobürste und den Kobold SP600 Saugwischer für milde 1.099 Euro. Zieht man davon 733 Euro für den Kobold VK200 mit Basisset ab, landet man bei 366 Euro als Preis für den Kobold SP600, den es momentan noch nicht einzeln gibt. Der Vorgänger ist einzeln für 299 Euro zu haben. Für 932 Euro verzichtet man auf die Elektrobürste im Set und kann dann ausschließlich Saugwischen.

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weiterführender Link: Kobold

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Michael S.

Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.
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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin mir sicher, dass ein Akku kontraproduktiv in punkto Saugleistung (Dyson V8, 7 minuten Saugleistung auf höchster Stufe) und Haltbarkeit ist. Ein Beutel mit integrierten Filter ist immer noch die hygienischste Art. Ich bin von dem Produkt sehr begeistert. In punkto Nachhaltigkeit kann ich sagen, dass ich bereits 3 Staubsauger verschlissen habe. Wenn der Vorwerk wirklich ewig hält, ist er nachhaltiger als jeder andere Sauger. Ich bin gespannt ein Freund hat gerade den Dyson V8 gekauft und ich Sauer + Wischer von Vorwerk.

    • Ich habe gerade eben die (teure) Erfahrung gemacht, dass Vorwerk eben nicht mehr ewig hält, insofern kann ich hier von einem Kauf nur abraten….
      Seit 38 Jahren benutze ich Vorwerkstaubsauger.
      Diese Staubsauger hielten bei uns früher bis zu 20 Jahre lang und da hatten wir noch 3 Kinder im Haus.
      Heutzutage hält meiner leidvollen Erfahrung nach ein Vorwerkstaubsauger keine 3 Jahre mehr!
      Da frage ich mich was für eine Qualität nun verbaut wird.
      Und wer bezahlt schlussendlich diese schlechte Qualität? Der Endkunde, ja tatsächlich.
      Wir besitzen seit 2 Jahren und 10 Monaten einen Kobold VT 270 Wischsauger,
      Anschaffungskosten: 1345 €
      Das Hauptgerät musste während der Garantiezeit eingeschickt werden, weil
      das Kabel gebrochen war. (1 Jahr und 9 Monate nach Kaufdatum)
      Jetzt nach 2 Jahren und nicht mal 10 Monaten musste der Hartbodenreiniger SP530
      eingeschickt werden, weil sich immer wieder die Bodenplatte löst.
      Ich ging davon aus, dass der Kundendienst von Vorwerk eine neue Bodenplatte installiert und dieses Teil dann wieder funktioniert. Mit ca. 50 – 60 € Kosten hatte ich gerechnet.
      Aber weit gefehlt:
      Laut Kostenvoranschlag von Vorwerk soll die Reparatur 326 € kosten.
      ( Das dürfte ungefähr der Neupreis des Hartbodenwischers sein…)
      Nachdem ich damit nicht einverstanden war, bot man mir ein Austauschgerät für 219 € an.
      Doch auch das lehnte ich ab, da ich es für absolut unangebracht finde, dass ich als Endkunde bei einem so hochwertigen und teurem Gerät diese Kosten übernehmen soll.
      Nun wurde der Hartbodenwischer total verdreckt und verschrammt (was er vorher nicht war!) an mich zurück geschickt und ich muss 59 € für den Komfortversand und für die Bearbeitungspauschale bezahlen.
      Mein Fazit: So kann man einen Namen und einen guten Ruf auch ruinieren…. Mein Schreiben an den Vorstand von Vorwerk blieb übrigens unbeantwortet….deshalb bin ich vom totalen Vorwerk – Fan zum Vorwerk – Gegner mutiert

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