Ein Blick hinter die Kulissen: Vom harten Job der menschlichen Contentfilter [Kommentar]

Google-Logo Ein Blick hinter die Kulissen: Vom harten Job der menschlichen Contentfilter [Kommentar] Google

Gestern tauchte das Thema vermehrt in den Newsstreams auf und erzählte von einem ehemaligen Google-Mitarbeiter, der als menschlicher Content-Filter gearbeitet hat. Er musste ich psychische Behandlung aufgrund dessen, was er in seinem Job zu sehen bekommen hat.

Google hat Nutzungsbedingungen, die ganz klar vorschreiben, welche Inhalte in den Google-Diensten auftauchen dürfen und welche nicht. Nicht jeder hält sich hieran und lädt Inhalte hoch, die diesen Nutzungsbedingungen widersprechen. Teilweise geschieht dies aus Unwissenheit, manchmal aber auch aus Absicht, weil man sich bewusst ist, dass diese Inhalte nicht nur nicht den Nutzungsbedingungen widersprechen, sondern auch noch illegal sind.

Die Arbeit des Herausfilterns übernehmen größtenteils Bots, aber auch die sind nicht genau und so erfordert es oftmals noch einen Menschen, der die Inhalte beurteilen kann, um einzuschätzen, ob sie sich zu Recht oder Unrecht auf den verschiedenen Plattformen befinden, die Google unterhält.

Wer diesen Job annimmt, dessen Job ist vorerst auf ein Jahr begrenzt. Erst danach entscheidet sich, ob der Mitarbeiter in das feste Google-Team übernommen wird. Voraussetzung ist natürlich, ob er dieses Jahr durchsteht. Viele Mitarbeiter, die sich des konzentrierten Stroms an illegalen Inhalten ausgesetzt sehen, überstehen diese 12 Monate nicht. Im besten Fall reicht eine Psychotherapie, um wieder auf den richtigen Weg zurückzukommen. Es soll allerdings auch Mitarbeiter gegeben haben, die ihr Leben nach dem psychischen Stress der Arbeit beendet haben.

Zu den Inhalten zählen Pornos der verschiedensten Ausführungen, Folter, Bilder und Videos von Kindesmissbrauch, Hinrichtungen, Leichenschändungen. Wer sich dem jeden Tag aussetzt, der belastet seine Psyche immens. Es scheint nicht verwunderlich, dass diese Arbeit Schäden hinterlässt.

Was kann man aber gegen diese Zustände tun? Wer eine hohe Service-Qualität wie Google wahren möchte, kann es sich jetzt noch nicht erlauben, auf menschliche Qualitätsprüfer zu verzichten. Zu hoch die Fehlerquote bei automatischen Bots. Vermutlich fehlt es den Mitarbeitern nicht nur ein einer vernünftigen Schulung, sondern vor allem auch an seelischer Unterstützung für die Arbeit.

Die Abgründe unseres Internet sammeln sich als Stream vor den Augen dieser Mitarbeiter. Hier sollte nicht nur Google, sondern auch jede andere Firma reagieren die Mitarbeiter dieser Art beschäftigt und dafür sorgen, dass diese jederzeit Betreuung bekommen können, wenn sie diese brauchen. Hoffen wir, dass die Technik bald noch genauer wird und Bots in der Lage sind, diese Jobs zu übernehmen.

– via 20 Minuten

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