Erfahrungsbericht — Zwei Monate mit dem Mac Studio

Der Mac Studio ist seit knapp drei Monaten vorgestellt und immer noch schwer zu bekommen. Trotzdem konnte ich den Profi Mac bereits zwei Monate im Alltag testen.

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Der Mac Studio wurde auf dem März Event vorgestellt und bildet mit dem Mac Pro und MacBook Pro das Lineup für professionelle Anwendungen. Von Anfang an war der Mac Studio schwer zu bekommen. Insbesondere der neue Ultra Chip war nur für mehrere Wochen im vorraus vorbestellbar. Ich habe mir am Tag nach der Präsentation die Basisversion mit dem Upgrade auf den 1TB Speicher bestellt und ihn Anfang April geliefert bekommen. Im Folgenden möchte ich ein paar meiner Erfahrungen mit dem Gerät teilen.

Mein Anwendungsfall

Ich studiere Medienproduktion und Medientechnik und habe daher viel mit Videoschnitt, Fotobearbeitung und Grafikdesign zu tun. Ich nutze die gängigen Adobeprogramme wie Photoshop, Lightroom, Illustrator und In Design aber auch Final Cut und DaVinci Resolve für den Videoschnitt. Bisher habe ich alle Aufgaben mit einem MacBook Pro 13“ mit M1 Prozessor erledigt. Der Grund für den Umstieg auf den Mac Studio war Hauptsächlich die Vorteile beim der Videobearbeitung aber mehr dazu später.

Erster Eindruck

Der Mac Studio wird in einer interessant gefalteten Box geliefert und bringt außer dem Netzkabel kein weiteres Zubehör mit. Für alle die nicht direkt ein Studio Display mit bestellt haben kann ein Monitor über HDMI angeschlossen werden. Neben diesem finden sich auf der Rückseite vier Thunderbolt4 bzw. USB 4 Ports, zwei USB-A Ports, ein 10 Gigabit Ethernet- und ein 3,5mm Klinkenanschluss. Auf der Vorderseite sind zudem zwei USB-C Ports und ein SD-Kartenleser verbaut. Beim Modell mit dem M1 Ultra Prozessor sind die USB-C Ports auch Thunderbolt 4 bzw. USB 4 fähig. Bei meinem Modell mit dem M1 Max ist es immerhin noch USB 3.1.

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USB-C mit 3.1 Standard bzw. Thunderbolt 4/ USB 4 beim M1 Ultras Modell

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4x Thunderbolt 4 bzw. USB 4, 10 Gigabit Ethernet, 2x USB A, HDMI 2.0, 3,5mm

Erfahrungen im Alltag

Die große Verwunderung über das deutlich flüssigere System und die schnellen Programmstarts die beim Umstieg vom Intel Mac auf den M1 blieb beim Wechsel vom M1 auf den M1 Max aus. Der Max Chip verhält sich bei Standard-Aufgaben exakt wie der M1. Der Mac startet gewohnt schnell und wacht ohne größere Verzögerung aus dem Standby auf. Was dagegen auffällig ist, ist das Kühlkonzept des Mac Studio. Sobald der Mac läuft ist laufen die Lüfter. Als M1 Nutzer ist man das bisher nicht gewöhnt. Den Lüfter des MacBook Pros habe ich selten gehört und auch das mit dem identischen Prozessor ausgestatteten MacBook Pro 14“ bzw. 16“ wird nur bei Last hörbar. Ich habe mich schnell an das Grundrauschen gewöhnt und mir fällt es mittlerweile nicht mehr auf. Viel mehr habe ich die Vorteile dieser Lüftersteuerung erkannt. Dadurch das der Lüfter immer läuft, pendelt sich der Studio immer um die 40°C. Auch bei leistungshungrigen Programmen wie Photoshop ändert sich die Drehzahl nicht. Sogar dann nicht wenn mehrere Videos am Stück exportiert werden. Dieses Verhalten ist im Alltag deutlich angenehmer wie ein ständiges aufheulen des Lüfters sobald der Rechner belastet wird.

Unterschiede zum M1

Die meisten messen die Vorteile der größeren Prozessoren in den Exportzeiten von Fotos oder Videos. Dabei ist der Mac Studio zwar auch deutlich schneller allerdings finde ich nicht, dass das der relevante Punkt für den M1 Max ist. Für mich deutlich wichtiger: Timelines mit mehrspurigen 4k Videospuren laufen deutlich flüssiger. Speedramps, Beschleunigungen bzw. Verlangsamungen des Videomaterials laufen ohne Probleme und Funktionen wie die Bildstabilisierung laden deutlich kürzer. Durch den M1 Max kann ich auch auf Proxy-Dateinen verzichten und direkt mit ProRes, H264 oder Black Magic Raw Clips arbeiten. Auch die Vorschau in Photoshop zeigt auch bei komplizierten Werkzeugen die Veränderung direkt an und erleichtert so die Arbeit.

Fazit

Wer einen ähnlichen Anwendungsfall wie ich für den Mac Studio plant wird sicher viel Freude mit dem Rechenblock haben. Ich bin mit meiner Konfiguration sehr zufrieden und froh das ich mich final doch gegen das Upgrade auf die 32Core GPU des M1 Max entschieden habe. Auch ein RAM Upgrade ist für mich definitiv nicht nötig. Der Mac Studio ist, auch wenn es nach mir so scheint nicht die Vorraussetzung für flüssigen Videoschnitt oder Fotobearbeitung. Viel mehr ist er eine Beschleunigung für alle die viel mit Mediendateien arbeiten. Durch den M1 als kleinsten Prozessor im Lineup unterschätzt man ihm schnell. Als direkte Alternative zum Mac Studio kann der Mac mini angesehen werden der in der nächsten Zeit ein upgrade auf eine neue Generation der M-Chips erhalten wird. Damit wird die Lücke zwischen dem Mini und dem Studio wahrscheinlich noch kleiner.

Bilder von: Apple Newsroom

 

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