Feedburner bald ohne API – Wenn die Säulen des Web 2.0 zusammenbrechen

feedburner Feedburner bald ohne API - Wenn die Säulen des Web 2.0 zusammenbrechen Google
Das Web 2.0 scheint sich langsam seinem Ende zu nähern. Das sage ich nicht, weil ich an den Weltuntergang diesen Jahres, den uns die Maya eingebrockt haben sollen glaube, sondern weil es sich langsam abzeichnet. Ich sehe diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn als Bloggerin ist man Teil des Web 2.0 (gewesen).

Wie drüben auf basic thinking schon festgestellt wurde, ist die API-Abschaltung von Google nicht der erste Schritt gewesen. Im Gegenteil, auch andere Dienste haben bereits die Stecker (zumindest teilweise) gezogen. Munter dabei ist vor allem Twitter.

Liegt das Web 2.0 im Sterben? Wird die Welt nun doch untergehen? Vermutlich nicht – und wenn dann nicht wegen Google oder Feedburner. Es ist wahr, dass Feedburner seid jeher eine der Säulen des Web 2.0 dargestellt hat. Der Hauptgrund lag allerdings nicht bei dem Backend (mal ehrlich, niemand hat durch diese Statistiken je durchgeblickt, so schlecht waren sie dokumentiert), sondern eher die Funktionen, die rund um diesen Dienst angeboten wurden. Dazu gehörten dann auch Plugins, die man in Blogs einbinden und mit denen man Newsletter und Abozahlen auf seiner Webseite veröffentlichen konnte.

Damit ist nun Schluss. Zwar werden die Feeds weiterhin umgeleitet und auch Statistiken erstellt, die Ausgabe durch die Benutzerschnittstellen gehören bald aber der Vergangenheit an. Möglich, dass der Dienst komplett in Analytics integriert wird und deswegen als Alleinstehendes Projekt keine Wichtigkeit mehr besitzt. Aktiv wurde an Feedburner sowieso nicht mehr gearbeitet und auch in der Vergangenheit lief es eher unrund aber es lief die meiste Zeit.

Was haben all diese Abschaltungen gemeinsam? Sie erschweren es, automatisierte Inhalte zu erstellen. Ein Netzwerk, dass dies bereits vorgemacht hat ist Google Plus. Hier ist es nicht möglich, automatisierte Inhalte einzupflegen und es funktioniert. Alle Inhalte auf Google Plus werden händisch oder höchstens über den Share-Button eingefügt. Damit hat Google Plus nicht nur eine hohe Quote von usergeneriertem Content, sondern auch einen höheren Wert, weil die Leute das Netzwerk nutzen müssen, um es zu benutzen.

Automatisierte Beiträge sind jedoch nicht so viel Wert, weil sie eben nicht unique sind und meist keine direkte Beteiligung eines Nutzers stattfindet, um den es hier in dem ganzen Business geht. In Netzwerken geht es um Werbung, Anzeigenschaltung, Gewinn. Wenn die einzig aktiven Content-Ersteller jedoch Bots sind, dann sinkt der Wert eines Nutzers und seiner Inhalte.

Facebook hat sich viele Jahre lang damit gebrüstet, wie viele aktive Nutzer sie haben, wie lang diese auf der Seite verweilen und wie viele Beiträge sie dabei generieren. Klang alles super. Hinterfragt man diese ganze Geschichte aber, sieht man, dass die Nutzer auf der Seite gespielt haben. Die haben stumpf vor dem PC gesessen und virtuelle Möhren gepflanzt. Die einzig soziale Interaktion fand dadurch statt, dass sie Leute in ihrer Timeline mit automatisierten Postings anbettelten, virtuelle Güter für ihr Spiel zu bekommen. Das ist keine wirkliche soziale Interaktion. Im Gegenteil, es treibt die Nutzer sogar von diesem Netzwerk weg, denn die, die nicht spielen wollen, müssen sich vor diesen Anfragen schützen anstatt dass man nur die mit einbezieht, die sowieso schon spielen.

Also wenn der Tod des Web 2.0 den Tod der automatisierten Inhalte bedeutet, dann begrüße ich das. Qualität statt Quantität. Trotzdem bricht es mir als Bloggerin das Herz, wenn ich sehe, wie ein mir seit Jahren wichtiger Dienst auf einmal die Segel streicht. Vielleicht kommt etwas anderes, besseres an die Stelle Feedburners. Vielleicht wird der Dienst dann besser gepflegt und bietet vielleicht sogar einen Mehrwert. Wer weiß?

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Simone
9 Jahre zuvor

Toll, das ist genau das, was mir auch schon den ganzen Tag im Kopf herumgeistert!

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